Humanitäres Minen- und Kampfmittelräumen

Welttag der Minenaufklärung

Stille Gefahr im Boden

Trotz guter Erfolge bei der Minenbekämpfung fordern Landminen und Blindgänger immer noch weltweit jährlich Tausende Opfer. Deutschland engagiert sich seit vielen Jahren in Projekten und unterstützt Aufklärungskampagnen über die heimtückische Gefahr.

16.02.2014., Drnis, Croatia - Members of AKD Mungos (Mongoose) demined an area of 315,000 square meters of mine suspected areas around Drnis. Minenräumer

Suche und Entschärfung von Landminen in Kroatien

Foto: picture alliance / PIXSELL

Wie viele Minen immer noch im Boden schlummern, ist unklar. Die Vereinten Nationen schätzen, dass etwa 110 Millionen Landminen in über 70 Ländern dieser Welt verlegt wurden, bevor die Antipersonenminen 1997 verboten wurden.

Etwa 500.000 Menschen weltweit wurden durch Minen oder Streubomben an Armen und Beinen verstümmelt oder haben ihr Augenlicht verloren. Sie brauchen ihr Leben lang Unterstützung.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat Ende 2005 den 4. April zum Internationalen Tag für die Aufklärung über Minengefahr und die Unterstützung von Antiminenprogrammen erklärt. Dieser Tag soll weltweit auf die Bedrohung durch Landminen, aber auch auf Fortschritte bei deren Beseitigung aufmerksam machen.

Viele Kinder unter den Opfern

Die Zahl der registrierten Opfer ist in den vergangenen Jahren weiter zurückgegangen. Laut "Landminen Monitor 2013" wurden 2012 noch 3.628 Opfer registriert. Das entspricht einem Rückgang von 19 Prozent zum Vorjahr.

Immer noch machen Zivilisten den größten Teil der Opfer aus, viele davon sind Kinder. Sie sind von der im Boden lauernden Gefahr besonders betroffen. Ganz bewusst werden Minen oft als Spielzeug getarnt – mit fatalen Folgen.

Zumeist wurden Landminen, Blindgänger und Streumunition wahllos und ohne zuverlässige Nachweisführung verlegt oder eingesetzt. Es gibt daher in der Regel keine Hinweise auf die genaue Lage und Ausdehnung von belasteten Flächen. Leider geben häufig erst Unfälle einen Hinweis darauf, wo die Gefahr im Boden lauert.

Zu den am meisten belasteten Ländern gehören weiterhin: Afghanistan, Angola, Ägypten, Bosnien und Herzegowina, Laos, Kongo (Demokratische Republik), Kambodscha, Kolumbien, Kroatien, Vietnam, aber auch Regionen wie Berg-Karabach, Tschetschenien und die Falkland-Inseln (Malvinas).

Deutschland engagiert sich

Deutschland setzt sich aktiv für die Ächtung von Antipersonenminen ein. Das Auswärtige Amt unterstützt weltweit Projekte der humanitären Minen- und Kampfmittelräumung und zählt seit Jahren zu den wichtigsten internationalen Gebern in diesem Bereich.

Allein von 1992 bis heute wurden Projekte in 42 Ländern unmittelbar mit rund 235 Millionen Euro gefördert. Die Entschärfung der Antipersonenminen ist besonders in Regionen wichtig, in die Flüchtlinge zurückkehren wollen.

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