Kooperation mit dänischen Museen vereinbart

Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung Kooperation mit dänischen Museen vereinbart

Im Rahmen ihres Staatsbesuchs in Deutschland hat die dänische Königin Margrethe II. das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin besucht. Anlass war die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen der deutschen Einrichtung und den Museen Varde in Dänemark.

Unterzeichnung des Kooperationsvertrags

Klaus Kjeld Jensen (Museen Varde) und Gundula Bavendamm (Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung) unterzeichnen den Kooperationsvertrag.

Foto: BPA / Gero Breloer

Bereits vor einem Jahr war der Besuch der dänischen Königin geplant gewesen, musste jedoch coronabedingt verschoben werden. Nun besuchte Margrethe II. das Dokumentationszentrum gemeinsam mit dem dänischen Kronprinzen Frederik. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die dänische Kulturministerin Ane Halsboe-Jørgensen begleiteten sie dabei. 

Im Anschluss an die Besichtigung und ein Zeitzeugengespräch schlossen die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (SFVV) und die Museen Varde in Anwesenheit der dänischen Königin und des Bundespräsidenten einen Kooperationsvertrag. Darin vereinbarten sie, in Zukunft bei der Sicherung von Zeitzeugenberichten enger zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus wollen die beiden Einrichtungen sich wechselseitig bei der Bereitstellung von Leihgaben und der Suche nach Exponaten unterstützen.

In der Kommune Varde soll im Sommer 2022 das neue Museum  „FLUGT“ zum Thema Flucht eröffnet werden. Ein inhaltlicher Schwerpunkt wird auf der Geschichte der rund 240.000 Deutschen liegen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Dänemark flüchteten. Das Museum entsteht derzeit auf dem ehemaligen Gelände des größten dänischen Flüchtlingslagers Oksbøl. Dort waren zwischen 1945 und 1949 rund 36.000 deutsche Flüchtlinge untergebracht.

Gemeinsam Erinnern für Europas Zukunft

Kulturstaatsministerin Grütters betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung eines gemeinsamen, multiperspektivischen Erinnerns für die Zukunft Europas. „Denn eine solche gemeinsame Erinnerungskultur trägt zu Verstehen und Verständigung, zur europäischen Einheit in Vielfalt bei“, so Grütters. Von der künftig engeren Zusammenarbeit zwischen der SFVV und den Museen Varde würden daher nicht nur die beiden Einrichtungen profitieren, sondern auch die Erinnerungskultur, erklärte die Staatsministerin.

Erst im Juni 2021 war das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin nach zehnjähriger Bauzeit eröffnet worden. Es ist ein in Deutschland einzigartiger Lern- und Erinnerungsort, der sich Zwangsmigrationen vom 20. Jahrhundert bis heute in globaler Perspektive widmet. Neben einer Dauerausstellung erwartet die Besucherinnen und Besucher unter anderem eine Bibliothek mit Zeitzeugenarchiv, Bildungsangebote, Veranstaltungen und ein Raum der Stille. 

Aufgabe der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist es, die Erinnerung und das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert im Geiste der Versöhnung wachzuhalten. Die Stiftung wird vollständig vom Bund finanziert und untersteht der Rechtsaufsicht der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Träger ist die Stiftung Deutsches Historisches Museum. 

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