Eine Stiftung für die Orte der Demokratiegeschichte

Bundeskabinett beschließt Rahmenkonzept Eine Stiftung für die Orte der Demokratiegeschichte

Für die demokratische Entwicklung waren zahlreiche Orte in ganz Deutschland bedeutsam. Um ihre historische Rolle deutlich zu machen, werden viele von ihnen vom Bund gefördert. Künftig soll eine Bundesstiftung mit Sitz in Frankfurt am Main dieses Engagement koordinieren. Das Konzept für die Arbeit der Stiftung wurde heute von der Bundesregierung beschlossen.

Die Paulskirche in Frankfurt am Main

Die Paulskirche in Frankfurt am Main

Foto: picture alliance / Foto Huebner

Es sind nicht nur so bekannte Orte wie die Frankfurter Paulskirche oder die Nikolaikirche in Leipzig, an denen deutsche Demokratiegeschichte geschrieben wurde.

Auch an vielen anderen Orten jenseits der Regierungssitze oder großen Städte fand Entscheidendes für die Entwicklung der Demokratie in Deutschland statt: im Hambacher Schloss, im Deutschen Nationaltheater Weimar oder in der Aula der Pädagogischen Akademie – dem späteren Bundeshaus – in Bonn.

Orte in ganz Deutschland

Welche Bedeutung ihnen im Kontext der Entwicklung unserer Demokratie zukommt, ist vielen Menschen allerdings gar nicht bewusst. Dabei bieten sie die Möglichkeit, ganz verschiedene Aspekte in der Entwicklung der deutschen Demokratiegeschichte am authentischen Ort zu thematisieren. Dadurch sind sie besonders geeignet, ein Bewusstsein für den Wert der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu vermitteln.

„An den authentischen Orten lässt sich veranschaulichen, was es zu verteidigen gilt, und warum wir über die Höhepunkte unserer Demokratiegeschichte ehrliche Freude empfinden dürfen“, erklärt Monika Grütters. „Das heute vorgelegte Rahmenkonzept rückt das lange Ringen um Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte ins Zentrum der Aufmerksamkeit.“

Bundesstiftung koordiniert Engagement

Das Konzept zur Weiterentwicklung der Orte deutscher Demokratiegeschichte sieht vor, bundesweit eine breitere öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und das Engagement des Bundes in diesem Bereich sichtbarer zu machen. Ein Engagement, das die Bundesstiftung bündeln und koordinieren soll.

Im Fokus stehen Projekte auch kleinerer Orte in Deutschland, die demokratiegeschichtlich bedeutsam sind. Durch Veranstaltungen, Kooperationen und den Aufbau von Netzwerken sollen Impulse für eine aktive Beteiligung am demokratischen Miteinander gegeben werden. Sitz der Stiftung soll Frankfurt am Main sein. Regelmäßige Veranstaltungen sind auch in Weimar und Bonn vorgesehen.

Der Gesetzentwurf zur Errichtung einer „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ war bereits am 10. März 2021 vom Bundeskabinett beschlossen worden. Das Konzept soll begleitend zur ersten Lesung des Gesetzentwurfes im Deutschen Bundestag vorgelegt werden.

Gesetzentwurf zur Errichtung einer „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ hier PDF, 271 KB, barrierefrei

Rahmenkonzept zur Weiterentwicklung der Orte deutscher Demokratiegeschichte hier PDF, 677 KB, nicht barrierefrei