Förderung der Landwirtschaft

Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft

Kolumbien: Kaffeeanbau und Forstwirtschaft

Entlang des Rio Magdalena liegen die Hauptanbaugebiete für kolumbianischen Kaffee, dem wichtigsten landwirtschaftlichen Produkt des Landes. Der Kaffee wird überwiegend in kleinen Familienbetrieben mit Plantagen unter fünf Hektar produziert und dient mehr als zwei Millionen Menschen als Haupteinnahmequelle.

Jugendliche pflanzen Bäume in einem Aufforstungsprojekt in Bogota, Kolumbien.

Förderung der Landwirtschaft

Foto: IMAGO

Die Kaffeeanbauzone gilt als Symbol für soziale und wirtschaftliche Stabilität in einem von Drogenhandel und schwelenden Bürgerkrieg geprägten Land.

Doch in einem zunehmenden internationalen Wettbewerb müssen die kolumbianischen Kaffeebauern immer stärker auf Qualität und Besonderheit ihres Kaffees achten. Der Anbau auf schlechteren Böden ist da häufig nicht mehr wettbewerbsfähig. So müssen für die soziale und wirtschaftliche Stabilität dieser ländlichen Gebiete zusätzliche und alternative Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden.

Die Bundesregierung fördert  mit 17,6 Millionen Euro ein Programm zur Forstwirtschaft. Aufforstung trägt zu zusätzlichem Einkommen und nachhaltig zum Schutz der Ressourcen bei. In das Programm sind landwirtschaftliche Berater, Ernährungswissenschaftler und Soziologen eingebunden.

Schaffung alternativer Einkommen

Das Programm "Forstwirtschaft als Produktionsalternative" schafft neue, umweltschonende Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich Forst- und Holzwirtschaft und trägt damit zur Stabilität der Region bei. Gemeinsam mit dem kolumbianischen Kaffeebauernverband Federación Nacional de Cafeteros de Colombia (FNC) und dem Landwirtschaftsministerium wurden bereits 65.000 Hektar Brachland aufgeforstet.

Das Programm erreicht rund 10.000 Familien in acht Gemeinden der Kaffeeanbauzone entlang des Flusses. Die Bauern schätzen in höchstem Maße die Aufforstungen, da Holz als Bau- und Werkstoff immer wertvoller wird und die Waldflächen für viele eine Art "Rentenkasse" für die Altersabsicherung darstellen.

Die Aufforstungsmaßnahmen werden so geplant, dass "Forstwirtschaftszentren" entstehen, die immer mindestens 1.000 Hektar umfassen. In zwei dieser Zentren sind bereits Sägewerke aufgebaut worden, die von den teilnehmenden Waldbesitzern genossenschaftlich betrieben werden. Weitere Werke befinden sich in der Planung. Damit wird ein zusätzlicher Mehrwert in der Region produziert und Beschäftigung in der weiterverarbeitenden Industrie geschaffen.

Forstwirtschaft in Kolumbien - Bananenplantage

Umdenken schafft willkommene Nebeneffekte

Foto: Martin Lux

Der neue Wald schützt den Boden vor Erosion und leistet wichtige Dienste für den Wasserhaushalt. Unterdessen werden noch bestehende Naturwälder bewahrt und mit Hilfe von grünen Korridoren miteinander vernetzt, um Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern.

Die Erhöhung der Artenvielfalt erfolgt auch auf landwirtschaftlichen Flächen durch den Aufbau von Agro-Forst-Systemen. Auf gleicher Fläche wachsen hier einjährige Feldfrüchte neben mehrjährigen Nutzhölzern oder Obstbäumen. Die Bäume spenden Schatten, stabilisieren den Wasserhaushalt und steigern somit die Erträge von Kaffee, Obst und Gemüse.

Gleichzeitig stellen die Kleinbauern auf eine umweltfreundlichere Kaffeeproduktion um, welche unter anderem zur Verbesserung der Wasserqualität beiträgt. Auf diese Weise wird der Zugang zu Zertifizierung und Absatz auf "grünen Märkten" geschaffen. Beteiligte Betriebe und Gemeinden werden bei Planung und Durchführung langfristig durch den FNC beraten.

Alle diese Maßnahmen werden durch Beratung und finanzielle Unterstützung zur Ernährungssicherung begleitet. Landwirtschaftliche Berater, Ernährungswissenschaftler und Soziologen helfen den Familien beim Aufbau organisch bewirtschafteter Hausgärten, deren Pflege und der gesunden Zubereitung von Speisen.

Davon profitieren insbesondere die Jüngsten durch eine gesunde Ernährung, die ihre geistige und körperliche Entwicklung fördert - eine neue Generation, die sich für Aufbau und Friedenssicherung in Kolumbien einsetzen wird. (Quelle: KfW Entwicklungsbank)

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