Afrikapolitik der Bundesregierung

So arbeitet Deutschland mit Afrika zusammen

Die Bundesregierung engagiert sich auf vielfältige Weise in Afrika. Das Ziel: eine enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe für eine gute politische und ökonomische Entwicklung. Denn viele der weltweiten Herausforderungen kann Europa nur gemeinsam mit dem Nachbarkontinent lösen.

Baumwollpflückerinnen bei der Arbeit

Baumwollernte in Afrika: Der Kontinent hat großes Potenzial.

Foto: Aid by Trade Foundation

Afrikas Potenzial ist groß: Etwa die Hälfte der 20 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften liegen dort. Schon 2035 wird Afrika das größte Arbeitskräftepotenzial weltweit haben.

Was sind die "Compacts with Africa"?

Im vergangenen Jahr wurden die "Compacts with Africa" ins Leben gerufen - unter deutscher G20-Präsidentschaft. Die Initiative soll die Bedingungen für Privatinvestitionen verbessern, um Infrastrukturprojekte in Gang zu bringen und Arbeitsplätze zu schaffen. Elf Länder haben sich ihr bereits angeschlossen, auch Senegal und Ghana, die Kanzlerin Merkel aktuell besucht.

Zentrale Akteure sind die afrikanischen Länder selbst mit der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank. Sie werden die individuellen Reformprogramme gemeinsam mit möglichen zusätzlichen Beiträgen von G20-Partnern verhandeln und umsetzen.

Was bewirken die Reformpartnerschaften?

Die "Compacts with Africa" sind eine politische Selbstverpflichtung. Eine finanzielle Unterstützung ist damit nicht verbunden. Deshalb hat die Bundesregierung zusätzlich sogenannte Reformpartnerschaften vereinbart. Diese bestehen bisher mit Tunesien, der Elfenbeinküste und Ghana. 300 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr investiert.

Ziele der drei Reformpartnerschaften sind der Ausbau erneuerbarer Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Entwicklung des Finanz- und Bankensektors. Damit sollen die Bedingungen für nationale und internationale Investoren verbessert und der Zugang zu Krediten für kleinere und mittlere Unternehmen erleichtert werden. Zugleich werden mehr Jobs und neue Ausbildungsplätze für junge Menschen in Zukunftstechnologien geschaffen.

Wie werden Investitionsbedingungen verbessert?

Ein weiterer Teil der Afrika-Strategie der Bundesregierung ist die Verbesserung der Investitionsbedingungen durch die "Hermes-Risikoabdeckungen". Seit Juni 2018 ist in Ghana die Selbstbeteiligung bei Hermes-Bürgschaften für Investitionen im öffentlichen Bereich von zehn auf fünf Prozent abgesenkt worden. Für die deutsche Wirtschaft eröffnen sich dadurch neue Absatz- und Investitionschancen.

Wie arbeitet Deutschland mit Nigeria zusammen?

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Nigeria konzentriert sich auf die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Unter anderem unterstützt Deutschland die Reform des nigerianischen Finanzsektors und fördert den Ausbau von Finanzdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Zusätzlich engagiert sich Deutschland im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz sowie im Gesundheitssektor, beispielsweise bei der Polio-Bekämpfung.

Was ist "Erfolgreich im Senegal"?

Zahlreiche Länder Afrikas werden von Deutschland zum Beispiel in den Bereichen Regierungsführung, Landwirtschaft und Gesundheit sowie bei der Schul- und Ausbildung unterstützt. Das Projekt "Erfolgreich im Senegal" fördert Zukunfts- und Bleibeperspektiven für Jugendliche, junge Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren und rückkehrende Migrantinnen und Migranten.

Wie fördert Deutschland Frieden, Stabilität und Sicherheit?

"Es geht in der Partnerschaft mit Afrika um die wirtschaftliche Entwicklung, aber auch darum, Frieden, Stabilität und Sicherheit zu fördern. Nur dort, wo Sicherheit gewährleistet ist, kann überhaupt Entwicklung stattfinden", sagte Kanzlerin Merkel bei der Afrika-Konferenz 2017 in Berlin. Angesichts zunehmender Konflikte und der Ausbreitung terroristischer Netzwerke sollen Konfliktfrühwarnung, Mediation, Peacekeeping ebenso wie unterstützende Maßnahmen im Kampf gegen Terrorismus die Sicherheit und Stabilität auf dem afrikanischen Kontinent stärken. In diesem Zusammenhang unterstützt die Bundesregierung unter anderem die Sahel-G5-Staaten bei Infrastrukturmaßnahmen.

Was bewirken Migrationspartnerschaften?

Deutschland hat im Rahmen der Europäischen Union mit einzelnen Ländern Afrikas Migrationspartnerschaften gegründet, um die Ausbildung, Beschäftigung und wirtschaftliche Entwicklung insbesondere junger Menschen zu fördern und so Fluchtursachen zu bekämpfen.

Ziel der deutschen Afrikapolitik ist es, durch vielfältige entwicklungs- und sicherheitspolitische Maßnahmen das wirtschaftliche Wachstum in Afrika zu fördern, die Sicherheit vor Ort zu stärken und die Kooperationen zu intensivieren. Das soll den Menschen in Afrika langfristige Perspektiven geben.

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