Fragen und Antworten zum Binnenmarkt in Europa

Was ist der "Europäische Binnenmarkt"?

Grundsätzlich ist ein Binnenmarkt ein Wirtschaftsgebiet, in dem frei und ohne Zollschranken Handel getrieben werden kann.

Der Europäische Binnenmarkt existiert seit 1993 und umfasst alle 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Damit ist er einer der größten einheitlichen Märkte der industrialisierten Welt.

Der Europäische Binnenmarkt basiert auf den sogenannten "Vier Freiheiten", also

  • der Freiheit der Waren,
  • der Freiheit der Dienstleistungen,
  • der Freiheit des Kapitals und
  • der Freiheit der Arbeitskräfte.

Das heißt konkret: Jede EU-Bürgerin und jeder EU-Bürger kann überall in der EU arbeiten. Sie können sich jederzeit um eine Stelle in einem anderen EU-Land bewerben und einen entsprechenden Arbeitsvertrag unterschreiben. Und Unternehmen in der EU können sich überall in den 28 Mitgliedstaaten niederlassen und produzieren.

Welche Vorteile bringt der europäische Binnenmarkt?

Mit 500 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern ist der europäische Binnenmarkt einer der größten einheitlichen Märkte der industrialisierten Welt – ohne Zölle und mit vielen einheitlichen Regelungen und Normen. Unternehmen können ihre Produkte in größerer Stückzahl herstellen und damit die Kosten senken.

Dies stärkt die deutsche Wirtschaft in hohem Maße. Binnenmarkt und Euro sichern der deutschen Wirtschaft Absatzmärkte und Arbeitsplätze und damit den Wohlstand unseres Landes. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt vom Export ab. Dabei sind die EU-Länder Deutschlands wichtigster Handelspartner. Rund 60 Prozent der Exporte gehen dorthin.

Aber nicht nur für Unternehmen ist der Binnenmarkt vorteilhaft. Für Verbraucher werden zum Beispiel die Produkte günstiger und das Warenangebot vielfältiger.

Das vielleicht wichtigste Element ist die Freiheit des Personenverkehrs: Die Menschen können überall in der EU reisen, leben, lernen und arbeiten. Im Ausland erworbene Rechte aus der Rentenversicherung gehen nicht verloren.

An wen kann ich mich wenden, wenn meine Rechte als Verbraucher im Europäischen Binnenmarkt nicht beachtet werden?

Es gibt ein Netz von Europäischen Verbraucherzentren. Sie informieren Verbraucherinnen und Verbraucher über ihre Rechte innerhalb des europäischen Binnenmarktes und helfen bei Problemen mit grenzüberschreitendem Bezug – EU-weit und in Norwegen und Island. Ansprechpartner in Deutschland ist das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland in Kehl am Rhein.

Grafik: Rückendeckung für Verbraucher in Europa

Das Europäische Verbraucherzentrum hilft allen EU-Bürgern.

Foto: Bundesregierung

Einkaufen im EU-Ausland – wie sieht es mit meinen Rechten aus?

Auch beim Einkauf in allen EU-Mitgliedstaaten herrschen Mindeststandards. Die Gewährleistungsrechte gelten europaweit. Mangelhafte Ware muss der Hersteller reparieren oder ersetzen. Die Gewährleistung gilt für einen Zeitraum von zwei Jahren in der ganzen EU.

Geschäfte an der Haustür, bei Kaffeefahrten, bei Bestellungen im Internet per Telefon oder Versandhandel können europaweit innerhalb von 14 Tagen rückgängig gemacht werden.

Empfehlenswert ist die kostenlose App "Mit Erfolg reklamieren" des Europäischen Verbraucherzentrums.

Bei Problemen mit Händlern aus einem anderen EU-Land wenden sie sich an das Europäische Verbraucherzentrum.

Welche Rechte habe ich als Verbraucher bei Reisen in der EU?

Als Reisender genieße ich in der EU einheitliche Fahrgastrechte, egal ob ich mit der Bahn, dem Bus, dem Schiff oder mit dem Flugzeug reise. Zum Beispiel habe ich bei Verspätungen in bestimmten Fällen Ansprüche auf Entschädigung. Eine Smartphone-App der Europäischen Kommission ermöglicht es, die Reiserechte unterwegs immer zur Hand zu haben.

Auch als Patientin oder Patient genieße ich innerhalb der EU Versicherungsschutz. Hierfür benötige ich die Europäische Krankenkassenkarte, die ich kostenlos bei meiner örtlichen Krankenkasse erhalte.

Wer hilft mir im Notfall? Die 112 ist die europaweite Notrufnummer, die überall in der EU kostenlos zu erreichen ist.

Für Handynutzer fallen ab dem 15. Juni 2017 die Zusatzkosten (Roaming-Gebühren) beim Surfen und Telefonieren im europäischen Ausland weg.

Grafik: Abschaffung der Roaming-Gebühren in der EU

Roaming-Gebühren in der EU entfallen künftig.

Foto: Bundesregierung