Was Jugendliche über Europa sagen

67. Europäischer Wettbewerb Was Jugendliche über Europa sagen

Unter dem Motto "EUnited - Europa verbindet" haben sich Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland am diesjährigen Europäischen Wettbewerb beteiligt. Mit dabei waren auch Abiturientin Antonia Beyer und die Mitschüler und Freunde Karl Claussen und Simeon Lehmann. Ein Gespräch über junge Menschen in der Politik und Solidarität über EU-Grenzen hinweg.

Das Bild zeigt zwei Jungen vor einer Europaflagge.

Dieses Bild hat die Schülerin Antonia Beyer (18) im Rahmen des Europäischen Wettbewerbs gemalt.

Foto: Werk von Antonia Beyer

Mehr als 75.000 Schülerinnen und Schüler haben an der 67. Wettbewerbsrunde des Europäischen Wettbewerbs teilgenommen, einem der größten und ältesten Schülerwettbewerbe Deutschlands. Zahlreiche kreative Ideen zum Thema "EUnited - Europa verbindet" haben die Bundesjury erreicht. Ein zentrales Thema: die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt. 

"Europa kann von Kindern und Jugendlichen profitieren"

Auch die 18-jährige Antonia Beyer hat eine Meinung zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Sie wünscht sich, "dass in der Corona-Krise den Menschen geholfen wird, die am meisten betroffen sind. Außerdem sollten die einzelnen Mitgliedsstaaten über den eigenen Tellerrand schauen und weniger egoistisch handeln." 

Grundsätzlich könnte die europäische Politik davon profitieren, die Meinungen von Kindern und Jugendlichen ernster zu nehmen, findet Beyer. Kinder seien in den meisten Situationen viel weniger voreingenommen als Erwachsene. Dies könne sich positiv auf manche politische Entscheidung auswirken.  

Ihr Beitrag zum Europäischen Wettbewerb: ein selbst gemaltes Bild.

Eine junge Frau schaut in die Kamera.

Antonia Beyer hat an dem Europäischen Wettbewerb teilgenommen.

Foto: Charlotte Beyer

Europazentren als Treffpunkte für Reisende

Auch Karl Claussen (16) und Simeon Lehmann (17) haben am Europäischen Wettbewerb teilgenommen. Die Jugendlichen haben im Geographieunterricht ein Video produziert, in dem sie Europa als großes Haus mit 28 Mietern darstellen. Ihr Vorschlag: In jeder größeren europäischen Stadt soll ein Europazentrum errichtet werden.

"Wir hatten das Gefühl, dass die Einigkeit in Europa in Vergessenheit geraten ist. Die Europazentren könnten den kulturellen Austausch zwischen den Europäerinnen und Europäern wieder verbessern", erläutert Lehmann die Idee dahinter. Die Europazentren könnten als Treffpunkte für Reisende dienen, mit unterschiedlichsten Angeboten: Übernachtungsmöglichkeiten, Aufenthaltsräume und sogar mehrsprachige Stadtführungen schweben den beiden Schülern vor. Dabei solle der europäische Austausch im Vordergrund stehen, betont Claussen.

Genau wie Beyer fordern die beiden Jugendlichen, jungen Europäerinnen und Europäern eine stärkere Beteiligung in der Politik zu ermöglichen. Beispielsweise könnten die Schülervertretungen die Interessen von Kindern und Jugendlichen auch auf politischer Ebene vertreten.   

Seit 1953 findet der Europäische Wettbewerb jährlich statt und gehört damit zu den ältesten Schülerwettbewerben Deutschlands. Von der ersten Klasse bis zum Abitur können Schülerinnen und Schüler ihre politischen Ideen kreativ zum Ausdruck bringen. 

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