Energiewende

Dialog zum Stromnetzausbau

Menschen müssen Veränderungen verarbeiten

Wie beeinflusst der Bau neuer Stromleitungen die Landschaft? Darüber diskutierten Betroffene und Experten beim Bürgerdialog Stromnetz in Magdeburg. "Neue Trassen verändern die Landschaft. Der Mensch braucht Zeit, Veränderungen zu verarbeiten", so Olaf Kühne von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Aus Sicht von Olaf Kühne, Professor für ländliche Räume und Regionalmanagement, nehmen Menschen das als negativ wahr, was das Vertrautsein verändert. Das betreffe das Errichten neuer Gebäude und Straßen genauso wie den Leitungsbau. Nach einiger Zeit schwäche sich das zwar ab. "Man braucht aber Zeit, die Veränderung zu verarbeiten", erklärte Kühne. "Die heutige Generation leidet darunter, und das müssen wir ernst nehmen." Kühne lehrt an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und beschäftigt sich mit landschaftlichen Räumen.

Menschen am Dialog beteiligen

Teilnehmer der Veranstaltung Bürgerdialog Stromnetz in Magdeburg

Der "Bürgerdialog Stromnetz" macht Station in Magdeburg.

Foto: Bürgerdialog Stromnetz

Ähnlich argumentierte Johannes Pohl von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: "Gespräche tragen dazu bei, den Dialog zu versachlichen." Dafür lohne sich der Aufwand, ist er sicher. "Eine gute Beteiligung trägt auch dazu bei, dass die Menschen später zufrieden sind."

Der Bürgerdialog Stromnetz wird fortgesetzt. Die nächsten Veranstaltungsorte sind Bramsche, Bersenbrück, Quakenbrück, Merzen und Kassel.

Der Bürgerdialog Stromnetz ermöglicht einen offenen und transparenten Austausch zum Stromnetzausbau in Deutschland. Er nimmt Diskussionen auf und ergänzt diese durch Bürgerbüros in den Regionen. Ein Infomobil fährt zudem wechselnde Orte an. Dialogveranstaltungen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie ein Forum im Internet runden das Angebot ab.

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