Eine eindrucksvolle Bilanz

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10 Jahre Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ Eine eindrucksvolle Bilanz

Vertrauliche Beratung und Unterstützung: Das bietet das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ Betroffenen seit mittlerweile zehn Jahren. „Es ist einfach großartig, eine solche Institution zu haben“, sagte Bundesfrauenministerin Paus. Zum Jubiläum gibt es eine Neuerung – über Grenzen hinweg.

3 Min. Lesedauer

Bundesfrauenministerin Paus zum zehnjährigen Bestehen des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“.

Es sei „einfach großartig, eine solche Institution zu haben“, betonte Bundesfrauenministerin Paus (M.) zum zehnjährigen Bestehen des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“.

Foto: Kira Hofmann/photothek.de

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter, sie begegnet uns überall. Seit nunmehr zehn Jahren haben Frauen in Deutschland, die von Gewalt betroffen sind, eine einfach zu erreichende, kostenlose Anlaufstelle, die Unterstützung rund um die Uhr garantiert: das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Bundesfrauenministerin Lisa Paus: „Wir alle wissen, wenn eine Frau Gewalt erfährt, dann ist es ganz wichtig, dass sie schnelle und verlässliche Unterstützung bekommt.“ Deswegen sei das Hilfetelefon so wichtig. Es sei in zehn Jahren zu „der Erstanlaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen in Deutschland geworden“.

Die Leiterin des Frauenhilfetelefons, Petra Söchting, ergänzt: „Unsere Botschaft lautet: Es ist gut, dass Sie den Mut haben, Ihr Schweigen zu brechen. Sie haben ein Recht auf Unterstützung. Das ist unser Wegweiser sowohl der letzten zehn Jahre als auch für die Zukunft.“

Mit dem Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" wurde 2013 ein deutschlandweit und rund um die Uhr erreichbares Hilfeangebot für Frauen geschaffen, die von Gewalt betroffen sind. Unter der kostenfreien Rufnummer 116 016 und per Online-Beratung bieten rund 100 qualifizierte Mitarbeiterinnen kompetente Erstberatung an und weisen die Betroffenen zur weiteren Betreuung auf Unterstützungseinrichtungen vor Ort hin. Mit Hilfe von Dolmetscherinnen kann die Telefon-Beratung auch in 18 Fremdsprachen stattfinden. Das Bundesfrauenministerium fördert das Frauenhilfetelefon .

Eindrucksvolle Bilanz des Hilfetelefons

Seit dem Start des Hilfetelefons im März 2013 wurden insgesamt fast 390.000 Beratungen durchgeführt, davon über 16.300 in einer Fremdsprache. Paus sprach von einer „eindrucksvollen Bilanz“. Auch wenn der Anlass – nämlich die Gewalt gegen Frauen – natürlich nicht erfreulich sei, sei es „einfach großartig, eine solche Institution zu haben“.

Hilfetelefon hat Lücke im Beratungssystem geschlossen

Paus erinnerte auch an den Ursprung zur Gründung des Hilfetelefons: Betroffene hätten die bestehenden Hilfsangebote oftmals nicht in Anspruch genommen, weil die Hürden zu hoch gewesen seien – beispielsweise Sprachbarrieren oder auch einfach die Unkenntnis der Angebote. „Mit dem Hilfetelefon wollten wir ein immer zugängliches Angebot erreichen, mit dem Betroffene schnell, kompetent und niedrigschwellig Beratung und Unterstützung bekommen.“ Das sei erreicht worden.

Die Leiterin des Frauenhilfetelefons, Söchting, unterstrich, dass das Hilfetelefon eine Lücke geschlossen habe. „Wir sind da, wenn alle anderen nicht unbedingt erreichbar sind.“ Rund 40 Prozent aller Anfragen erreichten das Hilfetelefon zu solchen Zeitpunkten: abends, nachts, an Feiertagen. 

Neue Nummer europaweit erreichbar

Zum Jubiläum wird die bisherige Rufnummer verkürzt und vereinfacht und damit – so die Hoffnung von Paus – „noch leichter zu merken“. Ab sofort ist das Hilfetelefon bundesweit und in 15 weiteren EU-Mitgliedsstaaten unter 116 016 erreichbar. Die bisherige Nummer 08000 116 016 bleibt aber mindestens ein Jahr weiter parallel gültig. Paus sagte, sie sei froh, dass die vereinfachte Rufnummer künftig auch in anderen europäischen Ländern als nationale Notrufnummer für Frauen gelte. Die Einführung der einheitlichen Kurz-Telefonnummer in der EU geht auf eine Initiative der deutschen EU-Ratspräsidentschaft aus dem Jahr 2020 zurück.

Das Beratungsangebot können selbstverständlich auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Frauen nutzen. Das können zum Beispiel Freundinnen, Freunde und Verwandte sein, die Gewaltbetroffene unterstützen wollen.

Weitere Unterstützung im Kampf gegen Gewalt an Frauen

Gewalt gegen Frauen sei ein gesamtgesellschaftliches und leider auch ein alltägliches Problem sowie ein Ergebnis der ungleichen Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen, so Paus. Die Bundesregierung hat sich zum Schutz der Frauen vor Gewalt noch verschiedene Dinge vorgenommen:   

  • So bleibe der Ausbau von Frauenhäusern ein wichtiges Thema. Mit dem Bundesförderprogramm „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen “ werde der bedarfsgerechte Ausbau des Hilfesystems weiter vorangetrieben.
  • Zudem haben man sich „das Ziel gesetzt, dass jede von Gewalt betroffene Frau und ihre Kinder die Hilfe erhält, die sie braucht“, so Paus. Ein neues Bundesgesetz solle dafür einen einheitlichen Rahmen bieten.
  • Man arbeite auch an einer Nationalen Strategie gegen Gewalt an Frauen. Prävention von Gewalt werde ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie sein. Denn der Fokus kann nicht nur auf den Frauen liegen: Wir müssen uns als Gesellschaft auch fragen, warum Männer Gewalt ausüben und wie sie davon abgehalten werden können.