Hochschulbildung

Entwicklungszusammenarbeit

Innovative Lösungen für globale Probleme

Die Welt verändert sich rasant. Deshalb müsse sich auch die Entwicklungspolitik weiterentwickeln, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nur so könne sie einen Beitrag zum Fortschritt in den Partnerländern leisten.

Studentinnen und Studenten in einer Vorlesung im Fach Wirtschaftsmathematik an der Fachhochschule Rhein-Sieg

Hochschulbildung

Foto: Grabowsky

„Wenn wir uns Afrika anschauen, dann ist Afrika ein spannender und ein sich immer weiter in seiner Vielfalt entblätternder Kontinent geworden", sagte Merkel. Das Fordern eigener Entwicklungsmöglichkeiten, das Auftreten gegen Korruption und das Einstehen auch für politische Meinungsfreiheit - das seien interessante, spannende Entwicklungen. Diese gelte es jetzt verstärkt in der Entwicklungszusammenarbeit aufzunehmen. Das unterstrich die Kanzlerin während ihres Besuchs der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Die GIZ ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen. Seit Januar 2011 bündelt es die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen des Deutschen Entwicklungsdienstes, der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und der InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung). Die GIZ hat weltweit 17.000 Mitarbeiter, ein Wirtschaftsvolumen von 1,9 Milliarden Euro und ist in 130 Ländern der Welt tätig. Das Bundesunternehmen trägt dazu bei, dass Menschen und Gesellschaften eigene Perspektiven entwickeln und ihre Lebensbedingungen verbessern.

Entwicklungsarbeit ist Zukunftsinvestition

Gemeinsam mit Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel ließ sie sich dabei auch konkret über ein Berufsbildungsprojekt in den Palästinensischen Gebieten unterrichten. Die GIZ ist dort im Auftrag der Bundesregierung tätig, um Perspektiven für Berufsanfänger, Berufsschullehrer und Jungunternehmer zu schaffen.

Dazu wurden bislang 500 Lehrer und Berufsberater in Trainingskursen im In- und Ausland weiterqualifiziert. Diese unterstützen nun - ausgerichtet am Bedarf der Wirtschaft - junge Menschen bei ihrer Berufswahl, der Ausbildung, der Arbeitssuche und bei Bewerbungen. Rund 30.000 junge Menschen profitierten schon davon – durch eine bessere Berufsausbildung oder Beratung.

„Eine zukunftsorientierte Entwicklungspolitik ist weit mehr als karitative Entwicklungshilfe", betonte Niebel. "Sie ist eine Zukunftsinvestition und steht für partnerschaftliche und innovative Lösungen globaler Probleme." Mit der GIZ habe man eine Organisation geschaffen, die diesen Anspruch verkörpert: ein Aushängeschild für die deutsche internationale Zusammenarbeit. 

Ohne Sicherheit ist Entwicklungszusammenarbeit nicht möglich

Mit Blick auf Afghanistan verteidigte Merkel die enge Abstimmung zwischen militärischen und humanitären Einsätzen nach dem Konzept der vernetzten Sicherheit. Im Entwicklungsbereich gab und gebe es eine grundsätzliche Skepsis, sozusagen in die Nähe militärischer Aktionen zu geraten. Aber es habe sich auch gezeigt: Ohne Sicherheit ist Entwicklungszusammenarbeit schwerlich möglich, ist sich die Kanzlerin sicher. Auch Friedensdienste könnten letztlich nur dann arbeiten, wenn die Regionen begehbar seien.

Merkel dankte den Entwicklungshelfern, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens dafür arbeiteten „damit eines Tages alle Menschen in Würde leben können“. Entwicklungsexperten seien die Vorreiter der Globalisierung.

Die kommenden Generationen würden auch durch das Internet viel mehr erfahren, was auf der Welt geschehe. „Wir werden sehr viel mehr lernen müssen über andere Kulturen, Religionen, Bräuche und Traditionen“, sagte die Kanzlerin. Wenn dies dazu führe, dass man auch nach der eigenen Geschichte frage, komme dies allen zugute.

„Deshalb habe ich Entwicklungszusammenarbeit auch immer als eine Win-Win-Situation betrachtet", verdeutlichte Merkel. Deutschland betreibe Entwicklungszusammenarbeit nicht als karitativen Geber. Sie betreibe sie auch, aus dem eigenen Anspruch heraus, eine gerechte Gesellschaft zu haben und selbst auch Neues für sich aufzunehmen.

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