Spanien hat den Rettungsschirm verlassen

Euro-Stabilisierung

Spanien hat Rettungsschirm verlassen

Im Januar 2014 hat Spanien den Europäischen Rettungsschirm verlassen. Das Land hat wichtige Schritte unternommen, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen.

Eine Ein-Euro-Münze mit dem Bild von Juan Carlos vor der spanischen Flagge.

Euro-Münze: Spanien

Foto: picture alliance / Stephan Persch

Spanien hat die Auflagen des Programms für den Finanzsektor erfolgreich umgesetzt. Im Ergebnis hat sich die Lage im spanischen Finanzsektor deutlich entspannt. Es ist nun wichtig, dass Spanien insgesamt an seinem Reformkurs festhält, um diese positive Entwicklung fortzuführen.

Fortschritte in der Eurozone

Dass sowohl Irland als auch Spanien planmäßig aus ihren Programmen aussteigen konnten, zeigt, welche Fortschritte die Eurozone in den vergangenen Jahren gemacht hat. Ehrgeizige Strukturreformen und wachstumsfreundliche Konsolidierung sind der Schlüssel zur Bewältigung der Krise.  

Spanien hat auch Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung gemacht. Das Staatsdefizit ist 2014 bereits auf 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gesunken. 2012 waren es noch 10,6 Prozent. Die Staatsschuldenquote des Landes ist inzwischen auf knapp 97 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gefallen.

Die jüngsten guten Wirtschaftszahlen gehen auf eine wieder wachsende Wirtschaft und positive Entwicklungen an den Finanzmärkten zurück. Für 2015 wird ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent erwartet. Die Zahlen unterstreichen das zunehmende Vertrauen des Marktes. Die Arbeitslosigkeit ist mit rund 22 Prozent aber noch sehr hoch.

Spanien muss Reformen fortsetzen

Die Euro-Finanzminister erwarten, dass die spanische Regierung den Reformweg konsequent weitergeht. Denn es sind weiterhin wirtschaftliche und finanzielle Herausforderungen zu bewältigen. Das Land hat noch erhebliche Anstrengungen vor sich, um die hohe Arbeitslosigkeit sowie die Verschuldungssituation in den Griff zu bekommen. 

Das Hilfsprogramm für Spanien
Die spanische Regierung hatte im Juni 2012 die Finanzhilfe aus dem Euro-Rettungsschirm beantragt, um bestimmte spanische Banken rekapitalisieren zu können. Die Euro-Finanzminister hatten das Hilfsprogramm am 20. Juli 2012 beschlossen. Die konkreten Hilfsmaßnahmen und die Auflagen für Spanien waren klar geregelt. Das Darlehen aus dem Euro-Rettungsschirm betrug maximal 100 Milliarden Euro. Insgesamt sollte das Programm 18 Monate laufen. Spanien erhielt in zwei Tranchen insgesamt rund 41,4 Milliarden Euro.

Stand: August 2015

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