Kinder- und Jugendrechte

Kinder sind unsere Zukunft

Junge Menschen bilden die Hälfte der Weltbevölkerung. Sie sind die Zukunft eines jeden Landes. Das wird in Entwicklungsländern besonders deutlich. Dort ist der Anteil der jungen Menschen enorm groß. Mit bis zu 70 Prozent stellen sie mit Abstand die absolute Mehrheit der gesamten Bevölkerung.

Somalia: Kind in einem Flüchtlingslager

Kinder schützen

Foto: UNICEF/ Kate Holt

Kinder und Jugendliche sind die Hoffnungsträger in armen Staaten. In wenigen Jahren werden sie als Erwachsene maßgeblich für politische Entscheidungen und die gesellschaftlichen Entwicklungen in ihren Ländern verantwortlich sein. Von ihnen wird es abhängen, ob der dringend nötige soziale und politische Wandel in ihren Gesellschaften gelingt. Sie können jedoch nur ihr Potenzial einbringen und entwicklungspolitische Prozesse mitgestalten, wenn ihre Rechte geschützt und gefördert werden.

Doch Millionen Kindern und Jugendlichen werden ihre Rechte verweigert. Extreme Armut, bewaffnete Konflikte, ein hohes Gewaltniveau, schlechte Ernährung, Krankheiten wie Aids, Malaria oder schlechte Regierungsführung tragen maßgeblich dazu bei. Sie verhindern ihre gesellschaftliche Beteiligung und mindern ihre Lebens- und Entwicklungschancen. Die weltweite Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten ist deshalb eine zentrale Aufgabe sowohl der internationalen als auch der deutschen Entwicklungspolitik.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) achtet in seinem entwicklungspolitischen Handeln auch auf die Einbeziehung von Rechten junger Menschen. Sie sind nicht nur eine bedeutende Zielgruppe, wenn es um die Entwicklung der Partnerländer geht. Die Durchsetzung der Kinder- und Jugendrechte trägt auch dazu bei, die Entwicklungschancen der jungen Generation zu verbessern und die Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen.

Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen

Durch die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes (Resolution 44/25 der Generalversammlung vom 20. November 1989) wurden die Kinderrechte ausdrücklich in den Rang von Menschenrechten gehoben und völkerrechtlich verbindlich formuliert.

Die Kinderrechtskonvention gilt für alle Kinder und Jugendlichen, die jünger als 18 Jahre sind. Sie umfasst 54 Artikel, die weltweit gültige Maßstäbe für eine kindgerechte Gesellschaft sowie die Aufgaben von Staat und Gesellschaft zur Durchsetzung dieser Rechte beschreiben. Dabei stehen Schutz, Förderung und Beteiligung von Kindern in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen im Vordergrund. Neben der VN-Kinderrechtskonvention sind die Kinderrechte auch in anderen internationalen Menschenrechtsvereinbarungen verankert. So hat beispielsweise die Internationale Arbeitsorganisation ILO zwei Abkommen zur Abschaffung von Kinderarbeit verabschiedet.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) fasst die zehn elementaren Rechte der Kinder wie folgt zusammen:

• das Recht auf Gleichbehandlung
• das Recht auf Gesundheit
• das Recht auf Bildung
• das Recht auf Spiel und Freizeit
• das Recht auf freie Meinungsäußerung, Information und Gehör
• das Recht auf gewaltfreie Erziehung
• das Recht auf Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung
• das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht
• das Recht auf elterliche Fürsorge
• das Recht auf Betreuung bei Behinderung.

Fast alle Staaten der Welt (193), darunter auch Deutschland, haben die Kinderrechtskonvention ratifiziert. Sie ist damit die UN-Konvention mit der größten internationalen Zustimmung. Mit der Ratifizierung der Konvention haben sich die Länder verpflichtet, die Kinderrechte in nationales Recht zu überführen und konkrete Maßnahmen zur Förderung des Kindeswohls zu ergreifen. Dazu müssen die Staaten ihre nationale Rechtsordnung und Gesetzgebung überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes prüft in regelmäßigen Abständen die Regierungsberichte über die Umsetzung der Konvention, die von den Unterzeichnerstaaten vorgelegt werden müssen. Ferner verabschiedet der UN-Ausschuss für Kinderrechte regelmäßig allgemeine Bemerkungen zur Auslegung und Umsetzung der einzelnen in der Konvention verbrieften Rechte. Auch ein vom Menschenrechtsrat beauftragter Sonderberichterstatter zu Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornografie erstellt Berichte zu diesen Themen.

Kinderrechte und Millenniumserklärung

Auch die Millenniumserklärung greift die Vereinbarungen zum Schutz des Kindes auf. Kinder und Jugendliche werden in der Erklärung und in den meisten der daraus abgeleiteten Millenniumsentwicklungszielen ausdrücklich genannt. Die internationale Gemeinschaft will unter anderem bis zum Jahr 2015 allen Kindern eine Grundschulbildung ermöglichen, die Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungen sowie die Kindersterblichkeit verringern und die HIV-Prävention verbessern.

Vertreter aus 189 Staaten verabschiedeten im September 2000 die sogenannte Millenniumserklärung. Daraus wurden später die sogenannten acht Millenniumsentwicklungsziele abgeleitet (englisch: Millennium Development Goals, MDGs).

Kinder bei den Vereinten Nationen

1990 und 2002 fanden auf Initiative des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen Unicef in New York Weltkindergipfel statt. Neben Staats- und Regierungschefs, Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen nahmen erstmals auch Kinder und Jugendliche aus aller Welt teil. Noch nie zuvor befassten sich so viele Staatschefs gemeinsam mit Jugendlichen mit dem Thema Kinderrechte. Ein Abschlussdokument des Weltkindergipfels von 2002 „Eine kindgerechte Welt“ enthält eine Agenda mit messbaren Zielen und Handlungsschritten.

Weltkindertag – mehr als eine symbolische Geste

Seit 1989 wird der 20. November als Internationaler Tag der Kinderrechte oder Weltkindertag begangen. Ziel ist, Kinderrechten weltweit mehr Geltung zu verschaffen sowie auf Missstände wie Kinderarbeit oder Kinderhandel aufmerksam zu machen.

In Deutschland wird der Weltkindertag am 20. September begangen. Unicef Deutschland, das Deutsche Kinderhilfswerk und viele andere Kinder- und Jugendorganisationen nutzen den Weltkindertag ebenfalls zur Thematisierung. Mit Aktionen, Festen und anderen Veranstaltungen machen sie auf die Situation der Kinder und ihre Rechte aufmerksam sowie ein Appell, Kinder als Persönlichkeiten ernst zu nehmen (Quelle: BMZ, Unicef, bpb)

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