Neue Horizonte für die Forschung

Fragen und Antworten zu "Horizont Europa" Neue Horizonte für die Forschung

Gemeinsam geht vieles einfach besser – das gilt auch in der Forschung. Seit 1984 gibt es EU-Forschungsrahmenprogramme. Im kommenden Jahr soll das mittlerweile neunte EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation - "Horizont Europa" - starten. Ein Überblick.

Wissenschaftler am Mikroskop

Die EU möchte die Forschung auch weiterhin vernetzen und fördern.

Foto: Getty Images

Warum gibt es europäische Forschungsprogramme?

Damit Forschende in Europa gut zusammenarbeiten können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Ähnlich wie beim Europäischen Binnenmarkt, der den freien Verkehr von Waren regelt, wird daher ein Binnenraum für Wissen geschaffen: der Europäische Forschungsraum. Wichtig ist dabei nicht nur die Mobilität von Forschenden, sondern auch der Wissensaustausch zwischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Bürgern und eine gegenseitige Abstimmung von Forschungsthemen.

Seit wann gibt es EU-Forschungsprogramme?

EU-Forschungsrahmenprogramme gibt es seit 1984. Seitdem sind sie in ihrem zeitlichen und finanziellen Umfang sehr gewachsen. "Horizont 2020", das Rahmenprogramm für 2014 bis 2020, stellte das bislang weltweit finanzstärkste Förderprogramm für Forschung und Innovation dar.

Wie hoch ist das Budget des neuen Förderprogramms?

"Horizont Europa" soll erneut das weltweit größte Einzelförderprogramm für Forschung und Innovation werden und in seinem Umfang das Programm "Horizont 2020" noch übertreffen. Die EU-Forschungsminister haben sich auf die Rahmendaten des Programms geeinigt. Eine formale Annahme des gesamten Programms kann allerdings erst dann erfolgen, wenn in der EU der Mehrjährige Finanzrahmen (MFR) mit einer Laufzeit von 2021 bis 2027 beschlossen ist. Erst dann steht auch die Höhe des Gesamtbudgets von "Horizont Europa" fest.

Was ist neu bei "Horizont Europa"?

Gegenüber dem Vorgängerprogramm "Horizont 2020" gibt es in "Horizont Europa" viel Kontinuität. Neu ist, dass der Europäische Innovationsrat (EIC) institutionalisiert wird. Sein Ziel ist es, marktschaffende Innovationen zu fördern. Zudem werden mit Horizont Europa erstmals ein "Strategischer Planungsprozess" und "Missionen" eingeführt.

Was sagt der strategische Planungsprozess aus?

Ziel des Planungsprozesses ist es, die wichtigsten politischen und strategischen Prioritäten für die ersten Jahre von "Horizont Europa" festzulegen. Im Mittelpunkt dieses neu geschaffenen Prozesses steht eine Beteiligung sowohl von Diensten der Europäischen Kommission, Vertretern der Mitgliedstaaten, Mitgliedern des Europäischen Parlaments als auch interessierten FuI-Akteuren sowie Bürgerinnen und Bürgern.

Ziel ist es, die strategischen Prioritäten im Bereich Forschung und Innovation auf die politischen Prioritäten der EU auszurichten. Dies betrifft beispielsweise die ökologische und digitale Transformation oder auch die Erreichung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.

Welche Aufgabe haben die Missionen?

Mit "Horizont Europa" werden erstmals "Missionen" eingeführt. Diese sollen EU-weite FuI-Instrumente sein, die ehrgeizige Ziele zur Bewältigung von aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen in Europa interdisziplinär angehen.

Es wurden zunächst fünf Missionsbereiche definiert:

  • Anpassung an den Klimawandel inklusive gesellschaftlicher Veränderungen
  • Krebs
  • Gesunde Ozeane, Meere, Küsten- und Binnengewässer
  • Klimaneutrale und intelligente Städte
  • Bodengesundheit und Ernährung
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