Energiewende im Überblick

Logo Energiewende - Umschalten auf Zukunft

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Foto: Bundesregierung

Energiegewinnung umgestalten zum Wohle aller

Künftig werden die erneuerbaren Energien vor allem die Kernkraft ersetzen, aber auch Kohle als Energieträger. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima in 2011 hat die Bundesregierung das Energiekonzept fortentwickelt und den Ausstieg aus der Kernkraft beschleunigt.

Stufenweise geht seitdem ein Kernkraftwerk nach dem anderen vom Netz. Bis Ende 2021 werden die Kernkraftwerke Grohnde, Gundremmingen C und Borkdorf vom Netz gehen. Die drei jüngsten Anlagen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 werden spätestens Ende 2022 abgeschaltet.

Stattdessen soll der Energieanteil an der Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Co. zügig ausgebaut und damit die Energieversorgung auf erneuerbare Energiequellen sichergestellt werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix liegt aktuell bei gut 43 Prozent (Stand: Ende 2019).

Die Energiewende soll zum anderen über eine höhere Energieeffizienz erreicht werden. Nicht nur im Kleinen und im Alltag, vor allem beim Heizen von Wohnraum und bei der Mobilität gibt es Möglichkeiten, Energie einzusparen. Die Bundesregierung fördert daher Gebäudesanierungen und Elektroautos und hat bei den Förderprogrammen noch einmal nachgelegt. Zuletzt mit der Einführung der Kaufprämie für Elektroautos.

Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energieträger geht mit einem Strukturwandel einher:

  • Es gibt mehr und kleinere Anlagen als bisher, vor allem sind sie dezentral über das ganze Land verstreut vorzufinden. Eine Herausforderung für die Transportnetze des so erzeugten Stroms. Deswegen ist es wichtig, dass die überregionalen Übertragungsnetze und die Verteilnetze entsprechend zügig ausgebaut werden.
  • Sonne, Wind und Co. erzeugen Energie unbeständiger als fossile Großkraftwerke, weil die Produktion jeweils abhängig vom Wetter ist. Deshalb muss die Energie aus Spitzenzeiten geschickt verteilt und/oder gespeichert werden, um auch bei Flaute hinreichend Energie anbieten zu können. Speicher und intelligente Netze müssen dazu weiterentwickelt werden. Für dennoch ungedeckten Bedarf muss es flexible Kraftwerke geben, die schnell hochgefahren werden können.

Förderung nach dem Wettbewerbsprinzip

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bleibt das wichtigste Instrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Inzwischen sind Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse zu einem wichtigen Baustein im Strommix geworden und haben aktuell einen Anteil von gut 43 Prozent (Stand: Ende 2019) .

Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll sich auch auf die kostengünstigen Technologien konzentrieren. Das EEG passt die zu fördernden Mengen stets besser an dem Bedarf an, indem es die Ausbauziele definiert. Das geltende Vergütungssystem per Ausschreibungen bestimmt letztlich, wer den Zuschlag erhält und in welcher Höhe. 

Netze zukunftssicher ausbauen

Noch sind die deutschen Stromnetze nicht flächendeckend auf den Transport des Stroms aus erneuerbaren Energien ausgelegt. Die geplante Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes trägt der Situation Rechnung, dass der Netzausbau bislang nicht hinreichend voranschreiten konnte:

  • Planungs-und Genehmigungsverfahren für Netzausbauvorhaben werden gestrafft
  • prioritär zu verwirklichende Netzausbauvorhaben werden benannt und aktualisiert
  • ein innovativer Ansatz zur Höherauslastung der Bestandsnetze ermöglicht

Das am 28. Januar 2021 vom Bundestag verabschiedete Gesetz soll noch im Frühjahr abschließend vom Bundesrat beraten werden und kann danach in Kraft treten.

Bei allen Veränderungen gilt dabei zuvorderst, dass der sichere Netzbetrieb ungeachtet der steigenden dezentral eingespeisten Strommengen erhalten werden muss. Es gilt zudem, dass für den Bau von Stromleitungen gesellschaftliche Akzeptanz benötigt wird, weswegen auch die Kommunen an den Erträgen beteiligt werden können sollen. Wegen der vielen Stromanbieter, die - auch selbst im Zeitablauf - verschieden viel Strom einspeisen, bedarf es nicht zuletzt sogenannter intelligenter Netze und intelligenter Zähler. Insofern intelligent, als sie mit den Schwankungen bestmöglich umgehen können. Denn eines ist sicher: Der Netzausbau richtet sich nicht an der größtmöglichen Durchlaufmenge aus. Das wäre nicht nur ineffizient, sondern schlichtweg impraktikabel.

Energie sparen und effizienter nutzen

Die Bundesregierung unterstützt Eigentümer darin, Gebäude energiesparend zu sanieren, etwa durch Wärmedämmung oder moderne Heizungsanlagen. Um die Sanierungsrate zu erhöhen, gewährt das KfW-Gebäudesanierungsprogramm Investitionszuschüsse und zinsgünstige Darlehen. Außerdem fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Heizungsanlagen, die Wärme aus erneuerbaren Energien gewinnen.

Nach und nach erhöht die Energieeinsparverordnung zudem für Neubauten die Energiestandards. Bauherren sind damit verpflichtet, beim Bau ihres Hauses das Thema Energie im Blick zu behalten. Verpflichtend ist inzwischen auch der Energieausweis für Gebäude, der Käufer und Mieter über den Energieverbrauch der Immobilie informiert.

Eine Effizienzstrategie Gebäude für Deutschland bündelt alle Maßnahmen hierzu. Sie skizziert die Weiterentwicklung von CO2-Gebäudesanierungsprogramm, Marktanzreizprogramm, das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und die Energieeinsparverordnung.

Die Bundesregierung hat darüber hinaus die Förderung der effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen verstärkt. Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) sieht ein jährliches Fördervolumen von 1,5 Milliarden Euro vor. Dabei wird gezielt die Umstellung der KWK von Kohle auf Gas gefördert.

Bei Elektrogeräten sollen die Energieräuber vom Markt genommen und Energiespargeräte schneller eingeführt werden. Verbraucher müssen leicht erkennen können, wie viel Energie ein Gerät verbraucht. Die Bundesregierung setzt sich für hohe europäische Standards und eine transparente Kennzeichnung ein. Immer mehr Elektro-Produkte sind mit Kennzeichnungen - vor allem mit dem Energie-Label - versehen, die dem Verbraucher einzuschätzen helfen, ob ein Gerät sparsam mit Strom umgeht oder nicht. 

Förderung beim Kauf von E-Autos 

Die Bundesregierung fördert auch im Verkehrssektor den Umstieg auf abgasarme beziehungsweise abgasfreie Fahrzeuge. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch eine bessere Luft, vor allem in Ballungszentren. Im Übrigen fördert die Bundesregierung alternative Antriebe, weil sie nachhaltiger vorgehen will. Dies flankiert sie mit entsprechender Förderung von Forschung und Entwicklung auf diesen Gebieten.

Der Kauf eines Elektro- oder Hybridfahrzeuges könnte mit einer Förderung in Höhe von bis zu 6.000 Euro attraktiv sein. Angesichts der eher beschränkten Reichweite von Elektroautos zumindest für Stadtfahrten und kürzere Strecken. Diese Fördersumme gilt für Fahrzeuge bis 40.000 Euro Nettolistenpreis. Für Fahrzeuge ab 40.000 bis 65.000 Euro Nettolistenpreis können Interessierte bis zu 5.000 Euro Förderung erhalten. Ihren Antrag können Käufer von Elektro- oder Hybridautos auf der Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle  online stellen. Das Förderprogramm, das von Bund und Industrie jeweils hälftig getragen wird, gilt bis Ende 2025.

Ein zusätzlicher Anreiz: Elektroautos beim Arbeitgeber aufzutanken bleibt steuerfrei. Halter von einem Elektrofahrzeug zahlen überdies mehrere Jahre lang keine Kfz-Steuer. Außerdem setzt das Elektromobilitätsgesetz weitere Anreize: Es schafft die Grundlagen dafür, dass Städte und Gemeinden den Verkehr für Elektroautos attraktiver machen können, beispielsweise durch eigene Parkplätze mit Ladestationen und die Erlaubnis, Busspuren zu nutzen.

Um den Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur zu beschleunigen ist vorgesehen, Wohn- und Nichtwohngebäude, die über größere Parkplätze verfügen, mit Lademöglichkeiten zu versorgen. Das soll Laden von Elektrofahrzeugen zu Hause, am Arbeitsplatz oder bei der Erledigung alltäglicher Besorgungen erleichtern.