Energieeffizienz - Unverzichtbar für das Gelingen der Energiewende

Abbildung eines Energielabels

Wer energieeffizient handelt, spart Geld und schützt das Klima.

Foto: Bundesregierung/Stutterheim

Für eine erfolgreiche Energiewende ist entscheidend, sowohl die Energieeffizienz zu steigern als auch den absoluten Energiebedarf zu senken. Deshalb hat die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept von 2010 das Ziel gesetzt, den Stromverbrauch in Deutschland bis 2020 um zehn Prozent und bis 2050 um 25 Prozent zu verringern (verglichen mit dem Wert von 2008). Im Verkehr soll der Endenergiebedarf bis 2050 um 40 Prozent (im Vergleich zu 2005) sinken. Im Gebäudebereich soll sich der Heizwärmebedarf bis 2020 um 20 Prozent vermindern und der Primärenergiebedarf bis 2050 um 80 Prozent.

Energieeffizienz ist das Verhältnis des Einsatzes einer bestimmten Energiemenge zu ihrem Nutzen. Je weniger Energie eingesetzt werden muss, umso energieeffizienter ist ein Produkt oder eine Dienstleistung.

Energieeffizienz trägt zur Energiewende bei

Energieeffizienz und Energiesparen sind für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar. Auch angesichts des wachsenden Energiehungers auf der Welt und steigender Energiepreise gilt: Energie ist zu kostbar, um sie zu verschwenden. Energieeffizienz bildet den Grundstein, auf dem der Ausbau der Erneuerbaren Energien erfolgt. Auch die Erneuerbaren Energien sind mit Umwelteinwirkungen verbunden. Deshalb ist die umweltschonendste Energie die, die man gar nicht erst verbraucht, weil diese nicht erzeugt und transportiert werden muss.

Doch es gibt immer noch zahlreiche Hemmnisse, die einer Steigerung der Energieeffizienz entgegenstehen. So wissen beispielsweise viele private Haushalte oder Unternehmen nicht, dass sie über Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz verfügen und sich das in vielen Fällen auch finanziell rechnet.

Die Bundesregierung setzt daher in der Energiewende auf effektive Instrumente, um Energieeffizienz zu fördern und ein Bewusstsein bei den Energieverbrauchern dafür zu schaffen, was sie selbst tun können.

Bundesregierung unterstützt und fördert Energieeffizienz

Die Bundesregierung unterstützt Unternehmen, Kommunen und private Haushalte dabei, ihre Energiebilanz zu verbessern - unter anderem über verschiedene Förderprogramme zur individuellen Energieberatung. Angebote gibt es zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen (Beratung in den Zentralen und zu Hause), bei der KfW-Bank (Energieberatung im Mittelstand) und bei der Caritas (Stromspar-Check).

Ein weiteres Handlungsfeld ist die energetische Gebäudesanierung privater Haushalte. Die Bundesregierung unterstützt Bauherren und Eigentümer, ihre Gebäude energieeffizient zu sanieren, um den CO2-Ausstoß zu verringern und Energie einzusparen. Über die KfW werden Haus- und Wohnungseigentümer durch das Förderprogramm "Energieeffizient Sanieren" mit zinsgünstigen Krediten beziehungsweise Zuschüssen bei der Finanzierung ihrer Sanierungsmaßnahmen unterstützt. Für das Gebäudesanierungsprogramm der KfW stellt die Bundesregierung seit 2012 jährlich 1,5 Milliarden Euro aus dem Energie- und Klimafonds zur Verfügung.

Energieeffizienz in der Wirtschaft zu stärken

Die Klimaschutzpartnerschaft mit Industrie- und Handelskammern hat es sich zum Ziel gesetzt, diese gerade auch in mittelständischen Unternehmen breit vorhandenen, kostengünstigen Potenziale für Klimaschutz und Energieeffizienz stärker zu erschließen. Innovative Technologien sollen in der betrieblichen Praxis engagiert vorangetrieben werden. Im Rahmen der Bundesförderung für Energieberatung im Mittelstand erhalten Betriebe Zuschüsse zu einer Erst- oder Detailberatung in Höhe von 80 beziehungsweise 60 Prozent der Kosten.

Darüber hinaus fördert die Bundesregierung Investitionen, die den Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) als Ersatz für veraltete Technik zum Inhalt haben. Die Zuschüsse betragen bis zu 30 Prozent des förderfähigen Investitionsvolumens.

Mit der Neuregelung des so genannten Spitzenausgleichs bei der Strom- und Energiesteuer erhalten Unternehmen diesen Ausgleich nur noch dann, wenn sie Energie- oder Umweltmanagement-Systeme einführen.

Mit der Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes hat die Bundesregierung die Abwärmenutzung der Nutzung von KWK-Wärme gleichgestellt. Im Marktanreizprogramm sind auch Wärmenetze, die Abwärme nutzen, förderfähig. Damit sollen die großen vorhandenen Potenziale zur Energieeinsparung durch Abwärmenutzung besser genutzt werden.

Den Alltag energieeffizienter gestalten und langfristig Energie sparen

Der Energieverbrauch von Wärme über Strom bis hin zum Verkehr lässt sich weiter reduzieren. Die größten Potenziale liegen im Gebäudebereich. Immerhin werden in Deutschland rund 40 Prozent der Endenergie in Gebäuden verbraucht, vorwiegend für Heizung und Warmwasser. Nach wie vor gelten 24 Millionen Wohneinheiten als energetisch sanierungsbedürftig. Hier hat die KfW mit ihren Förderprogrammen gute Möglichkeiten, die weitere Sanierung des Altbaubestands voranzutreiben und so den Energieverbrauch unmittelbar und nachhaltig zu reduzieren.

Vor einer Sanierung empfiehlt es sich in jedem Fall, einen Energiesparberater zu Rate zu ziehen, der auch nach Hause kommt. Seine Analyse muss ein förderfähiges Sanierungskonzept zum Ergebnis haben. Dazu gibt es einen Zuschuss von 400 Euro zu den Beratungskosten.

Aber auch jenseits von Sanierungsmaßnahmen lässt sich im Haushalt Energie sparen. Hier bieten zum Beispiel die Verbraucherzentralen sowie Energie- und Klimaschutzagenturen kostentenlose Erstberatungen per Telefon oder online an. Kunden der lokalen Energieversorger erhalten in der Regel auch kostenlose Energiespartipps. Haushalte mit geringem Einkommen profitieren ebenfalls vom Stromspar-Check: Caritas und Energie- und Klimaschutzagenturen beraten kostenlos Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld über Einsparmöglichkeiten und installieren kostenlose Sparhelfer.

Energieeffizienzstrategie 2050 – Der Fahrplan

Die weltweite Wirtschaft wächst und mit ihr der Energieverbrauch. Gleichzeitig steigen die klimaschädlichen Emissionen. Mit der Ende 2019 verabschiedeten Energieeffizienzstrategie 2050 legt die Bundesregierung erstmals ein Ziel für die Senkung des Primärenergieverbrauchs bis 2030 fest.

Als nationales Energieeffizienzziel will Deutschland bis 2050 den Primärenergieverbrauch im Vergleich zu 2008 halbieren, dabei die Verbraucher vor zu hohen Energierechnungen schützen und zur energieeffizientesten Volkswirtschaft weltweit werden. Die Strategie leistet zugleich den deutschen Beitrag zur Erreichung des EU-Energieeffizienzziels von mindestens 32,5 Prozent bis 2030 (im Vergleich zu einem Referenzszenario) gemäß der novellierten EU-Richtlinie zur Energieeffizienz.

Die Strategie bündelt eine Vielzahl wirksamer Effizienzmaßnahmen für die Dekade 2021-2030 im neuen Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE 2.0). Der NAPE 2.0 und das Klimaschutzprogramm 2030 sind eng miteinander verbunden. Denn die überwiegende Zahl der Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs führt gleichzeitig auch zu einer Senkung der Treibhausgasemissionen.

Um - gemeinsam mit Verbänden der Wirtschaft und Zivilgesellschaft, den Bundesländern und Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft - Wege zur Halbierung des Primärenergieverbrauchs bis 2050 zu finden und konkrete Maßnahmen bis 2030 und 2050 zu entwickelt, ist im Mai 2020 der Dialogprozess "Roadmap Energieeffizienz 2050" als Teil der Energieeffizienzstrategie 2050 gestartet. Die Ergebnisse münden in ein Abschlusspapier, das politische, ökonomische und rechtliche Herausforderungen analysiert sowie konkrete Handlungs- und Lösungsoptionen für die Erreichung des 2050-Ziels aufzeigt.

Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke

Im Dezember 2014 schlossen die Bundesregierung und 22 Verbände und Organisationen der Wirtschaft eine Vereinbarung zur Einführung von Energieeffizienz-Netzwerken. Ziel ist, durch mehr Energieeffizienzmaßnahmen in den teilnehmenden Unternehmen Einsparungen von bis zu fünf Millionen Tonnen CO2 bei den Treibhausgasemissionen zu erreichen.

Bislang gibt es 278 Netzwerke in Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe. Dank der bislang zahlreichen eingeführten und umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen konnten die Netzwerke bis Mitte 2020 bereits fast fünf Millionen Tonnen CO2 einsparen. Nach Berechnungen des die Initiative begleitenden Monitorings kann das CO2-Einsparziel von fünf Millionen Tonnen CO2 bis Ende 2020 voraussichtlich mit gut 20 weiteren Netzwerken erreicht werden.

Ein Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerk besteht aus 8 bis 15 Unternehmen. Jedes Unternehmen entwickelt mit Hilfe eines erfahrenen Energieberaters ein Einsparziel und individuelle Maßnahmen. In einem professionell begleiteten Erfahrungsaustausch setzen sich die Unternehmen dann ein gemeinsames Ziel für ihre Netzwerkarbeit.

Bei der Umsetzung profitieren die beteiligten Unternehmen vor allem vom gegenseitigen "Knowhow-Transfer". Dies betrifft beispielsweise besonders effiziente Technologien, neue Betriebskonzepte oder Fördermöglichkeiten. Auch energie- und klimapolitische Anforderungen des Gesetzgebers an Unternehmen können so gemeinsam – und somit stärker – im Netzwerk angegangen und gelöst werden.

Die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke hat sich somit seit 2014 als eines der erfolgreichsten Instrumente des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE), der ein Teil des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 ist, bewährt.

Deshalb haben das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesumweltministerium die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Initiative beschlossen. Bis Ende 2025 sollen bis zu 350 neue Netzwerke entstehen, die zusammen bis zu sechs Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen einsparen. Hierbei sollen auch Klimaschutzaspekte eine stärkere Rolle als bisher spielen. Daher auch die Ausweitung des Namens der Initiative zu "Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke".