Digitale Wirtschaft und Gesellschaft

Neue Hightech-Strategie - Innovationen für Deutschland Digitale Wirtschaft und Gesellschaft

Es gibt kaum noch Lebens- und Wirtschaftsbereiche, in denen digitale Geräte, vor allem Computer und Smartphones, nicht Einzug gehalten haben. Wie wollen wir in einer digitalen Welt leben, lernen und arbeiten? Wie können wir die neuen Chancen in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft nutzen? Deshalb ist "digitale Wirtschaft und Gesellschaft" eine der sechs Zukunftsaufgaben der neuen Hightech-Strategie.

Im Anlagensteuerungsraum der Domo Caproleuna GmbH im Chemiepark Leuna

Computer sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Foto: Burkhard Peter

Die neue Entwicklung birgt allerdings auch erhebliche Gefahren. Unsere Daten sind ein wertvolles Gut für uns persönlich, aber auch für Unternehmen. Um sie zu schützen, müssen Anwendungen sicher sein.

Unsere Gesellschaft wird immer älter, wir sprechen vom demografischen Wandel. Aus der Digitalisierung ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Unterstützung alter und behinderter Menschen. Gleichzeitig macht die immer komplexere Technik auch Angst und schließt Menschen aus. Für Familien- und Arbeitswelt ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, beide Bereiche in Einklang zu bringen.

Der Umgang mit modernen Medien und Techniken ist eine vorrangige Aufgabe für die Bildung geworden. Wie kann man damit sicher, verantwortungsbewusst und nachhaltig umgehen? Auch das soziale Miteinander verändert sich in einer digitalisierten Welt.

Deutschland muss als Hightech-Land an der Spitze der Entwicklung und Integration digitaler Technologien stehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Informations- und Kommunikationstechnologien treiben neuartige Herstellungsweisen und Produkte in vielen Wirtschaftszweigen an.

Die wichtigsten Themen der Zukunftsaufgabe „Digitale Wirtschaft und Gesellschaft“ sind:

Industrie 4.0

Das Internet der Dinge wird Realität: Zunehmend kommunizieren nicht mehr nur Menschen elektronisch, sondern auch Gegenstände - und die vor allem in der Produktion. Produkt und Herstellungsmaschine tauschen Informationen aus. So ist die Herstellung individueller Produkte nach persönlichen Kundenwünschen zu Preisen möglich, die früher nur in der Massenfertigung erreichbar waren. Dabei ist der Herstellungsprozess hochgradig flexibel.

Ziel der Bundesregierung ist es, Wirtschaft und Wissenschaft bei der Umsetzung von Industrie 4.0 zu unterstützen. Dabei geht es auch um IT-Sicherheit. Deutschland soll als Leitanbieter für diese Technologien und zukünftiger Produktionsstandort positioniert werden. Gleichzeitig werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die verschiedenen Beschäftigtengruppen in den Blick genommen. Dabei sind gleichermaßen die Interessen der Unternehmen wie die der Beschäftigten zu berücksichtigen.

Smart Services

Moderne Produkte, Geschäftsprozesse und Dienstleistungen werden zunehmend intelligent verknüpft zu neuartigen Dienstleistungen unter dem Schlagwort „Smart Services“. Internetbasierte Dienstleistungen bieten große Wachstumspotenziale. Sie erlauben Betrieben beispielsweise eine größere Produktpalette und Optimierungen von Betriebsabläufen.

Die Hightech-Strategie will deutsche Unternehmen unterstützen, die volle Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette und die Produktionsprozesse zu sichern.

Smart Data

Große Datenmengen – Big Data – zu analysieren und darin Strukturen zu erkennen, war bisher nur Forschungseinrichtungen und Großbetrieben möglich. Gewonnene Erkenntnisse erlaubten, Entscheidungen zu beschleunigen und Geschäftsprozesse zu optimieren. Bisherige Big Data-Anwendungen und Technologien sind kaum für kleine und mittlere Unternehmen geeignet.

Mit dem Programm „Smart Data“ fördert die Bundesregierung die Entwicklung innovativer Dienstleistungen von und für mittelständische Unternehmen mittels Big Data-Technologien.

Cloud Computing

Das Speichern und die Verarbeitung von größeren Datenmengen muss heute nicht mehr in teuren, betriebseigenen Rechnersystemen erfolgen. Die Daten können in einer Datenwolke, einer Cloud, verarbeitet werden. Das sind irgendwo auf der Welt stehende, über das Internet erreichbare Rechner, die kostengünstig von vielen Betrieben und Privatpersonen genutzt werden.

Cloud Computing bietet insbesondere für junge sowie kleine und mittlere Unternehmen die Chance, auf innovative Technologien zuzugreifen. Dies war bislang vor allem großen Unternehmen vorbehalten. Deshalb fördert die Bundesregierung mit dem Technologieprogramm „Trusted Cloud“ innovative, sichere und rechtskonforme Cloud-Lösungen.

Digitale Vernetzung

Um neuartige Informations- und Kommunikationstechniken und Dienste zu nutzen, bedarf es leistungsfähiger und sicherer Kommunikationsnetze. Auch müssen die verschiedenen Technologien miteinander vereinbar sein.

Deshalb treibt die Bundesregierung den Ausbau von flächendeckenden Hochleistungsnetzen voran. Die Bundesregierung wird eine übergreifende Strategie „Intelligente Vernetzung“ erarbeiten.

Digitale Wissenschaft

Die Digitalisierung eröffnet vielfältige neue Möglichkeiten für die Forschung. Insbesondere müssen Informationen breit zugänglich und nutzbar gemacht werden.

Ein Rat für Informationsinfrastrukturen wird von Bund und Ländern als übergeordnetes Koordinierungs- und Beratungsgremium eingerichtet. Er wird die Wissenschaft in ihrem Selbstorganisationsprozess unterstützen. Auf dieser Grundlage ist geplant, ausgewählte strategische Projekte mit großer Hebelwirkung für durchlässige, offene und kompatible Strukturen zu fördern.

Digitale Bildung

Das Bildungssystem soll die Menschen noch besser auf die digitalen Medien und die Wissensgesellschaft vorbereiten und hierzu breite Kompetenzen schaffen.

Eine Strategie „Digitales Lernen“ soll die Chancen der digitalen Medien für gute Bildung nutzen und sie weiterentwickeln. Dabei wird evaluiert, wie digital basierte Bildung auf Lernende unterschiedlichen Alters und soziodemografischer Situation wirkt.

Digitale Lebenswelten

Die Digitalisierung macht auch vor dem alltäglichen Familienleben nicht halt. So schafft sie Möglichkeiten, Familie und Beruf flexibler zu vereinbaren. Sie stellt neue Anforderungen an eine verantwortungsvolle Erziehung der Kinder und Herausforderungen für den Austausch zwischen den Generationen. Zugleich jedoch öffnet sie auch neue Gräben zwischen denen, die den Wandel mitgehen und denen, die zurückbleiben.

Durch die Hightech-Strategie sollen Familien die Chancen der zunehmenden Digitalisierung stärker nutzen. Die Sozial- und Geisteswissenschaften sollen dazu beitragen, allen Menschen kulturelle und soziale Orientierung zu ermöglichen. Diese Fragestellungen werden beispielsweise im Rahmen des Agendaprozesses „Zukunft sichern und gestalten – Forschung zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen“ aufgegriffen.

Digitale Agenda

Aufgrund des übergreifenden Einflusses des digitalen Wandels auf die Zukunftsfähigkeit Deutschlands hat die Bundesregierung zudem die „Digitale Agenda 2014-2017“ entwickelt. Sie will diesen Wandel aktiv gestalten und in der Mitte der Gesellschaft verankern. Deutschland soll so zum digitalen Wachstumsland Nr. 1 in Europa werden. Eine gezielte Innovationspolitik hilft dabei, wichtige Innovationsvorsprünge zu realisieren.

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