Pariser Klimaabkommen in Kraft

Historischer Tag für den Klimaschutz

Knapp ein Jahr, nachdem in Paris das Klimaabkommen ausgehandelt wurde, tritt es nun in Kraft. "Das ist eine Zeitenwende für uns Klimaschützer. Der weltweite Klimaschutz bekommt ein Grundgesetz", sagte Bundesumweltministerin Hendricks.

Ausgetrockneter Boden

Das UN-Klimaabkommen soll die Erderwärmung begrenzen.

Foto: BMU

Das Klimaabkommen tritt vier Jahre früher in Kraft als erwartet. Voraussetzung war, dass 55 Staaten das Abkommen ratifizieren, die zusammen mindestens 55 Prozent des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes verantworten.

Auf dieser Grundlage mache sich die ganze Welt auf den Weg hin zu einer klimaverträglichen Wirtschaftsweise, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Noch nie sei ein globaler völkerrechtlicher Vertrag von derart großer Bedeutung so schnell in Kraft getreten.

Erderwärmung rasch stoppen

Von 197 Vertragsparteien sind inzwischen 94 dem Abkommen von Paris beigetreten. Deutschland hatte im September das nationale Ratifizierungsverfahren abgeschlossen. Die größten Emittenten USA und China haben das Abkommen im September ratifiziert. Indien und die Europäische Union schlossen sich im Oktober an.

Mit dem Übereinkommen von Paris hat sich die Staatengemeinschaft verpflichtet, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau - wenn möglich sogar auf 1,5 Grad Celsius - zu begrenzen. Außerdem will sie in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts Treibhausgasneutralität erreichen. Das macht eine globale Energiewende nötig. "Noch nie standen die Zeichen besser für den Schutz unseres Weltklimas. Jetzt gilt es, den Worten auch Taten folgen zu lassen", bekräftigte die Bundesumweltministerin.

Jeder Vertragspartner muss nun für sein Land einen nationalen Klimaplan aufstellen. Darin wird festgehalten, welchen Beitrag das Land zur Verringerung seines Treibhausgasausstoßes leisten will und wie das erreicht werden soll.

Messbare Ziele

Ab 2020 werden die Staaten alle fünf Jahre neue Klimaschutzpläne vorlegen, die so ambitioniert wie irgend möglich sein müssen. Außerdem muss jedes Land über seine Treibhausgasemissionen berichten, damit die Fortschritte nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch der Realität entsprechen. "Das Pariser Klimaschutzabkommen gibt der Weltgemeinschaft eine langfristige Orientierung und ein gemeinsames, verbindliches Ziel. Und es legt Prinzipien für die Umsetzung fest: nationale Klimaschutzpläne, die regelmäßig aktualisiert und angepasst werden, um aus Erfahrungen zu lernen und technologische Entwicklungen aufzunehmen", sagte Hendricks.

Vom 16. bis 26. Mai 2016 fand in Bonn die erste internationale Konferenz auf Arbeitsebene der 195 UN-Staaten statt. Die Teilnehmer berieten über die technische Ausgestaltung und die konkrete Umsetzung der Beschlüsse von Paris in ein detailliertes Regelwerk. Es ging unter anderem darum, nach welchen Kriterien und Indikatoren die globale Bestandsaufnahme im Jahr 2018 erhoben werden soll. Besprochen wurde auch, welche Daten die Länder für das globale Transparenzsystem liefern müssen.

Unterstützung für die Entwicklungs- und Schwellenländer

Die Zeit drängt, denn die Weichen für morgen müssen heute schon gestellt werden. Das Abkommen enthält das feste Versprechen, die Entwicklungsländer beim Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Das Pariser Abkommen verpflichtet die reichen Länder, bis 2020 einen konkreten Finanzierungsfahrplan aufzustellen.

Für eine faire Lastenverteilung zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sollen die alten Industrieländer ab 2020 bis 2025 pro Jahr 100 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, um besonders vom Klimawandel bedrohte und meist arme Regionen abzusichern und deren Energieversorgung umzustellen. Danach soll sich die finanzielle Unterstützung erhöhen.

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