Gedenken an Flucht und Vertreibung

Flucht als weltweite Herausforderung

Die Bundesregierung hat an die Opfer von Flucht und Vertreibung weltweit sowie an die deutschen Vertriebenen erinnert: Zu einer Gedenkstunde kamen auf Einladung von Bundesinnenminister Seehofer auch Bundesratspräsident Günther, Bundesfamilienministerin Giffey sowie Kulturstaatsministerin Grütters in den Berliner Schlüterhof.

Die Bundesregierung hat in Berlin der Opfer von Flucht und Vertreibung gedacht.

Bundesinnenminister Seehofer gedenkt in Berlin der Opfer von Flucht und Vertreibung.

Foto: Henning Schacht

"Es ist Aufgabe des Staates, einen würdigen Rahmen für so einen Gedenktag zu schaffen", betonte Bundesinnenminister Horst Seehofer. Zugleich würdigte er die Lebensleistung der deutschen Heimatvertriebenen, insbesondere beim Aufbau der Bundesrepublik nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Weltweit mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht 

Aus dem aktuellen Weltflüchtlingsbericht des UNHCR geht hervor, dass im Jahr 2018 rund 70,8 Millionen Männer, Frauen und Kinder fern ihrer Heimat Schutz gesucht haben. Daran erinnerte Dominik Bartsch, Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen, in seiner Rede.

"Während ich hier rede, werden weiter Menschen verfolgt", stellte Bartsch eindringlich klar. Und er ließ keinen Zweifel daran, dass "wir nicht nur völkerrechtlich, sondern auch moralisch die Pflicht haben zu helfen". 

Demokratie braucht Erinnerung

Aleida Assmann, die Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2018, betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung der Erinnerungskultur. Die europäische Dimension helfe inzwischen dabei, dass Erinnerung und Gedenken an Flucht und Vertreibung nun grenzübergreifend stattfinden kann. 

Der 20. Juni ist seit 2015 der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Mit diesem Datum knüpft die Bundesregierung an den Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen an und erweitert das Flüchtlingsgedenken um das Schicksal der Vertriebenen.