Die Millenniumsentwicklungsziele

Nachhaltigkeit

Die Millenniumsentwicklungsziele

Alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben sich verpflichtet, bis zum Jahr 2015 bestimmte Ziele zu erreichen.

Photovoltaik-Anlage in der Mongolei

Saubere Energie in ländlichen Räumen

Foto: UN Photo/Eskinder Debebe

Die Herausforderungen für die Weltgemeinschaft sind groß. 2050 müssen sich neun Milliarden Menschen nachhaltig mit Nahrung, Wasser, Energie und Rohstoffen versorgen können. Bis 2015 sollen bereits die Millenniumsentwicklungsziele erreicht werden.

Vor zehn Jahren verpflichteten sich Staats- und Regierungschefs von 189 Staaten auf die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen (VN). Sie legten damit die Grundlage für den zentralen internationalen Referenzrahmen, der vier Handlungsfelder umfasst: Frieden, Sicherheit und Abrüstung voranbringen; Armut mindern; die gemeinsame Umwelt schützen sowie Demokratie, Menschenrechte und gute Regierungsführung fördern. Diese vier Handlungsfelder bilden die Basis für die acht Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) mit ihren 21 Unterzielen und 60 Indikatoren, die im Anschluss an den Gipfel aus der Millenniumserklärung abgeleitet wurden.

Sie beinhalten die Forderungen:

  1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger

  2. Primarschulbildung für alle

  3. Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen

  4. Senkung der Kindersterblichkeit

  5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter

  6. Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen schweren Krankheiten

  7. Ökologische Nachhaltigkeit

  8. Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung

Die Bundesregierung bekennt sich zu den von den VN in der Millenniumserklärung gesetzten Zielen und den dazu übernommenen Verpflichtungen. Hierzu gehört insbesondere, weltweit den Anteil der Menschen, die im Jahr 1990 in extremer Armut und Hunger lebten, bis 2015 zu halbieren. Die Erreichung dieses Ziels wird unter anderem durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise erschwert und es bedarf deshalb stärkerer Anstrengungen.

Rund 900 Millionen Menschen weltweit haben im Jahr 2011 keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jedoch wurde hier bereits viel erreicht und seit 1990 haben circa 1,6 Milliarden Menschen Zugang erhalten. Die VN gehen daher aktuell davon aus, dass das im Jahr 2000 beim Millenniumsgipfel formulierte Ziel, bis 2015 die Anzahl der Menschen ohne ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser auf die Hälfte zu reduzieren, erreicht werden kann. Angesichts einer schnell wachsenden Weltbevölkerung bedarf es aber weiterer Anstrengungen über 2015 hinaus, um die Anzahl der Menschen ohne Zugang weiter zu reduzieren.

Deutlich größer ist das Defizit bei der sanitären Grundversorgung. Hier sind es rund 2,6 Milliarden Menschen, die derzeit ohne Zugang zu entsprechenden Einrichtungen leben. Die VN erwarten, dass das bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung 2002 in Johannesburg vereinbarte Ziel, auch hier bis 2015 die Anzahl der Menschen ohne Zugang zu halbieren, nicht erreicht werden kann.

Die 65. Generalversammlung der VN hat daher in einer von allen EU-Mitgliedstaaten unterstützten Resolution die Mitgliedstaaten der VN aufgefordert, in den bis 2015 verbleibenden Jahren die Anstrengungen zur Umsetzung des Ziels in einem so genannten "5-Year Drive on Sustainable Sanitation" zu erhöhen und der Verbesserung des Zugangs zu sanitärer Grundversorgung eine größere Priorität in ihren nationalen Entwicklungsstrategien und nicht zuletzt bei der Mobilisierung der erforderlichen Finanzmittel zu geben.

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