Familienplanung ermöglichen

Weltbevölkerungstag

Familienplanung ist Zukunftspolitik

Der Weltbevölkerungstag macht deutlich, dass die Armutsbekämpfung immer schwieriger wird. Denn die Weltbevölkerung wächst weiter – besonders in den armen Regionen. Zentrale Ursache ist der fehlende Zugang zur Familienplanung. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung ihre Mittel verdoppelt.

Kinder in einem Heim in Burundi

Ein Großteil des Bevölkerungswachstums erfolgt in Afrika

Foto: Philipp Ziser

Am 11. Juli, dem Internationalen Weltbevölkerungstag leben auf der Erde 7.057.608.000 Menschen – ein neuer Höchststand. Jeden Tag kommen 227.000 Erdenbürger hinzu – das sind etwa 82 Millionen Menschen im Jahr.

Dieses Wachstum wird hauptsächlich von den hohen Geburtenraten in Entwicklungsländern im südlichen Afrika und in Südasien getrieben. Umwelt, Welternährung und Ressourcen geraten dadurch immer mehr unter Druck.

Mittel auf 400 Millionen Euro verdoppelt

Für die deutsche Entwicklungspolitik haben Familienplanung und Müttergesundheit in den ärmsten Ländern große Bedeutung. Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: "Familienplanung ist Zukunftspolitik. Familienplanung verwirklicht Selbstbestimmung gerade für Frauen." Gleichzeitig macht sie deutlich. "Frauen profitieren am stärksten von einer selbstbestimmten Familienplanung."

Am 11. Juli 1987 überschritt die Weltbevölkerung nach UN-Berechnungen die Zahl von fünf Milliarden Menschen. Dieser Tag wurde 1989 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Weltbevölkerungstag erklärt, um auf die damit verbundenen Probleme aufmerksam zu machen.

Die BMZ-Initiative "Selbstbestimmte Familienplanung und Müttergesundheit" stellt hierfür von 2012 bis 2015 mindestens 400 Millionen Euro zur Verfügung. "Mehr als doppelt so viel wie in den Jahren zuvor", bekräftigt Kopp.

Frauen und Paare müssten selbst über die Zahl ihrer Kinder sowie den Abstand zwischen Schwangerschaften entscheiden können. Zudem müssten sie Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen während der Schwangerschaft und Geburt haben, erläutert Kopp. "So verbessern wir die Entwicklungschancen sowohl der Kinder, als auch der Bevölkerungen insgesamt."

Die Vereinten Nationen erwarten bis 2025 acht Milliarden und bis 2050 9,2 Milliarden Menschen. Falls sich die Geburtenrate – wie in der Prognose angenommen – langfristig bei 1,85 einpendelt, könnte man einen Bevölkerungsrückgang erreichen.

Entwicklungsländer brauchen Familienplanung

Das BMZ unterstützt den am 11. Juli in London stattfindenden Internationalen Familienplanungsgipfel. Er soll Start für eine beispiellose Initiative sein, um den Bedarf an moderner Familienplanung in Entwicklungsländern zu decken. Die Initiative wurde von der britischen Regierung, dem United Nations Population Fonds (UNFPA) und der Bill & Melinda Gates-Stiftung ins Leben gerufen.

Frau mit Baby im Arm

Selbstbestimmte Familienplanung auch in Entwicklungsländern ermöglichen

Foto: DSW

Bis zum Jahr 2020 soll 120 Millionen Frauen der Zugang zu modernen Verhütungsmitteln ermöglicht werden. Laut neuesten Zahlen nutzen weltweit 222 Millionen Frauen, die aktuell keinen Kinderwunsch haben, keine Verhütungsmittel. 162 Millionen dieser Frauen leben in den 69 ärmsten Ländern der Welt. Allein in Entwicklungsländern werden jedes Jahr 80 Millionen Frauen ungewollt schwanger, so die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung.

"Es geht hier nicht alleine um Geld", betont die Staatssekretärin. "Mindestens ebenso wichtig ist der politische Wille bis auf höchster Ebene in unseren Kooperationsländern, Frauen diese Selbstbestimmung zu ermöglichen."

Neben der Gesundheitsversorgung und der Aufklärungsarbeit spiele auch Bildung eine zentrale Rolle: "Mädchen, die erfolgreich die weiterführende Schule besuchen, heiraten - statistisch gesehen - später, werden erst im höheren Alter schwanger und bekommen insgesamt weniger, aber gesündere Kinder", so Kopp.

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