Energiewende

Strukturwandel in der Lausitz

Neue Ideen, nachhaltige Perspektive

Die Lausitz ist das zweitgrößte Braunkohlerevier in Deutschland. Die Energiewende und der Ausstieg aus der Kohleverstromung stellen die Region vor Herausforderungen, eröffnen aber auch neue Chancen.

Braunkohletagebau Jänschwalde

Seit 1976 bauen Schaufelradbagger in der Lausitz Kohle ab.

Foto: picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Auch künftig wird sich der Strukturwandel in der Lausitz fortsetzen. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze in wichtigen Zukunftsfeldern wie der nachhaltigen Energieversorgung sollen von Bund und Land gefördert werden. So kann eine nachhaltige Wirtschafts- und Sozialstruktur entstehen und die Lebensqualität in der Region verbessert werden.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt "Wissenschaftliche Begleitung und Beratung zum Transformationsprozess in der Lausitz" untersuchen das Leibniz-Institut für ökolo­gi­sche Raumentwicklung (IÖR) und das Institut für trans­for­mative Nachhaltigkeitsstudien (IASS), wie der Strukturwandel in der Kohleregion gelingen kann. Dabei unterstützen sie den Veränderungsprozess, indem sie wissenschaftliche Expertise sowie Erfahrungen aus anderen Regionen in die Entscheidungsprozesse vor Ort einspeisen.

Kohleausstieg als Chance nutzen

Eines dieser Institute, das IÖR, unterstützt den Veränderungsprozess inhaltlich. Das Institut greift dafür auf langjährige Erfahrungen in der Erforschung von Transformationsprozessen in Städten sowie Bergbau- und Industrieregionen zurück. "Die Lausitz hat schon gezeigt, dass sie Strukturwandel erfolgreich bewältigen kann. Bei Umwelt- und Bergbaufolgesanierungen gelang das beispielhaft", sagt Robert Knippschild, Professor am IÖR. Der Kohleausstieg müsse nun als Chance genutzt werden, den bereits 1990 begonnenen Transformationsprozess fortzuführen und die wirtschaftlichen Grundlagen sowie die Lebensqualität in der Lausitz weiter zu verbessern.

Einbeziehung der Zivilgesellschaft

Das IÖR und das IASS arbeiten dafür eng mit der von verschiedenen Kommunen getragenen Zukunftswerkstatt Lausitz (ZWL) zusammen. Die Zukunftswerkstatt ist ein länderübergreifendes Projekt der Wirtschaftsregion Lausitz in Sachsen und Brandenburg, die auch vom Bund mitfinanziert wird. Sie erarbeitet neue Ideen und nachhaltige Perspektiven für die Region. IÖR und IASS als Projektpartner unterstützen die Zukunftswerkstatt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, Beratungsangeboten, öffentlichen Veranstaltungen und Stakeholder-Dialogen.

Das IÖR wird dafür auch alternative Modelle für die Regionalentwicklung erarbeiten und erproben. Die Forschenden setzen dabei nicht zuletzt auf die lokale Expertise von Vereinen und Verbänden. "Es gibt vor Ort eine aktive Zivilgesellschaft, die sich bereits viele Gedanken gemacht und genaue Vorstellungen hat, wie eine positive Entwicklung der Region gelingen kann", sagt Knippschild. Gemeinsam mit seinem wissenschaftlichen Team will er dieses Wissen nutzen. Damit der Strukturwandel in der Lausitz gelingt, muss demnach die Bevölkerung in die Gestaltung dieses  Wandels einbezogen werden.

IÖR und IASS beabsichtigen zudem die Erkenntnisse aus dem Strukturwandel in der Lausitz für Transformationsprozesse in anderen Revieren und darüber hinaus übertragbar zu machen.