Warum Entwicklungspolitik?

Warum brauchen wir Entwicklungspolitik

Der Großteil der Menschen lebt in Entwicklungsländern. Viele leiden an Hunger und Krankheiten und fristen ihr Leben unter unvorstellbaren Bedingungen. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, es ist aber auch in unserem ureigensten Interesse, auch den Menschen in anderen Ländern zu helfen, ihr Leben in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand zu leben.

Drei pakistanische Mädchen

Kindern eine Zukunft geben

Foto: UN Photo/WFP/Amjad Jamal

Unsere Erde und somit auch die Lebensbedingungen der Menschen sind im stetigen Wandel. Die Globalisierung mit all ihren Auswirkungen lässt die Menschen immer näher zusammenrücken. Ziel der Entwicklungspolitik ist es, diese Veränderungen und die Globalisierung sozial und gerecht zu gestalten.

Es geht dabei um faire Bedingungen für die armen Länder auf dem Weltmarkt, es geht um Klima- und Umweltschutz, um Bildung und soziale Gerechtigkeit, um Einkommenssicherung und vieles mehr.

Die Staatengemeinschaft hat sich in der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen zum Ziel gesetzt, den Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, bis 2015 zu halbieren. Auch die deutsche Entwicklungspolitik richtet sich an den acht Millenniumsentwicklungszielen aus.

Klimawandel und Zugang zu moderner Energie

Globale Probleme wie beispielsweise der Klimawandel machen nicht an Grenzen halt. Gerade die Entwicklungsländer, die am wenigsten zur Erwärmung des Klimas beitragen, treffen die Auswirkungen des Klimawandels am härtesten.

Fast eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu moderner Energie. Rund 2,6 Milliarden Menschen – das ist fast die Hälfte der Bevölkerung der Entwicklungsländer – haben keinen Zugang zu Spültoiletten und anderen hygienischen Formen der Sanitärversorgung.

Armutsbekämpfung, Hunger, Trinkwassermangel oder den Schutz der biologischen Vielfalt können nur gemeinsam angegangen werden. Es geht um Veränderungen und Maßnahmen, die überall ergriffen werden müssen.

Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe

Der frühere Begriff „Entwicklungshilfe“ verschleiert die Tatkraft der Menschen, die sich aus eigener Kraft aus der Umklammerung der Armut befreien wollen. Er teilt vielmehr die Welt unzutreffend in Geber und Nehmer. Deshalb sprechen wir heute von Entwicklungszusammenarbeit, die auf gleicher Augenhöhe stattfindet und von der beide Seiten profitieren – arme wie reiche Länder.

Entwicklungszusammenarbeit hilft allen: Sie hilft den Entwicklungsländern, die durch eine leistungsfähige Wirtschaft sich selbst aus der Armut befreien können. Geberländer profitieren davon, indem sie langfristig in den Partnerländern neue Märkte eröffnen und Zugang zu Rohstoffen erhalten, die ihnen die Entwicklungsländer bieten. Besonders Deutschland, als rohstoffarmes Land, ist auf Rohstoffimporte angewiesen. Die Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind hierbei sozusagen Wegbereiter für wirtschaftliche Kooperationen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit ist also mehr als wohltätige Hilfe für die Armen. Sie aktiviert durch Hilfe die Selbsthilfe und trägt somit dazu bei, dass sich die Menschen aus eigener Kraft aus der Armut befreien können. Entwicklung kann nur in den Partnerländern selbst und mit der Initiative der Menschen stattfinden.

Die Kooperation der Entwicklungszusammenarbeit mit der Wirtschaft wird dabei immer wichtiger, um Arbeitsplätze und Einkommen zu schaffen und so die Entwicklung nachhaltig voranzubringen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat hierfür eine Servicestelle für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft eingerichtet.

Ohne Frauen keine Entwicklung

Viele Menschen in armen Ländern, die unter schwierigsten Bedingungen und unter Bedrohung von Hunger und Krankheiten ihr Leben meistern, sind auf unsere Solidarität dringend angewiesen. Dabei werden in den Entwicklungsprojekten die Rechte von benachteiligten Mädchen und Frauen besonders berücksichtigt.

Frauen sorgen verantwortungsvoll für das Überleben ihrer Familien, obwohl sie immer noch in vielen Gesellschaften benachteiligt sind und den Großteil schwerer Arbeit verrichten. Viele müssen mit ihren Familien auf engstem Raum unter schlechten hygienischen Bedingungen leben. In Projekten und durch Kleinstkredite erhalten sie Hilfe zur Selbsthilfe, um für sich und ihre Familien Einkommen zu schaffen. Dies wiederum wirkt sich positiv auf ihre Kinder aus, die zur Schule gehen können.

Weltweit gibt es immer noch circa 260 Millionen Jugendliche und Erwachsene, die nicht lesen und schreiben können. Davon sind fast zwei Drittel Frauen. Mindestens 72 Millionen Kinder im Grundschulalter haben keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Ohne Bildung ist menschliche Entwicklung nicht möglich. Sie zu fördern, ist deshalb eine wichtige Aufgabe der internationalen und deutschen Entwicklungspolitik.

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