Handlungsfelder

Auszeichnung

Einsatz für den Frieden

Afghanistan, Kosovo, Südsudan: In vielen Ländern setzen sich Deutsche für die Friedenssicherung ein. Etwa 6.500 deutsche Soldaten, Polizisten und Zivilisten waren 2013 als "Peacekeeper" im Einsatz. Am ersten "Tag des Peacekeepers" wurden neun von ihnen stellvertretend für alle geehrt.

Ausbilderin der Polizei bildet Frauen und Männer zu Polizisten aus

Ausbildungsarbeit der deutschen Polizei in Afghanistan

Foto: BMI

Der Außen-, der Verteidigungs- und der Innenminister haben am 12. Juni 2013 in Berlin erstmals deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Friedensmissionen für ihren Einsatz in Kriegs- und Konfliktgebieten geehrt.

Die Auszeichnung ist angelehnt an den International Day of UN-Peacekeepers, an dem seit 2003 Einsatzkräfte UN-geführter Friedensmissionen geehrt werden.

Mit ihrem gemeinsamen Auftreten betonten die Minister, dass Friedensmissionen nur Erfolg haben können, wenn sie von einem vernetzten Ansatz getragen sind. "Das Militärische kann immer nur einen Beitrag leisten", so der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Manchmal könne aber auch das Zivile nur mit Hilfe des Militärischen erfolgreich sein.

Steigende Zahl von Einsätzen

Der erste deutsche Einsatz unter einem Mandat der Vereinten Nationen erfolgte 1989/1990 während des Unabhängigkeitsprozesses in Namibia.

Besonders in den vergangenen elf Jahren ist die Zahl deutscher Teilnehmer an internationalen Friedensmissionen deutlich gestiegen. Deutschland übernimmt gemeinsam mit den Bündnispartnern Verantwortung für Sicherheit und Frieden weltweit und steht für eine gemeinsame und umfassende Friedenssicherung ein.

Heute sind deutsche Fachkräfte in mehr als 50 internationalen Missionen tätig. Ihre Aufgaben sind dabei so vielfältig wie die Einsatzgebiete selbst. Sie beraten die Regierung von Südsudan bei der Polizeireform, bilden afghanische Truppen aus oder sind als Experten für Menschenrechtsfragen im Kosovo.

Allein 2012 beteiligte sich Deutschland mit rund 6.000 Soldatinnen und Soldaten, rund 450 Polizistinnen und Polizisten sowie knapp 200 zivilen Experten an Friedensmissionen. Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag zu Krisenprävention und -management.

Zusammenarbeit bei Vorbereitung und Einsatz

"Jede Krise ist anders. Jede Krise erfordert eigene, maßgeschneiderte Lösungsansätze", so der damalige Außenminister Guido Westerwelle. Nur ein vernetzter Ansatz könne erfolgreich sein.

Seit Beginn der 1990er Jahre arbeiten militärische, polizeiliche sowie zivile Fachkräfte in internationalen Friedenseinsätzen zusammen. Sie alle tragen ihren Teil zum erfolgreichen Verlauf bei. Die Auszeichnung wird dieser Realität gerecht: Sie wurde ressortübergreifend zusammen mit dem Zentrum für Internationale Friedenseinsätze ins Leben gerufen.

Ausgezeichnet wurden drei Soldaten, drei Polizisten und drei Zivilisten, die an Friedensmissionen der Vereinten Nationen, der Nato und der OSZE teilgenommen haben. Sie waren in Afghanistan, Kosovo, Südsudan und teilweise in weiteren Orten eingesetzt.

"Wir sind heute hier, um Danke zu sagen"

Der Dank der damaligen Minister ging nicht nur an die Peacekeeper selbst. Er richtete sich auch an die Angehörigen und Freunde derer, die für längere Zeit in einen häufig gefährlichen Einsatz gehen.

Eindrücklich schilderte Martin Kobler das Engagement der "Hüter des Friedens". Der deutsche Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für den Irak wurde am 11. Juni 2013 zum Leiter der größten Friedensmission der Vereinten Nationen ernannt: der Mission MONUSCO in der Demokratischen Republik Kongo.

Nicht entmutigen lassen

"Peacekeeping ist kein Job, es ist eine Mission", so Kobler. Man dürfe sich auch durch Rückschläge nicht entmutigen lassen. Peacekeeper seien dabei, wenn es um Waffenstillstände, um Grenzöffnung, um Wahlen gehe. Sie leisteten ihren Beitrag zur Wiederherstellung von "Normalität" in vom Konflikt gezeichneten Ländern.

Trotz aller Krisen: Insgesamt sei die Zahl der bewaffneten Konflikte weltweit gesunken. Auch die Zahl der Staatsstreiche habe im Lauf der Jahrzehnte abgenommen. Wichtig sei: Es dürfe "kein Wegschauen mehr geben", wenn Zivilisten schutzlos ihren Regierungen oder Milizen ausgeliefert seien, sagte Kobler.

Auf die wichtige Rolle der Polizei beim Aufbau von zivilen Strukturen wies der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich hin. Die Bevölkerung müsse Vertrauen in ihre Polizei haben. Diese müsse lernen, wie hoheitliche Aufgaben - etwa Personenkontrollen oder Hausdurchsuchungen - nach rechtsstaatlichen Maßstäben abliefen. Die Ausbildungsarbeit der deutschen Polizei in Afghanistan setze da Maßstäbe.

Rund 500 Gäste waren zur Feierstunde im Auswärtigen Amt gekommen und würdigten die Geehrten. Unter ihnen waren zahlreiche ehemalige und aktive Teilnehmer an Friedenseinsätzen der UN, EU, Nato und OSZE. Neben Martin Kobler, der die Leitungsaufgabe der UN-Friedensmission in Ostkongo übernommen hatte, nahm auch Stefan Feller, leitender Polizeiberater im UN-Department of Peacekeeping Operations, an der Veranstaltung teil. Unterstützt wurde der "Tag des Peacekeepers" vom Zentrum für Internationale Friedenseinsätze.

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