Roth unterstreicht Bedeutung der Erinnerungskultur

Besuch der Gedenkstätte Buchenwald Roth unterstreicht Bedeutung der Erinnerungskultur

Bei ihrem ersten offiziellen Termin hat Kulturstaatsministerin Roth die Gedenkstätte Buchenwald in Thüringen besucht. Sie betonte dabei die Bedeutung der Erinnerungskultur für die Demokratie gerade mit Blick auf die Zukunft. 

Kulturstaatsministerin Claudia Roth bei der Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Buchenwald

Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Buchenwald

Foto: TSK / Jacob Schröter

Erinnerungskultur sei ihr ein Herzensanliegen, sagte Kulturstaatsministerin Claudia Roth anlässlich des Termins. Es gehe ihr dabei um ein Erinnern, das in die Zukunft gerichtet sei und zur Stärkung der Demokratie beitrage. 

„Mit dem Wissen und dem Bewusstsein über unsere Vergangenheit stehen wir aktiv ein gegen Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit“, so die Staatsministerin. Gerade in einer Zeit, in der Anti-Demokraten mit Fackelmärschen Hass und Hetze verbreiteten, sei es wichtig, die Stimme zu erheben, erklärte Roth.

Kranzniederlegung in Gedenken an die Opfer

Bei ihrem Besuch wurde Claudia Roth vom Chef der Thüringer Staatskanzlei und Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff begleitet. Nach einem Rundgang durch die Gedenkstätte legte die Staatsministerin am Denkmal für die Opfer des Konzentrationslagers auf dem ehemaligen Appellplatz einen Kranz nieder. 

Bekenntnis zur Erinnerungskultur und zum Schutz von Gedenkstätten

Die Ampelkoalition hat die Bedeutung der Erinnerungskultur für die Demokratie im Koalitionsvertrag bekräftigt. Darin heißt es: „Wir begreifen Erinnerungskultur als Einsatz für die Demokratie und Weg in eine gemeinsame Zukunft.“ Die Koalition bekennt sich ausdrücklich zum Schutz der Gedenkstätten und kündigt eine Aktualisierung der Gedenkstättenkonzeption an. 

Eines der zentralen Anliegen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ist das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen. In diesem Rahmen fördert sie die Arbeit national bedeutsamer Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer der NS-Terrorherrschaft. Dazu zählt auch die Gedenkstätte Buchenwald. Sie wird gemeinsam vom Bund und dem Land Thüringen finanziert, Träger ist die 2003 gegründete Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. 

Erinnerung wachhalten

Das KZ Buchenwald war 1937 durch das NS-Regime in der Nähe von Weimar errichtet worden, um politische Gegner zu bekämpfen. Nach Kriegsbeginn wurden fast 280.000 Menschen aus ganz Europa und anderen Teilen der Welt dorthin verschleppt und in den 139 Außenlagern inhaftiert. Mehr als 56.000 von ihnen starben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. Bei Kriegsende war Buchenwald das größte KZ im Deutschen Reich.

Nach der Auflösung des Konzentrationslagers errichtete die sowjetische Besatzungsmacht 1945 auf dem Gelände das Speziallager Nr. 2 Buchenwald. Fast ein Viertel der etwa 28.500 Menschen, die dort interniert waren, überlebte das Lager nicht. 1950, kurz nach der Gründung der DDR, wurde es aufgelöst. Heute informiert eine Gedenkstätte über die NS-Verbrechen und das spätere Internierungslager.