Ländliche Wirtschaft

Ernährung sichern

Ländliche Räume fördern

Die Bundesregierung stärkt das landwirtschaftliche Potenzial in Entwicklungsländern, um deren Ernährung sicherzustellen und um mehr Wertschöpfung in ländliche Gebiete zu bringen. Um dem Hunger die Stirn zu bieten, braucht es auch engagierte Partner.

Obst- und Gemüsemarkt in Faisabad.

Ländliche Wirtschaft fördern

Foto: Bundeswehr / Martin Stollberg

Nach Schätzungen werden bis zum Jahre 2050 rund neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Bereits heute ist die Versorgung der stetig wachsenden Weltbevölkerung unzureichend gesichert.

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser ist in vielen Regionen der Welt an ihre Grenzen gestoßen. Die Folge ist: Mehr als 800 Millionen Menschen müssen weltweit hungern. Kurios: Die meisten Hungernden leben in ländlichen Gebieten, dort wo eigentlich die Lebensmittelproduktion stattfinden kann.

Rund zwei Milliarden Menschen, das sind fast 30 Prozent der Weltbevölkerung, sind von Mangelernährung betroffen. Die drängende Frage, wie die Ernährung der Weltbevölkerung langfristig gesichert werden kann, fordert Politik und Wissenschaft, aber auch die Zivilgesellschaft.

In vielen Entwicklungsländern ist das landwirtschaftliche Potenzial enorm und wird nicht ausreichend genutzt. Hier setzt die Bundesregierung an, indem sie ihre Kräfte in der Entwicklungszusammenarbeit auf den Ausbau und die Unterstützung der Landwirtschaft in Entwicklungsländern konzentriert. Ziel sind Ertragssteigerungen und mehr Wertschöpfung in ländlichen Gebieten. Dazu sollen auch mehr Bildung und Ausbildung vor Ort eingesetzt werden. Um diese Ziele zu erreichen, wirbt das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) auch in der Zivilgesellschaft für Partner und Kooperationen.

Starke Kooperation für eine sichere Ernährung

Landwirtschaftsschule in Afrika - Kleinbauern im Unterricht

Fachausbildung für Kleinbauern

Foto: Philipp Ziser

Dass diese gigantische Herausforderung nur durch eine umfassende Kooperation engagierter Partner bewältigt werden kann, steht außer Frage. Das BMZ hat in den vergangenen Jahren verschiedene Initiativen angestoßen und Programme angeregt, um die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu intensivieren.

Unter der Schirmherrschaft des BMZ will die German Food Partnership (GFP) stabile landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten in Entwicklungs- und Schwellenländern aufbauen und die Agrarproduktion ausweiten. Sie ist ein starkes Bündnis von deutschen Unternehmen und Verbänden, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren.

Die GFP verbindet politische Ziele wie die Ernährungssicherung der Bevölkerung mit nachhaltiger Wirtschaftlichkeit. Sie wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) koordiniert.

Aus dem Entwicklungsetat fließen jährlich rund 700 Millionen Euro in den Gesundheitssektor – mehr als ein Zehntel des BMZ-Gesamtetats. Die von Bundesminister Müller ins Leben gerufene Sonderinitiative "EineWelt ohne Hunger" will zudem vor allem auch an der Schnittstelle zwischen Ernährung und Gesundheit ansetzen. Für den Bereich ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung wird die deutsche Entwicklungszusammenarbeit deshalb mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr investieren.

Mehr Nahrung vor Ort produzieren

Neue gemeinsame Vorhaben zielen zudem darauf ab, mehr Nahrung vor Ort zu produzieren. Wertschöpfungsketten von Grundnahrungsmitteln wie Reis und Kartoffeln sollen ebenfalls verbessert werden. Durch diese Maßnahmen wird die Abhängigkeit der Menschen von internationalen Agrarmärkten reduziert und der Nährwert der Produkte verbessert.

Die Einbindung von Kleinbauern in Wertschöpfungsketten birgt Geschäftspotenziale für die Agrar- und Nahrungsmittelindustrie – und kommt den Menschen am unteren Ende der globalen Einkommenspyramide (Base-of-the-Pyramid, abgekürzt BoP) zu Gute. Die GIZ unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung solcher breitenwirksamer Geschäftsmodelle, von denen Kleinbauern und Unternehmen in gleichem Maße profitieren.

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