Energie- und Klimafonds

Mehr Geld für die Energiewende

Die nachhaltige Energieversorgung in Deutschland soll auch nach dem Ausstieg aus der Kernkraftenergie 2022 sichergestellt werden. Dafür hat die Bundesregierung nun die Mittel für den Energie- und Klimafonds (EKF) aufgestockt: Für das Jahr 2019 stellt sie 4,5 Milliarden Euro bereit. 

Zu sehen sind ein Strommast und ein Windrad.

Machen die Energieversorgung klimaverträglicher und Deutschland unabhängiger vom Import fossiler Brenn-, Kraft- und Heizstoffe - erneuerbare Energien wie Windenergie.

Foto: COLOURBOX

Mit dem Geld sollen die Energieeffizienz in Gewerbe und Industrie ausgebaut, die Transformation der Wärmenetze vorangetrieben sowie die Ansiedlung einer Batteriezellenproduktion finanziert werden. 3,7 Milliarden Euro und damit 83 Prozent stammen aus dem Haushalt des BMWi. Darüber hinaus stützen finanzielle Erlöse aus der Versteigerung von Treibhausgas-Emissionszertifikaten den Bundeszuschuss. 

2011 hat die Bundesregierung den Energie- und Klimafonds (EKF) eingerichtet mit dem Ziel, die Umsetzung der Energiewende voranzutreiben. Die Höhe des Zuschusses wird jährlich neu festgelegt. Hatte der Fonds 2012 noch einen Umfang von 780 Millionen Euro, stockte die Bundesregierung ihn 2013 auf 3,3 Milliarden Euro und für das Jahr 2019 sogar auf 4,5 Milliarden auf. Die Gelder fließen in unterschiedliche Maßnahmen:

  • Erneuerbare Energien
  • Energieeffizienzinvestitionen, einschließlich Gebäudesanierung
  • Nationaler und internationaler Klimaschutz
  • Umweltprojekte und Forschung
  • Elektromobilität
  • Strompreiskompensation für stromintensive Unternehmen
  • Erweiterung des Nationalen Aktionsplans für Energieeffizienz

Energiespeicher- und Netztechnologien

Aus dem EKF sollen unter anderem Projekte im Bereich Energiespeicher- und Netztechnologien finanziert werden. Der Hintergrund: Damit die Energiewende gelingt, sind neue Transportnetze und Speicher notwendig, die die Versorgungssicherheit und Zuverlässigkeit der elektrischen Energieversorgung auch künftig gewährleisten. Ziel der Projektförderung ist es, langfristig eine große Bandbreite von wettbewerbsfähigen Speichertechnologien für Strom, Wärme und andere Energieträger verfügbar zu machen. Für 2019 setzt das BMWi zusätzlich neue Schwerpunkte bei der industriellen Fertigung von Speicherzellen für den mobilen und stationären Einsatz. Auch soll die Batteriezellenfertigung stärker gefördert werden.

Energieeffizienz

Um die energie- und klimapolitischen Ziele Deutschlands zu erreichen, muss der Primärenergieverbrauch bis 2050 um 50 Prozent gesenkt werden. Dazu ist eine gesteigerte Energieeffizienz entscheidend. Mit der Förderstrategie Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien hat die Bundesregierung 2017 ein umfassendes Konzept hierzu erarbeitet. Dieses zielt auf die Neuordnung, Bündelung und adressatengerechte Ausrichtung der haushaltsfinanzierten Energieeffizienzförderung ab. Auch die Energieeffizienz wird mit Geldern aus dem EKF gefördert.

CO2-Gebäudesanierung

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm ist ein wesentliches Element der Energiewende und zentrales Instrument der Bundesregierung zur Umsetzung der klima- und energiepolitischen Ziele im Gebäudebereich. Bis 2050 sollen Häuser nahezu klimaneutral sein, also den eigenen Bedarf nur aus erneuerbaren Energien decken. Seit 2012 werden Neuzusagen im Förderprogramm über Mittel des EKF finanziert: So fließen jährlich zwei Milliarden Euro in die energetische Gebäudesanierung.

Elektromobilität

Bis 2050 soll der Endenergieverbrauch im Verkehr um rund 40 Prozent gegenüber 2005 verringert werden. Hierzu hat die Bundesregierung das Regierungsprogramm Elektromobilität auf den Weg gebracht: Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren, bis 2030 sogar sechs Millionen. Für die Forschungs- und Entwicklungsausgaben des Programms stellt die Bundesregierung Mittel aus dem EKF bereit. 

Elektromobilität führt zur Reduzierung der Luftschadstoff- und Lärmemissionen.  

Darüber hinaus schafft das BMWi über Kaufprämien und eine verbesserte Ladeinfrastruktur zusätzliche Anreize.

Forschungsförderung für erneuerbare Energien

Um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, wird die Bundesregierung verstärkt in die Forschung und Entwicklung von Energietechnik investieren.

Die Energieforschung bietet die Chance, die energie- und klimapolitischen Ziele wirksamer, schneller und kostengünstiger zu erreichen, und zugleich die internationale technologische Wettbewerbsfähigkeit auszubauen. Bereits heute nimmt Deutschland eine internationale Vorreiterrolle in diesem Bereich ein. 

Weil die Energieforschung von so großer Bedeutung ist, ist ihre Finanzierung 2019 nicht länger Teil des EKF. Stattdessen wurde ein Einzelplan aufgestellt. Dieser sieht für das aktuelle Jahr etwa 773 Millionen Euro für Energieforschung und Sicherheitsforschung kerntechnischer Anlagen vor.

Beitrag teilen