Was die EU und den Westbalkan verbindet

Stadtpanoroama von Belgrad mit dem Fluss Sava im Vordergrund.

Serbische Hauptstadt Belgrad: Politisch sind alle sechs Staaten des Westbalkans auf dem Weg in die EU.

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1. Die Volkswirtschaften der Europäischen Union und des Westbalkans sind eng miteinander verknüpft. Die EU steht für den Großteil der Ein- und Ausfuhren des Westbalkans: Die Länder des westlichen Balkans importieren fast 70 Prozent der Güter aus der EU. Gleichzeitig exportieren sie mehr als 80 Prozent in die EU. Die EU ist damit der wichtigste Handelspartner der Region. 

2. Politisch sind die sechs Staaten des Westbalkans auf dem Weg in die Europäische Union. Mit Montenegro und Serbien führt die EU seit 2012 beziehungsweise 2014 Beitrittsverhandlungen. Albanien und Nordmazedonien wurde der Kandidatenstatus verliehen. Bosnien und Herzegowina sowie der Kosovo sind potenzielle Beitrittskandidaten.

Nicht zu verwechseln ist der EU-Westbalkangipfel mit der Konferenz zum Westlichen Balkan. Dieses Konferenzformat, das auch als „Berliner Prozesse“ bekannt ist, wurde 2014 ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, Frieden, Sicherheit und Stabilität in den Westbalkanstaaten zu fördern und die Entwicklung der Regionen zu unterstützen. Aus Sicht der Bundesregierung ist und bleibt sowohl die Annäherung der Menschen der Region untereinander als auch an die Europäische Union zentral. 

3. Die EU hilft dem Westbalkan in Krisenzeiten. Die EU hat beispielsweise 2020 ein Hilfspaket im Umfang von 3,3 Milliarden Euro für den westlichen Balkan zur Bewältigung der Corona-Pandemie und deren Folgen aufgelegt. Auch lieferten die EU-Mitgliedstaaten bis Oktober 2021 vier Millionen Impfdosen bilateral sowie knapp zwei Millionen über Covax an die sechs Länder.

4. Es gibt einen guten Jugendaustausch. Dank des Programms Erasmus+ der EU konnten zwischen 2015 und 2021 fast 30.000 junge Menschen aus dem Westbalkan in der EU studieren und arbeiten. Umgekehrt waren es mehr als 18.000.

5. Visumfreies Reisen verbindet. Für kürzere touristische Aufenthalte benötigen EU-Bürgerinnen und Bürger in den sechs Staaten des Westbalkans kein Visum. Umgekehrt gilt dies auch. Lediglich mit Kosovo laufen derzeit noch Verhandlungen über die Visaliberalisierung.

6. Die EU unterstützt Reformen der Westbalkanstaaten auch finanziell. Der Wirtschafts- und Investitionsplan sieht ein umfangreiches Investitionspaket in Höhe von neun Milliarden Euro vor. Gefördert werden sollen unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit, ein inklusives Wachstum sowie die ökologische und die digitale Wende. Der Plan trägt durch Garantien auch dazu bei, öffentliche und private Investitionen anzuziehen. Auf diese Weise könnten bis zu 20 Milliarden Euro zusätzlich mobilisiert werden.

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