Erneuerbare Energien

Ökostrom-Umlage sinkt 2019 

Bürgerinnen und Bürger zahlen im kommenden Jahr etwas weniger für die Ökostrom-Umlage. Die Abgabe für Strom aus Wind und und Sonne sinkt um knapp sechs Prozent auf 6,4 Cent pro Kilowattstunde. Die Bundesregierung hat das EEG-Gesetz in den vergangenen Jahren reformiert.

Ein Windrad steht auf einer grünen Wiesenlandschaft.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert Ökostrom in Deutschland.

Foto: Judith Affolter

Die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien geht damit zum zweiten Mal seit ihrer Einführung im Jahr 1998 zurück.

Die EEG-Umlage wird aus der erwarteten Gesamtmenge an Ökostrom nach dem EEG-Gesetz und dem erwarteten Stromverbrauch in Deutschland berechnet. Für 2019 ergeben die Berechnungen einen Umlagebetrag von 22,59 Milliarden Euro.

Bundesnetzagentur überwacht Berechnung

Die Endverbraucherinnen und -verbraucher bezahlen die EEG-Umlage pro verbrauchter Kilowattstunde, so sollen die erneuerbaren Energien im Stromsektor gefördert werden. Die Umlage macht gut ein Fünftel des Strompreises für Haushaltskunden aus. Der Rückgang 2019 ist aber voraussichtlich zu gering, um sich in den Strompreisen der Haushalte bemerkbar zu machen.

Auf der Grafik wird angezeigt, wie sich der Strompreis zusammensetzt. Hierzu zählen die Kosten für Energiebeschaffung, Vertrieb und Marge, Steuern, Nettonetzentgelt, die EEG-Umlage und sonstige Kosten und Umlagen. Dabei beträgt die EEG-Umlage 22,4%.

Quelle: Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2017, Werte gerundet.

Foto: Bundesregierung

Die EEG-Umlage wird als Differenz zwischen dem Preis, den Erzeuger für ihren Strom bekommen, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Je niedriger der Börsenpreis, den Energiekonzerne zahlen müssen, desto höher die Umlage.

Auf der Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und der Ausgleichsmechanismus-Verordnung legen die Netzbetreiber die Umlage fest und veröffentlichen sie dann jährlich Mitte Oktober. Die Bundesnetzagentur überwacht die ordnungsgemäße Ermittlung.

Netzstabilisierende Maßnahmen kosten

In Deutschland wächst der Anteil an Wind- und Sonnenstrom, der ins Netz eingespeist wird. Weil aus diesen Quellen aber weniger gleichmäßig Strom erzeugt wird, müssen die Anbieter sogenannte netzstabilisierende Maßnahmen vornehmen.

Diese Maßnahmen sind der wichtigste Kostenfaktor: Zurzeit stehen sie für 60 Prozent der Netzentgelte, 25 Prozent entfallen auf Investitionen für den Netzausbau.

EEG-Umlage hat sich stabilisiert

Bei ihrer Einführung vor 18 Jahren betrug die Umlage 0,19 Cent pro Kilowattstunde Strom. Seither stieg sie von Jahr zu Jahr. Besonders hoch fielen die Anstiege von 2010 auf 2011 und von 2012 auf 2013 aus.

Deshalb hat die Bundesregierung das EEG im Jahr 2014 angepasst. So sank die Umlage 2015 erstmals, und zwar von 6,24 Cent auf 6,17 Cent. 2016 betrug sie 6,35 Cent pro Kilowattstunde, 2017 6,88 Cent und im laufenden Jahr 6,792 Cent.

Durch das EEG 2017 wird die Vergütung für den erneuerbaren Strom nicht wie bisher staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen am Markt ermittelt.

Netzbetreiber kündigen Offshorenetzumlage an

Zugleich gaben die großen Stromnetzbetreiber die sogenannte Offshorenetzumlage für 2019 bekannt. Sie beträgt 0,416 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten für den Anschluss von Windkraftanlagen vor den Küsten an das Hauptstromnetz werden über diese Netzumlage von den Verbrauchern getragen.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?
- Kosten für Energiebeschaffung, Vertrieb und sonstige Kosten und Marge (insgesamt 20,5 Prozent)
- Steuern (23,2 Prozent): Diese beinhalten Mehrwertsteuer (16 Prozent) und Stromsteuer (7,2 Prozent)
- Nettonetzentgelt (22,4 Prozent)
- Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung (2,9 Prozent)
- Abgaben/Umlagen: Konzessionsabgabe (5,7 Prozent), Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) (22,4 Prozent), Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz KWKG (1,6 Prozent), Umlage nach § 19 der Strom-Netzentgeltverordnung (1,3 Prozent), Umlage Offshore-Haftung (0,1 Prozent)
(Quelle: Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2017)

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