EU Vorreiter im globalen Kampf gegen die Pandemie

Laboranten bei der Herstellung eines Corona-Impfstoffs im Labor.

Seit Beginn der Pandemie hat sich die EU dafür eingesetzt, die Produktion von Impfstoff zu steigern und ihn weltweit zur Verfügung zu stellen. 

Foto: Thomas Lohnes/AFP via Getty Images

Bundeskanzlerin Merkel sieht die Pandemie als besondere Bewährungsprobe für die internationale Zusammenarbeit. „Ob es etwa um die Entwicklung, Produktion oder Verteilung von Impfstoffen geht – je mehr Kräfte wir bündeln, desto aussichtsreicher ist der Kampf gegen COVID-19 – dies gilt auch für künftige Infektionskrankheiten aller Art“, sagte sie beim Global Solutions Summit am 28. Mai.

Die EU hat sich von Beginn an für einen multilateralen Weg eingesetzt und dabei eine führende Rolle eingenommen. Die Gemeinschaft sei bisher der einzige globale Akteur, der seine eigene Bevölkerung impfe und gleichzeitig große Mengen an Impfstoffen in ärmere Länder exportiere, sagt der EU-Außenbeauftragte Borrell in einem Gastbeitrag der WELT vom 31. Mai. Die EU habe 240 Millionen Dosen in 90 Länder exportiert. Das entspricht in etwa der Zahl der in der EU verwendeten Dosen.

Wie beteiligt sich die EU an der weltweiten Verteilung von Impfstoff?

Beim Global Health Summit am 21. Mai in Rom haben sich die Staats- und Regierungschefs der G20 zu einer Reihe von Maßnahmen verpflichtet. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, stellte eine „Team Europa“-Initiative vor. Damit sollen die Produktionskapazitäten in Afrika und der Zugang zu Impfstoffen, Arzneimitteln und Gesundheitstechnologien verbessert werden. 

Die Initiative ist mit einer Milliarde Euro aus dem EU-Haushalt und den europäischen Finanzierungsinstitutionen wie der Europäischen Investitionsbank (EIB) gedeckt. Ziel ist, dass Afrika bis 2040 60 Prozent der dort gebrauchten Impfstoffe selbst herstellen kann. Heute beträgt dieser Anteil gerade einmal ein Prozent.

Die EU-Kommission legte dem Gipfel konkrete Beiträge vor, unter anderem über die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie, die Impfstoffe in Europa herstellen. Bis Ende des Jahres sollen 100 Millionen Impfstoffdosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen gespendet werden, insbesondere über COVAX. Deutschland und Frankreich haben angekündigt, jeweils 30 Millionen Impfdosen für ärmere Länder bis zum Jahresende bereitzustellen. 

Die Pandemie fordert täglich Tausende von Menschenleben. Es ist wichtig, dass ein Großteil der Menschen weltweit geimpft ist. Es hilft wenig, wenn nur in wenigen Staaten die Bevölkerung geimpft wird. Das Virus kann dann jederzeit wieder aus anderen Ländern zurückkommen – möglicherweise sogar in Form von Mutationen, gegen die der vorhandene Impfschutz nicht ausreicht. Das Impfen ermöglicht zudem, dass Beschränkungen aufgehoben werden können, die die Volkswirtschaften besonders in den Entwicklungsländern beeinträchtigen. 

Schlagwörter