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Der Europäische Rat – kurz erklärt

Was macht eigentlich der Europäische Rat? Was entscheidet er, wer sind die Mitglieder, und was ist der Unterschied zum "Rat der Europäischen Union"? Ein Überblick.

Der Europäische Rat kümmert sich um die großen zukunftsbestimmenden Fragen.

Der Europäische Rat kümmert sich um die großen zukunftsbestimmenden Fragen.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Wer sitzt im Europäischen Rat?

28 Staats- und Regierungschefs sind Mitglieder des Europäischen Rats – einer aus jedem Mitgliedstaat der EU. Neben der deutschen Bundeskanzlerin sind das beispielsweise der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, der litauische Präsident Gitanas Nausėda oder der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven.

Hinzu kommt Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission. Auch der "Hohe Vertreter für die Außen- und Sicherheitspolitik der EU", Josep Borrell, nimmt an den Sitzungen teil. Beide haben ihr Amt am 1. Dezember 2019 angetreten.

Die Mitglieder des Europäischen Rates

Wer leitet die Sitzungen des Europäischen Rats?

Geleitet und organisiert werden die Sitzungen vom Präsidenten des Europäischen Rats. Seit 1. Dezember 2019 ist das der ehemalige belgische Ministerpräsident Charles Michel. Er hat den Posten von seinem Vorgänger Donald Tusk übernommen. Seine Amtszeit von zweieinhalb Jahren kann einmal verlängert werden.

Die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten, die dem Euro-Raum angehören, haben Michel für dieselbe Amtszeit zum Präsidenten des Euro-Gipfels ernannt.

Mehr Informationen zu EU-Ratspräsident Charles Michel

Was ist die Aufgabe des Europäischen Rats?

Ganz genau steht dies im Vertrag über die Europäische Union:

"Der Europäische Rat gibt der Union die für ihre Entwicklung erforderlichen Impulse und legt die allgemeinen politischen Zielvorstellungen und Prioritäten hierfür fest. Er wird nicht gesetzgeberisch tätig." (Artikel 15 des Vertrags über die Europäische Union).

Der Europäische Rat kümmert sich in der Regel nicht ums Alltagsgeschäft der EU, sondern um die großen zukunftsbestimmenden Fragen. Er legt die politischen Ziele der Europäischen Union fest. Allerdings muss er mitunter über strittige Fragen entscheiden, die auf Ministerebene nicht geklärt werden konnten.

Wie oft und wo tritt der Europäische Rat zusammen?

Er tritt mindestens zweimal im Halbjahr zusammen – grundsätzlich in Brüssel. Weil die Themen immer komplexer werden, braucht der Europäische Rat zunehmend mehr Beratungszeit. Deshalb ruft der Präsident neben den regulären Treffen immer wieder informelle Sondertreffen ein.

Was sind die "Schlussfolgerungen" der Europäischen Räte?

Die Ergebnisse der Europäischen Räte werden in "Schlussfolgerungen" zusammengefasst und veröffentlicht. Diese Schlussfolgerungen bilden die politischen Leitlinien für die Arbeit von EU-Kommission und dem "Rat der Europäischen Union".

Europäischer Rat, Rat der EU, Europarat – Was ist was?

Die Begriffe sind ähnlich und daher verwirrend. Neben dem Europäischen Rat gibt es den "Rat der Europäischen Union", auch "Ministerrat" genannt. Ihm gehören nicht die Staats- und Regierungschefs, sondern die jeweiligen Fachminister der Mitgliedstaaten an. Je nachdem, aus welchem Bereich Entscheidungen anstehen, ist auch die Zusammensetzung des Rats eine andere. Die Außenminister etwa bilden den "Rat für Auswärtige Angelegenheiten", die Wirtschafts- und Finanzminister den "Rat Wirtschaft und Finanzen" (auch ECOFIN-Rat genannt).

Der Europarat ist kein Organ der Europäischen Union. Er ist ein eigenständiger Zusammenschluss europäischer Staaten mit 47 Mitgliedsländern.

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