Was die EU und den Westbalkan verbindet

7 Fakten zu den Beziehungen Was die EU und den Westbalkan verbindet

Am 13. und 14. September führt eine Westbalkanreise Bundeskanzlerin Merkel nach Serbien und Albanien. Was verbindet die Europäische Union und die Länder des Westbalkans? Hier sieben interessante Fakten über das Verhältnis der EU zu den sechs Ländern im Südosten Europas.

Stadtpanoroama von Belgrad mit dem Fluss Sava im Vordergrund.

Serbische Hauptstadt Belgrad: Politisch sind alle sechs Staaten des Westbalkans auf dem Weg in die EU.

Foto: vladimirnenezic/stock.adobe.com

1. Die Volkswirtschaften der Europäischen Union und des Westbalkans sind eng miteinander verknüpft. Die EU steht für den Großteil der Ein- und Ausfuhren des Westbalkans: Die Länder des westlichen Balkans importieren fast 70 Prozent der Güter aus der EU. Gleichzeitig exportieren sie mehr als 80 Prozent in die EU. Die EU ist damit der wichtigste Handelspartner der Region. 

2. Politisch sind die sechs Staaten des Westbalkans auf dem Weg in die Europäische Union. Mit Montenegro und Serbien führt die EU seit 2012 beziehungsweise 2014 Beitrittsverhandlungen. Im vergangenen Jahr wurde zudem beschlossen, Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nordmazedonien aufzunehmen. Bosnien und Herzegowina sowie der Kosovo sind potenzielle Bewerberländer.

3. Seit 2013 findet jährlich die Konferenz zum Westlichen Balkan statt. Daran nehmen die Staats- und Regierungschefs sowie die Außen- beziehungsweise Wirtschaftsminister der sechs Westbalkanstaaten sowie Vertreterinnen und Vertreter der EU teil. Diese Länder sollen dadurch auf ihrem Weg in die Europäische Union unterstützt werden. Der nächste Westbalkan-Gipfel ist für den 6. Oktober 2021 geplant.

Bundeskanzlerin Angela Merkel rief den sogenannten "Berliner Prozess" 2014 als Auftakt für die Westbalkan-Konferenzen ins Leben. Ziel ist es, Frieden, Sicherheit und Stabilität in den Westbalkanstaaten zu fördern und die Entwicklung der Region unterstützen.

4. Die EU hilft dem Westbalkan in Krisenzeiten. Die EU hat beispielsweise im vergangenen Jahr ein Hilfspaket im Umfang von 3,3 Milliarden Euro für den westlichen Balkan zur Bewältigung der Corona-Pandemie und deren Folgen aufgelegt. Auch lieferte die EU von Mai bis August 651.000 Impfdosen an die sechs Länder.

5. Es gibt einen guten Jugendaustausch. Dank des Programms Erasmus+ der EU konnten zwischen 2015 und 2020 fast 30.000 junge Menschen aus dem Westbalkan in der EU studieren und arbeiten. Umgekehrt waren es über 18.000.

6. Verkehrswege verbinden. Die EU hat von 2014 bis 2017 333 Millionen Euro für Verkehrsprojekte in die Länder des Westbalkans investiert. Durch private Investitionen kamen insgesamt 934 Millionen Euro zusammen. Weitere Mittel werden nun durch den Wirtschafts- und Investitionsplan in die Verkehrsnetze fließen. 

7. Die EU unterstützt Reformen der Westbalkanstaaten auch finanziell. Der Wirtschafts- und Investitionsplan aus dem vergangenen Jahr sieht ein umfangreiches Investitionspaket in Höhe von neun Milliarden Euro vor. Er soll unter anderem nachhaltige Verkehrs- und Energienetze, die Wettbewerbsfähigkeit, ein inklusives Wachstum sowie die ökologische und die digitale Wende fördern.

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