Fluchtursachen bekämpfen

Entwicklung schafft Perspektiven vor Ort

Wo Menschen von Armut, Krisen, Konflikten und Umweltkatastrophen bedroht sind, fehlen Perspektiven vor Ort. Die Bundesregierung versucht, die Lebensbedingungen in solchen Ländern durch Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern.

Auszubildender in einer Trainingswerkstatt in Juba/Südsudan arbeitet an einer Drehbank.

Durch Ausbildung und Beschäftigung erhalten Menschen in Entwicklungsländern eine Perspektive vor Ort.

Foto: Thomas Imo/photothek.net

Deutschland unterstützt Projekte für Bildung und Beschäftigung, hilft, die Infrastruktur in Krisenländern wieder aufzubauen und die Wirtschaft zu beleben. Das trägt dazu bei, den Menschen vor Ort eine sichere Zukunft und eine Bleibeperspektive zu geben.

Allein in der vergangenen Legislaturperiode hat die Bundesregierung über zwölf Milliarden Euro in die Bekämpfung von Fluchtursachen und die Unterstützung von Flüchtlingen investiert.

Der Schwerpunkt dieser Programme sind die Nachbarländer Syriens. Auch im Jemen und im Südsudan, in Nord- und Westafrika sowie in Afghanistan und Pakistan gibt es viele Projekte. Seit 2014 engagiert sich die Bundesregierung in einigen Regionen mit besonderen Programmen für die Bekämpfung der Fluchtursachen.

Sonderinitiativen für Flüchtlinge

Die Sonderinitiative " Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren" soll Flüchtlingen helfen, sich neue Lebensperspektiven zu schaffen. Gleichzeitig unterstützt sie die Aufnahmegemeinden durch den Aufbau und Erhalt von Infrastruktur, um Armut zu bekämpfen und den Menschen eine Lebensperspektive in ihrer Heimatregion zu geben. Von 2014 bis 2017 standen für die Sonderinitiative insgesamt 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung, wovon allein 2017 rund 640 Millionen Euro bereitgestellt wurden.

Die regionalen Schwerpunkte der Initiative sind der Nahe Osten und Afrika. Kernstück ist dabei die Beschäftigungsoffensive Nahost, die in Syrien und seinen Nachbarländern Jobs für syrische Flüchtlinge, irakische Binnenvertriebene und für die Bevölkerung der aufnehmenden Gemeinden schaffen soll.

Die langfristig angelegten Projekte kommen den Flüchtlingen selbst, aber auch den Aufnahme- und Herkunftsländern zugute. Denn bessere Bildungschancen erhöhen die beruflichen Perspektiven der Flüchtlinge. Von der Wirtschaftskraft der Migranten profitieren auch die Herkunftsländer.

Schwerpunkt Nordafrika und Nahost

Die Sonderinitiative zur " Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost" konzentriert sich auf den arabisch-sprachigen Raum.

Dafür wurden zwischen 2014 und 2017 insgesamt Mittel in Höhe von knapp 400 Millionen Euro zugesagt – davon rund 90 Millionen Euro in 2017. Die Bundesregierung fördert damit beispielsweise in Ägypten und Tunesien Arbeitsplätze und schafft Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche, um ihnen Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Auch Landwirtschaftsprojekte in Tunesien und im Jemen oder Programme für Zivilgesellschaft und Demokratie gehören dazu.

Eine Welt ohne Hunger

Eine der Hauptursachen für Flucht und Vertreibung sind Hunger und ländliche Armut. Mit der Sonderinitiative " Eine Welt ohne Hunger" unterstützt die Bundesregierung in vielen Ländern Afrikas Projekte gegen Hunger und Mangelernährung. Diese gelten als das größte Hindernis für Entwicklung in armen Ländern und führen oft zu gewaltsamen Konflikten, aus denen Flucht und Vertreibung resultieren kann.

Ziel ist es, dass die Menschen vor allem in ländlichen Gebieten Arbeit finden und die natürlichen Ressourcen nachhaltig nutzen können. Zu den Projektländern zählen unter anderem Äthiopien, Kenia, Benin und Mali. Für die Umsetzung der Sonderinitiative wurden von 2014 bis 2017 knapp 1,5 Milliarden Euro zugesagt. Allein für 2017 beliefen sich die Zusagen auf 420 Millionen Euro.

Perspektive Heimat

2017 hat die Bundesregierung das Rückkehrer-Programm "Perspektive Heimat" auf den Weg gebracht. Damit unterstützt sie die freiwillige Rückkehr und Reintegration von Menschen in ihre Herkunftsländer.

Mit einem Informations- und Beratungsangebot in Deutschland macht das Programm auf Perspektiven in den Herkunftsländern aufmerksam. Daneben werden in ausgewählten Partnerländern Migrationsberatungszentren aufgebaut, die als Anlaufstelle für Rückkehrer und Menschen vor Ort über berufliche Perspektiven informieren. Das Ziel ist dabei, die Menschen an konkrete Maßnahmen der beruflichen Qualifizierung, Beschäftigungsförderung und Existenzgründung zu vermitteln.

Afrika im G20-Prozess

Die Bundesregierung hat 2017 ihre G20-Präsidentschaft genutzt, um eine ambitionierte Initiative für Beschäftigung im ländlichen Raum auf den Weg zu bringen.

Mit der Initiative sollen vor allem in Afrika bis 2022 Ausbildungsprogramme für fünf Millionen junge Menschen sowie eine Million Arbeitsplätze geschaffen werden. Ziel der Initiative ist es auch, politische Reformen und Investitionen im Agrarsektor zu fördern.

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