Ein neues Zeitalter hat begonnen

Erneuerbare Energien Ein neues Zeitalter hat begonnen

Wegen der Endlichkeit von fossilen Energiequellen hat Deutschland vor ein paar Jahrzehnten begonnen, seine Energieversorgung grundlegend umzustellen, und zwar auf erneuerbare Energien. Einen zusätzlichen Schub erfuhr dieser Umstieg durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima 2011, woraufhin hierzulande noch der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen wurde. Auch in puncto Klimaschutz  leisten die Erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag. Sie tragen zur Reduzierung von Luftschadstoffen und klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen bei. Deutschland strebt hierbei die Klimaneutralität bei zum Jahr 2045 an.

Das Bild zeigt einen Solar-Park mit Windrädern im Hintergrund.

Die erneuerbaren Energien haben deutlich zugelegt: Ihr Anteil am Bruttostromverbrauch liegt inzwischen bei rund 46 Prozent.

Foto: Paul Langrock/Zenit/laif

Seinerzeit wurde beschlossen, dass bis 2025 40 bis 45 Prozent der Energiequellen für die Verstromung aus erneuerbaren Energien bestehen sollen. Mit dem zügigen Ausbau vereinbarten die regierenden Koalitionäre eine Steigerung dieses Anteils auf 65 Prozent bis 2030. Dafür bedarf es weiterer Anstrengungen, weil sich die erneuerbaren Energien noch nicht alle selbst tragen, noch bürokratische Hürden zu überwinden sind und das Netz noch nicht optimal für diese dezentrale Energiegewinnung ausgelegt ist.

Der Ausbau liegt im Plan

Bereits heute zählen Wind, Sonne, Wasser und Biomasse zu den wichtigsten Quellen bei der Stromversorgung. Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Bruttostromverbrauch liegt inzwischen bei rund 46 Prozent (Stand: Ende 2020). Zum Vergleich: Noch im Jahr 2010 war der Erneuerbare-Energien-Anteil mit 16,9 Prozent deutlich weniger als halb so hoch.

Auch bei der Wärmeversorgung spielen erneuerbare Energien zunehmend eine wichtige Rolle. Im Jahr 2020 wurden 19,3 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt (Quelle: Umweltbundesamt).

Die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen betrug im Jahr 2020 etwa 251,0 Milliarden kWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Dies waren etwa 9 Mrd. kWh mehr als im Vorjahr (+4 Prozent).

Die Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien betrug 2020 rund 179,9 Milliarden kWh (2019: 176,4 Milliarden kWh. Damit betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte im Jahr 2020 15,2 Prozent (2019: 14,5 Prozent). Der Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor stieg von 5,6 Prozent 2018/2019 auf auf 7,3 Prozent in 2020.

Innerhalb der erneuerbaren Energien ist die Windenergie im Strombereich die mit Abstand wichtigste regenerative Stromquelle. Der Anteil der Windenergieanlagen am deutschen Bruttostromverbrauch lag 2020 bei 27 Prozent.

Ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien lag 2020 schon über 60 Prozent (132 Milliarden Kilowattstunden). Damit wurde durch Windenergie so viel Strom erzeugt wie durch keinen anderen Energieträger in Deutschland.

Windenergie auf See

Auch der Ausbau von Windenergie-Anlagen schreitet voran. Insgesamt waren bis Ende 2020 in Deutschland 62,50 GW Windenergieleistung installiert, davon 7,75 GW auf See. Zum Vergleich: 2019 betrug der Windenergie-Anteil 61,43 GW, davon 7,516 GW auf See. Insgesamt waren Ende 2020 in Deutschland 31.109 Windenergieanlagen installiert, davon 1.501 auf See.

Eine am 3. Juni 2020 verabschiedete Änderung im "Windenergie-auf-See-Gesetz" sieht eine deutliche Erhöhung des Ausbauziels bis zum Jahr 2030 vor. Dieses soll von bislang 15 auf 20 Gigawatt steigen. Als Langfristziel sieht die Gesetzesänderung eine installierte Leistung von Offshore-Anlagen bis zum Jahr 2040 in Höhe von 40 Gigawatt vor. Dies soll die Planungssicherheit für Bund, Küstenländer, Übertragungsnetzbetreiber und Industrie erhöhen.

Windenergie an Land

In den vergangenen Jahren hat die Nutzung der Windenergie an Land wesentlich zur Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen beigetragen. Sie stellt kurz- und mittelfristig schließlich das kostengünstigste Ausbaupotenzial im Bereich der erneuerbaren Energien dar.

Im Jahr 2020 betrug die installierte Leistung der Windenergieanlagen an Land 54,4 Gigawatt. An Land wurden rund 103,7 Terawattstunden (TWh) und auf See rund 27,3 Terawattstunden (TWh) erzeugt, insgesamt also rund 131 TWh. Insgesamt waren Ende 2020 29.608 Onshore-Windenergieanlagen installiert.

Damit auch in Zukunft diese Sparte der erneuerbaren Energien kontinuierlich wachsen kann, muss auf Nachhaltigkeit, die passenden Standorte und ein transparentes Genehmigungsverfahren geachtet werden. Dabei müssen die Anliegen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt werden, um die Akzeptanz vor Ort zu gewährleisten. Dies betrifft in erster Linie den Abstand zwischen Windkrafträdern und Gemeinden.

Mit einem Beschluss des Bundestages vom 18. Juni 2020 wurde nun für Klarheit gesorgt. Anstelle einer bundesweit einheitlichen Abstandsregelung zwischen Windenergieanlagen und Wohngebäuden soll den Ländern mit einer Länderöffnungsklausel im Baugesetzbuch die Möglichkeit eröffnet werden, hier selbst Mindestabstände zu regeln:

Demnach sollen Länder künftig selbst entscheiden, ob sie von der 1.000-Meter-Abstandsregelung für Windräder Gebrauch machen und im jeweiligen Landesrecht Abweichungen regeln. Mit dem neuen Vorschlag sollen Länder in Zukunft Planungsspielräume bei der Ausweisung von Flächen für den Windausbau erhalten. Vor allem geht es hierbei um Akzeptanz, die nur mit den Menschen vor Ort zu erreichen ist.

Ausbau der erneuerbaren Energien

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist ein zentrales Instrument der Energiewende. Schon seit dem Jahr 2000 regelt es die Förderung der erneuerbaren Energien durch garantierte Einspeisevergütungen sowie durch den Einspeisevorrang. Das bedeutet: Jeder, der Strom aus erneuerbaren Energien produziert, darf diese in das Stromnetz einspeisen und erhält dafür einen auf 20 Jahre festgelegten Preis. Auf diese Weise förderte der Bund den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Ziel der Bundesregierung ist es zugleich, die Kosten für die Verbraucher jedoch zu begrenzen, denn sie bezahlen die Ökostrom-Umlage für jede verbrauchte Kilowattstunde. Von einer anfänglich pauschalen Vergütung der Ökostrom-Hersteller passte die Bundesregierung die Vergütung den Erfordernissen an und entwickelte sie schließlich um zu einer marktwirtschaftlichen Ausschreibungslösung. Bürgerenergiegenossenschaften können sich an diesen Ausschreibungen mit erleichterten Bedingungen beteiligen, denn eine große Akteursvielfalt ist gewünscht. Das Prinzip der Ausschreibungen betrifft die Windenergie an Land und auf See, Photovoltaik und Biomasse. Kleine Anlagen sind davon ausgenommen und bekommen die Vergütung weiterhin nach dem ursprünglichen System.

Als das Netz mit dem rasanten Ausbau drohte, nicht mithalten zu können, legte die Bundesregierung Ausbaumengen für die einzelnen Energieträger wie Sonne, Wind und Biomasse fest, die inzwischen aber schon wieder gelockert wurden. Zugleich setzte es Anreize für eine stärkere Direktvermarktung des Stroms durch die Erzeuger.

"EEG 2021": Auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität

Für das 65-Prozentziel hat die Bundesregierung eine Änderung des EEG ("EEG 2021") beschlossen. Darin ist auch das Ziel verankert, die Erzeugung und den Verbrauch von Strom in Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral zu gestalten.

Die Novelle sieht darüber hinaus vor, weitere Kostenbelastung für Bürger wie für Unternehmen zu begrenzen und die Akzeptanz für den Ausbau erneuerbarer Energien zu erhöhen. Hierzu soll den Kommunen eine finanzielle Beteiligung beim Ausbau von Windenergie an Land ermöglicht werden. Auch die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für den sogenannten "Mieterstrom" werden verbessert. Das "EEG 2021" ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten.

Für eine raschere Energiewende sollen die Ausbaupfade aber noch weiter verbessert werden. Damit wird die Bundesregierung einer Prüfbitte des Bundestages nachkommen, die im Zuge des Beschlusses des EEG 2021 erklärt wurde.

So haben sich die Koalitionsfraktionen auf entsprechende Verbesserungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz verständigt. Die Ausschreibungsmengen 2022 für Photovoltaik werden von 1,9 Gigawatt auf 6 Gigawatt erhöht. Für Wind an Land erhöhen sie sich von 2,9 Gigawatt auf 4 Gigawatt. Das Repowering von Windanlagen wird erleichtert. Darüber hinaus soll die EEG-Umlage weiter gesenkt werden - in den Jahren 2023 und 2024 soll sie höchstens 5 Cent/kWh betragen.

Am 29. April 2021 hat die Europäische Kommission die wesentlichen Teile des EEG 2021 beihilferechtlich genehmigt. Im Umfang der Genehmigung kann das Gesetz damit ab sofort angewendet werden. Nicht von der Genehmigung umfasst sind allerdings die 27. April 2021 vom Bundeskabinett beschlossenen Erhöhungen der Ausschreibungsmengen für Wind an Land und Solar für das Jahr 2022. Diese werden nach Verabschiedung durch den Bundestag in einem separaten Genehmigungsverfahren von der Kommission geprüft.

„Klimaschutzgesetz 2021“ strebt Klimaneutralität bis 2045 (bisher 2050) an

Mit einer Änderung des Klimaschutzgesetzes will die Bundesregierung die Klimaschutzvorgaben verschärfen und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankern. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von Ende April 2021. Es kommt zu dem Ergebnis, dass das Klimaschutzgesetz 2019 in Teilen nicht mit den Grundrechten vereinbar sei. Es fehlten ausreichende Vorgaben für die Minderung der Emissionen ab dem Jahr 2031.

Der Beschluss des Gerichts verpflichtet den Staat daher, aktiv vorzubeugen, so dass in Zukunft die Klimaschutzanstrengungen bis 2045 so fairer zwischen den jetzigen und künftigen Generationen verteilt werden.

Das vom Bundeskabinett am 12. Mai 2021 verabschiedete „Klimaschutzgesetz 2021“ sieht folgende, neue Klimaschutzvorgaben vor:

  • das Zwischenziel für 2030 wird von derzeit 55 auf 65 Prozent Treibhausgasminderung gegenüber 1990 erhöht
  • für 2040 gilt ein neues Zwischenziel von 88 Prozent Minderung
  • bis 2045 soll Deutschland Treibhausgasneutralität erreichen (bislang 2050).

Die Ökostrom-Umlage

Die Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien werden mit der Ökostrom-Umlage von den Endverbrauchern getragen.

In 2021 soll die EEG-Umlage durch finanzielle Zuschüsse aus Erlösen der CO2-Bespreisung weiter entlastet werden. Darüber hinaus werden klimaschutzrechtliche Anreize zur Nutzung von "grünem Strom" verbessert.

Die Ökostrom-Umlage sinkt in 2021 von 6,756 in 2020 auf 6,500 Cent pro Kilowattstunde. Das gaben die Übertragungsnetzbetreiber am 15. Oktober 2020 bekannt. Dies entspricht der beschlossenen Deckelung auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde in Verbindung mit der ebenfalls seit 2021 geltenden Erneuerbare-Energien-Verordnung. Ohne die Deckelung wäre die Umlage auf über 9 Cent angestiegen.

Der Differenzbetrag zwischen der Summe der rechnerischen Höhe und den Einnahmen aus der Ökostrom-Umlage soll dann über die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung finanziert werden. Entsprechend gaben das auch die Übertragungsnetzbetreiber in ihrer jährlichen Verlautbarung bekannt.

Zum Vergleich: Bei ihrer Einführung 2003 Jahren betrug die EEG-Umlage 0,41 Cent pro Kilowattstunde Strom. Besonders hoch fielen Anstiege von 2010 auf 2011 und von 2012 auf 2013 aus. Deshalb hat die Bundesregierung das EEG im Jahr 2014 novelliert. Anschließend sank die Umlage 2015 erstmals wieder - und ist seitdem in ihrer Höhe relativ stabil.

Zugleich ist der Börsenstrompreis aufgrund der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren um 10 bis 20 Prozent gesunken. Der Grund liegt darin, dass zum Beispiel Wind- oder Solaranlagen teurere Kraftwerke aus der Stromlieferung verdrängt haben. Für die stromintensive Wirtschaft gibt es zudem Ausnahmen. Die "Besondere Ausgleichsregelung" sorgt dafür, dass stromkostenintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, nur eine reduzierte Umlage zahlen müssen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Wettbewerbsfähigkeit und damit auch die Arbeitsplätze in diesen Betrieben nicht gefährdet sind.

Die Energiewende hilft dem Klimaschutz

Die Erneuerbaren Energien in Deutschland trugen 2020 dazu bei, die Treibhausgas-Emissionen zu senken. So wurden in Deutschland 2020 rund 739 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Dies entspricht einem Rückgang von 70 Millionen Tonnen (- 8,7 Prozent) gegenüber 2019. Im Vergleich zu 1990 ist es gelungen, die Treibhausgasemissionen um fast 41 Prozent zu reduzieren.

Den größten Emissionsrückgang verzeichnet der Sektor Energiewirtschaft. Mit rund 221 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente lagen die Emissionen 2020 unter der im Bundesklimaschutzgesetz erlaubten 280 Millionen Tonnen pro Jahr. Dies entspricht einem Rückgang um rund 38 Millionen Tonnen CO2 (- 14,5 Prozent gegenüber 2019). Im Verkehrssektor liegen die Treibhausgasemissionen 2020 mit 146 Millionen Tonnen CO2 rund 19 Millionen Tonnen weniger als 2019 – damit ebenfalls unter der im Bundesklimaschutzgesetz festgelegten Jahresemissionsmenge von 150 Millionen Tonnen CO2. Ebenfalls rückläufig waren die Emissionen 2020 im Sektor Industrie. Hier konnte ein Rückgang um knapp neun Millionen Tonnen CO2-Äquivalente auf rund 178 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (- 4,6 Prozent gegenüber 2019) verzeichnet werden. Auch hier unterhalb der im Bundesklimaschutzgesetz festgeschriebenen Jahresemissionsmenge von 186 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Auch im Gebäudebereich gingen die Emissionen im Jahr 2020 zurück: um gut 3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten auf 120 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (- 2,8 Prozent gegenüber 2019). Trotz Rückgang verfehlt der Gebäudesektor das Klimaschutz-Ziel um knapp 2 Millionen Tonnen von der im Bundesklimaschutz festgeschriebenen Jahresemissionsmenge von 118 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Allerding werden sich die im Gebäudebereich kürzlich aufgelegten oder aufgestockten Förderprogramme erst mit etwas Zeitverzug in den Emissionszahlen zeigen.

In allen Verbrauchssektoren (Strom, Wärme, Verkehr) werden fossile Energieträger wie Kohle und Gas durch erneuerbare Energien ersetzt. Die energiebedingten Treibhausgasemissionen sinken entsprechend. Diese Emissionsvermeidung über alle Sektoren erfolgt wesentlich durch die Windenergie (rund 100,1 Millionen CO2-Äquivalente, davon 79,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente "an Land" und 21,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente "auf See". Danach folgen Biomasse (71 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente), Photovoltaik (34,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, Wasserkraft (15,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente), Geothermie mit 1,43 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sowie Solarthermie mit 2,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (Quelle: Umweltbundesamt).

Erneuerbar beschäftigt

Mit der Energiewende werden in Deutschland neue Arbeitsplätze geschaffen. Die erneuerbaren Energien sind inzwischen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Aktuell sind mehr als 330.000 Menschen im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt. Zugpferd ist vor allem die Windenergiebranche. Mit 160.000 Beschäftigten davon ist fast die Hälfte aller Erneuerbaren-Beschäftigten in der Windbranche angestellt.

Auf Windenergie an Land entfallen 133.000 Arbeitsplätze, Wind auf See bietet 28.200 Jobs. Danach rangiert die Biomasse mit 105.600 Beschäftigten. In der Solarenergie sind um die 40.000 Menschen tätig. Damit hat sich seit 2000 die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien mehr als verdreifacht. Damals waren es 106.700 Arbeitsplätze.

Weiteres Beschäftigungs- und Entwicklungspotenzial bietet der sogenannte „Start up Energy Transition (kurz: SET) Hub“. Damit werden Start-up-Unternehmen bei der Entwicklung ihrer innovativen Geschäftsmodelle und Lösungen für die Energiewende unterstützt.

In einem individuellen Beratungsprogramm („SET Mentoring“) erhalten ausgewählte Gründerinnen und Gründer die Möglichkeit, ihr Geschäftsmodell von Expertinnen und Experten der deutschen Energieagentur (dena) im Hinblick auf die komplexen Rahmenbedingungen des Energiemarktes unter die Lupe nehmen zu lassen.

Das 2020 gemeinsam von dena und Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufene Projekt will möglichst vielen Start-ups im Bereich der Energiewirtschaft einen Schub verleihen – und damit auch die Energiewende weiter ankurbeln.

Die Finalisten 2021 von „SET“ stehen fest. Sie wurden im Rahmen der Abendveranstaltung des Berlin Energy Transition Dialogues nominiert. 15 Unternehmerinnen und Unternehmer stellen am 1. September 2021 auf dem „SET Tech Festival“ ihre innovativen Geschäftsideen vor, mit denen sie Energiewende und Klimaschutz vorantreiben wollen – und sichern sich somit die Chance, Gewinner des SET Awards zu werden.

Erneuerbare Ziele auf europäischer Ebene

Auf EU-Ebene gilt für Deutschland ein verbindliches EU-Erneuerbaren-Ziel von 18 Prozent für den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Bruttoendenergieverbrauch bis 2020. Für das aktuelle Jahr verbleibt nun noch eine Lücke von 0,9 Prozentpunkten zur Erreichung dieses Ziels, die nach aktuellen Prognosen geschlossen wird.

Bis zum Jahr 2030 sieht der am 10. Juni 2020 beschlossene "Nationale Energie- und Klimaplan" nachfolgende "EU-2030-Ziele" für Deutschland vor:

  • den Ausbau erneuerbarer Energien auf 30 Prozent am Bruttoendenergieverbrauch,
  • die Steigerung der Energieeffizienz durch Minderung des Primärenergieverbrauchs um 30 Prozent gegenüber 2008 und
  • die Treibhausgasminderung um mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990.

Der Plan berücksichtigt größtenteils die Zielsetzungen und Maßnahmen des Klimaschutzprogramms 2030. Außerdem enthält er das Bekenntnis Deutschlands vom 23. September 2019 auf dem UN-Klimagipfel in New York, Treibhausgasneutralität bis 2050 als langfristiges Ziel zu verfolgen.

Internationales Engagement

Die Bundesregierung setzt sich auch international für den Ausbau erneuerbarer Energien ein. Denn Wind, Sonne und andere erneuerbare Energiequellen haben ein enormes Potential, das weltweit genutzt werden sollte. So wurde unter anderem mit maßgeblicher Unterstützung Deutschlands 2009 die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (International Renewable Energy Agency – kurz IRENA) gegründet. 2011 eröffnete in Bonn das IRENA-Innovations- und Technologiezentrum (IITC). Die Bundesregierung fördert diese Beratungseinrichtung und stellt jährlich zwischen zwei und drei Millionen Euro für das Zentrum bereit.