Erneuerbare Energien

Ein neues Zeitalter hat begonnen

Die Zukunft unserer Energieversorgung liegt in den unerschöpflichen und klimafreundlichen Energieträgern Wind, Sonne, Wasser und Biomasse.

Zwei Mitarbeiterinnen nehmen Messdaten am Sonnenofen auf

Die erneuerbaren Energien haben sprunghaft zugelegt.

Foto: BMU / Rupert Oberhaeuser

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein wichtiger Pfeiler der Energiewende. Die Energieträger sind nicht nur umweltverträglicher, sondern machen uns auch unabhängiger von dem knapper werdenden Öl- und Gasvorkommen.

Ziele

Deutschland hat sich dafür entschieden, seine Energieversorgung grundlegend umzustellen - und seine Ausbauziele für Umstieg auf erneuerbare Energien präzisiert. Dies geht aus dem Energiekonzept vom 28. September 2010 hervor. Die verheerende Reaktorkatastrophe in Fukushima 2011 zeigte die Risiken der Kernkraft so deutlich, dass der Umstieg schneller voran getrieben wurde, um absehbar auf die Kernenergie verzichten zu können. Insgesamt sollen die erneuerbaren Energien 40 bis 45 Prozent der Stromerzeugung im Jahr 2025 übernehmen. Die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes 2014 setzte diese Ziele um. Überdies werden sie jährlich in einem Monitoring überprüft. Eine besondere Rolle spielen Kosteneffizienz, Wirtschaftlichkeit, Netzausbau und Sicherung von Reservekapazitäten.

Der Koalitionsvertrag sieht eine Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien im Stromsektor auf 65 Prozent bis 2030 vor. Voraussetzung dafür ist ein zieltstrebiger, effizienter und marktorientierter Ausbau der erneuerbaren Energien.

Der Ausbau liegt im Plan

Bereits heute sind Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse die wichtigste Quelle bei der Stromversorgung. Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Bruttostromverbrauch liegt inzwischen bei rund 38 Prozent (Stand: Ende 2018). Die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen betrug 2018 gut 226 Milliarden Kilowattstunden (2017: 216 Milliarden Kilowattstunden; 2016: 188 Milliarden Kilowattstunden).

Innerhalb der erneuerbaren Energien ist die Windenergie im Strombereich die mit Abstand wichtigste regenerative Stromquelle. Ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien lag 2018 schon fast bei 50 Prozent (111,6 Milliarden Kilowattstunden). Zum Vergleich: Noch im Jahr 2010 war der Erneuerbare-Energien-Anteil mit 16,9 Prozent weniger als halb so hoch.

Auch der Ausbau von Windenergie-Anlagen schreitet voran. Insgesamt waren bis Ende 2018 in Deutschland rund 59.000 MW Windenergieleistung installiert, davon rund 6.400 MW auf See. Zum Vergleich: 2017 betrug der Windenergie-Anteil 55.700 MW, davon 5.400 MW auf See. Insgesamt waren Ende 2018 in Deutschland 30.518 Windenergieanlagen installiert, davon 1.305 auf See.

Die Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien betrug 2018 rund 171 Milliarden kWh. Damit betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte im Jahr 2018 13,9 Prozent (2017: 13,4 Prozent). Der Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor stieg von 5,2 Prozent im Jahr 2016 auf 5,6 Prozent im Jahr 2018.

Erneuerbares-Energien-Gesetz (EEG) fördert Ausbau

Das EEG ist ein wichtiges Instrument der Energiewende. Schon seit dem Jahr 2000 regelt es die Förderung der erneuerbaren Energien durch garantierte Einspeisevergütungen sowie durch den Einspeisevorrang. Das bedeutet: Jeder, der Strom aus erneuerbaren Energien produziert, darf diese in das Stromnetz einspeisen und erhält dafür einen auf 20 Jahre festgelegten Preis. Das macht die Installation einer Anlage mit erneuerbaren Energien attraktiv.

Die Vergütungen unterscheiden sich je nach Technik und unterliegen in der Regel einer Degression. Das heißt: neu installierte Anlagen erhalten niedrigere Vergütungssätze als die Anlagen, die früher ans Netz angeschlossen wurden. Dies liefert einen Anreiz, die Anlagen zur Stromerzeugung aus Wind, Sonne & Co. weiterzuentwickeln und damit immer effizienter zu machen.

Das Prinzip der EEG-Umlage

Die Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien werden mit der sogenannten EEG-Umlage auf die Stromkunden umgelegt. Diese EEG-Umlage ist der Teil des Strompreises, der vom Endverbraucher für die Förderung erneuerbarer Energien zu entrichten ist. Aktuell beträgt die "Ökostromumlage" 6,4 Cent pro Kilowattstunde, gut sechs Prozent weniger als 2018 (6,792 Cent/kWh).

Zum Vergleich: Bei ihrer Einführung vor 17 Jahren betrug die Umlage 0,19 Cent pro Kilowattstunde Strom. Seither stieg sie von Jahr zu Jahr. Besonders hoch fielen die Anstiege von 2010 auf 2011 und von 2012 auf 2013 aus. Nach der Novellierung des EEG 2014 sank die Umlage 2015 erstmals, und zwar von 6,24 Cent auf 6,17 Cent/Kilowattstunde. In den Jahren 2016 und 2017 stieg sie erneut (6,35 und 6,88 Cent/Kilowattstunde). 2018 betrug die EEG-Umlage 6,79 Cent/Kilowattstunde.

Zugleich ist der Börsenstrompreis aufgrund der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren um 10 bis 20 Prozent gesunken. Der Grund liegt darin, dass zum Beispiel Wind- oder Solaranlagen teurere Kraftwerke aus der Stromlieferung verdrängt haben. Für die stromintensive Wirtschaft gibt es zudem Ausnahmen. Die "Besondere Ausgleichsregelung" sorgt dafür, dass stromkostenintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, nur eine reduzierte Umlage zahlen müssen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Wettbewerbsfähigkeit und damit auch die Arbeitsplätze in diesen Betrieben nicht gefährdet sind.

Entwicklung des EEG

Ziel der Bundesregierung ist es, die Kosten für die Verbraucher wirksam zu begrenzen und die EEG-Umlage stabil zu halten. Deswegen hat die Bundesregierung das EEG in den letzten Jahren mehrfach an den dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien angepasst und hat in diesem Jahr das EEG grundlegend reformiert. Hintergrund: Das Energieversorgungssystem muss schrittweise für die wachsenden Anteile erneuerbarer Energien an der Stromversorgung ausgelegt werden. Außerdem gilt es, die Vergütungen für Ökostrom an die gesunkenen Marktpreise anzupassen.

Die Reform des EEG 2014 reagierte auf den rasanten Zubau und legte Ausbaumengen für die einzelnen Energieträger wie Sonne, Wind und Biomasse fest. Gleichzeitig setzte es Anreize für eine stärkere Direktvermarktung des Stroms durch die Erzeuger.

Das EEG ("EEG 2017") führt diesen Weg fort. Zukünftig wird die Vergütung für neue Anlagen nicht mehr staatlich festgelegt, sondern im Wettbewerb zwischen Anbietern in einer Art Auktion ermittelt. Bürgerenergiegenossenschaften können sich an diesen Ausschreibungen mit erleichterten Bedingungen beteiligen, denn eine große Akteursvielfalt ist gewünscht. Das Prinzip der Ausschreibungen betrifft die Windenergie an Land und auf See, Photovoltaik und Biomasse. Kleine Anlagen sind davon ausgenommen und bekommen die Vergütung weiterhin nach dem ursprünglichen System.

Erneuerbare Energien sichern Klimaschutzziel

Die Erneuerbaren Energien in Deutschland trugen 2018 dazu bei, die Treibhausgas-Emissionen um rund 184 Millionen Tonnen zu reduzieren (2017: 178 Millionen Tonnen). Auf den Stromsektor entfielen knapp 141 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (2017: 135 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente), 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente auf den Wärmesektor (2017: 35 Millionen CO2-Äquivalente) und 7,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente auf den Verkehrssektor (2017: 7,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente).

In allen Verbrauchssektoren (Strom, Wärme, Verkehr) werden fossile Energieträger wie Kohle und Gas durch erneuerbare Energien ersetzt. Die energiebedingten Treibhausgasemissionen sinken entsprechend. Diese Emissionsvermeidung über alle Sektoren wird wesentlich durch die Biomasse (35 Prozent) sowie durch die Windenergie (rund 41 Prozent) erreicht.

Erneuerbar beschäftigt

Mit der Energiewende werden in Deutschland neue Arbeitsplätze geschaffen. Die erneuerbaren Energien sind inzwischen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Aktuell sind mehr als 330.000 Menschen im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt. Zugpferd ist vor allem die Windenergiebranche. Mit 160.000 Beschäftigten davon ist fast die Hälfte aller Erneuerbaren-Beschäftigten in der Windbranche angestellt.

Auf Windenergie an Land entfallen 133.000 Arbeitsplätze, Wind auf See bietet 28.200 Jobs. Danach rangiert die Biomasse mit 105.600 Beschäftigten. In der Solarenergie sind um die 40.000 Menschen tätig. Damit hat sich seit dem Jahr 2000 die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien mehr als verdreifacht: Damals waren es 106.700.

Internationales Engagement

Die Bundesregierung setzt sich auch international für den Ausbau erneuerbarer Energien ein. Unter anderem wurde mit maßgeblicher Unterstützung Deutschlands 2009 die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (International Renewable Energy Agency – kurz IRENA) gegründet. 2011 eröffnete in Bonn das IRENA-Innovations- und Technologiezentrum (IITC). Die Bundesregierung fördert diese Beratungseinrichtung und stellt jährlich zwischen zwei und drei Millionen Euro für das Zentrum bereit. Denn Wind, Sonne & Co. haben ein enormes Potential, das weltweit zu nutzen ist.

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