Grütters: "Starkes Signal der Solidarität"

EU-Kulturministertreffen in Berlin Grütters: "Starkes Signal der Solidarität"

Auf Einladung von Kulturstaatsministerin Grütters sind die EU-Kulturministerinnen und -minister in Berlin zusammengetroffen. Bei dem Arbeitstreffen ging es vor allem um die Frage, wie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kultur in den EU-Mitgliedsstaaten aufgefangen werden können. Ein weiteres Thema war das gemeinsame kulturelle Erbe in Europa.

Treffen der europäischen Kulturminister im Bundeskanzleramt.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters trifft ihre europäischen Amtskolleginnen und -kollegen zu einem Arbeitstreffen im Bundeskanzleramt: 1. Reihe von links: Graca Fonseca (Portugal), Monika Grütters, Ingrid van Engelshoven (Niederlande), (2. Reihe von links) Roselyne Bachelot-Narquin (Frankreich), Sam Tanson (Luxemburg), José Manuel Rodriguez Uribes (Spanien) und (3. Reihe von links) Jan Jambon (Belgien), Vasko Simoniti (Slowenien) und Jaroslaw Pietras (Generaldirektor für Umwelt, Bildung, Verkehr und Energie im Ratssekretariat der EU).

Foto: BKM / Guido Bergmann

Trotz Corona-Pandemie kamen eine ganze Reihe von Monika Grütters‘ europäischen Amtskolleginnen und -kollegen persönlich ins Bundeskanzleramt. Zentrales Thema des Treffens waren die Herausforderungen, vor denen der gesamte Kulturbereich in Europa durch die Corona-Krise steht.

Aufbauhilfen für den Kultursektor gefordert

"Wir sind uns einig darin, dass der Kultur- und Kreativsektor bei den europäischen Aufbauhilfen angemessen berücksichtigt werden muss", sagte die Kulturstaatsministerin. Die Corona-Aufbauhilfen der EU müssten deshalb auch Künstlerinnen und Künstler, Kreativen und Kultureinrichtungen zugutekommen. EU-Förderprogramme sollten stärker kulturpolitisch akzentuiert werden, erklärte Grütters weiter.

"Was wir außerdem brauchen, sind Pandemie-Regelungen mit Augenmaß, um die Kultur in Europa am Leben zu erhalten", so die Kulturstaatsministerin. Gesundheitsschutz habe selbstverständlich immer Vorrang. Allerdings gebe es inzwischen Beispiele, die zeigten, dass eine Rückkehr zur kulturellen Teilhabe auch in Zeiten der Pandemie möglich sei.

Grütters: In der Kultur schlägt das Herz Europas

Zuvor hatte Grütters auf die verbindende Kraft einer gemeinsamen europäischen Kultur hingewiesen. "In der Kultur schlägt das Herz Europas", sagte sie. Wenn es nun gelinge, die Kräfte der Kunst und des gemeinsamen Kulturerbes im europäischen Schulterschluss neu zu mobilisieren, könne die Corona-Krise das Vertrauen in die Europäische Union und damit auch den europäischen Zusammenhalt stärken, ist die Kulturstaatsministerin überzeugt. 

Gemeinsam. Europa wieder stark machen. So lautet das Motto der deutschen Ratspräsidentschaft 2020. In Zeiten der Krise, wie wir sie aktuell aufgrund der Corona-Pandemie erleben, gilt dies ganz besonders auch für die Kultur- und Medienpolitik. Denn gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig Kultur und Medien für den europäischen Integrationsprozess sind.  Weitere Informationen  zur EU-Kultur- und Medienpolitik der deutschen EU-Ratspräsidentschaft finden Sie hier.

Nationale Erfahrungen und Strategien

Anschließend tauschten sich die Kulturministerinnen und -minister über nationale Erfahrungen und erfolgreiche Strategien bei der Wiederaufnahme des Kulturbetriebs aus.

Grütters wies in diesem Zusammenhang auf das deutsche Rettungs- und Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR hin, für das die Bundesregierung eine Milliarde Euro bereitgestellt hat. Es sei bewusst vor allem auf die Erhaltung der Infrastruktur ausgerichtet, um Arbeitsmöglichkeiten und damit Einkommen für Künstlerinnen und Künstler wie auch alle anderen im Kulturbereich Tätigen zu garantieren.

Besuch im Humboldt Forum

Um Themen wie Austausch und Diversität ging es auch beim anschließenden Kulturprogramm: Auf der Tagesordnung stand ein Besuch im Humboldt Forum, das im Dezember eröffnet wird. Bei einem Rundgang informierten sich die Ministerinnen und Minister über das Konzept dieses aktuell wichtigsten nationalen Kulturprojekts.