Bundesbericht schafft Transparenz

Energieforschungsbericht im Kabinett Energieforschung auf ganzer Breite

Die Bundesregierung richtet ihre Energieforschungspolitik konsequent auf die Energiewende aus. In nur sieben Jahren hat sie die Mittel hierfür verdoppelt. Im Zentrum der Forschungsförderung stehen neben den erneuerbaren Energien auch die Energieeffizienz und Energiespeicher.

Windräder und Überlandleitung bei Dauerthal in Brandenburg.

Die Bundesregierung fördert Forschung und Entwicklung zukunftsfähiger Energietechnologien.

Foto: Thomas Trutschel/photothek.net

Das Bundeskabinett hat den Energieforschungsbericht 2014 verabschiedet, dem sich die Entwicklung moderner Energie-Technologien in den Jahren 2012 und 2013 entnehmen lässt. Die Forschungsförderung umfasst danach nicht nur die erneuerbaren Energien, sondern auch Energieeffizienz, Energiespeicher, Netze und die Integration erneuerbarer Energien in das gesamte Energieversorgungssystem.

Konkret ist die Forschungsförderung von 2006 bis 2013 von 399 Millionen Euro auf 809 Millionen Euro gestiegen. Rund 168 Millionen Euro kamen aus dem Energie- und Klimafonds. Fast drei Viertel der Mittel flossen in die Themengebiete, die für den Erfolg der Energiewende besonders wichtig sind: Energieeffizienz (297 Millionen Euro) und Erneuerbare Energien (298 Millionen Euro). Zwei Drittel der Gelder fließen in Projekte, um flexibel auf Entwicklungen in der Forschung reagieren zu können.

Vielfalt an Forschungsthemen

Die Forschungsförderung umfasst eine breite Palette einzelner Forschungsthemen: Das Spektrum reicht von der Energieumwandlung, -verteilung und -nutzung, gesellschaftlichen Fragen der Energiewende bis hin zur Fusionsforschung. Auch die nukleare Sicherheitsforschung ist ein Teil der Energieforschung.

Mit seinen Förderschwerpunkten "EnEff:Stadt" und "EnEff:Wärme" intensiviert das Bundeswirtschaftsministerium die langjährigen Forschungsaktivitäten für mehr Energieeffizienz im kommunalen Bereich. 2013 liefen 98 Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 76,2 Millionen Euro. 18 Projekte mit einer Gesamtzuwendung von 14,7 Millionen Euro wurden neu bewilligt. Damit eng verknüpft ist der vom Bundesforschungsministerium initiierte Wettbewerb „Energieeffiziente Stadt“. Er verfolgt das Ziel, die Energieeffizienz in Städten und Kommunen zu steigern. Die Ausschreibung richtet sich aus an den Klimaschutzzielen der Bundesregierung und den jeweiligen kommunalen Strukturen. Die Gewinner waren Delitzsch, Essen, Magdeburg, Stuttgart und Wolfhagen. Diese Kommunen erhalten bis 2016 Fördermittel, um ihre Ideen umzusetzen. Die Pilotprojekte sollen Vorbild für andere Städte sein. Im Jahre 2013 betrug die Fördersumme rund 4,2 Millionen Euro.

Zu jedem Themengebiet stellt der Bericht Schwerpunkte und Finanzansätze vor. Zum Themenkomplex "Energieeffizienz" gehören unter anderem Projekte mit den Schwerpunkten:

• energieoptimiertes Bauen,
• energieeffiziente Stadt
• Energieeffizienz in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen,
• Speicher und Netze,
• Kraftwerkstechnologien,
• Brennstoffzellen, Wasserstoff,
• Systemanalyse und Informationsverbreitung.

Beispiel "Speicher": Energiespeicher werden künftig eine tragende Rolle im Energiesystem der Zukunft spielen. Sie können dazu beitragen, überschüssig erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien in das System zu integrieren und dann wieder zur Verfügung zu stellen, wenn erneuerbare Energien wenig Strom liefern. Um die Entwicklung von Speicher-Technologien zu fördern, rief die Bundesregierung im Jahr 2011 die "Forschungsinitiative Energiespeicher" ins Leben. Die Mittel für die Förderinitiative stammen überwiegend aus dem Energie- und Klimafonds. Gegenwärtig sind 254 Projekte in einem Mittelumfang in Höhe von 191 Millionen Euro bewilligt. Im Jahr 2013 wurden hierfür knapp 40 Millionen Euro ausgezahlt.
Beispiel "Energieeffiziente Stadt": Drei Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen entfallen heute auf urbane Räume. Städte und Kommunen sind daher Zielgruppe für Verbesserungen bei der Energieeffizienz. Bebauungspläne und Vorgaben für Versorgungsstrukturen schaffen hierfür die Bedingungen.

Forschungsförderung vernetzen

Daneben setzt die Bundesregierung auf europäische Forschungskooperationen. Auch die Abstimmung mit den Bundesländern will sie weiter verstärken. Eine moderne Datenbank, die "EnArgus", soll über laufende und abgeschlossene Förderprojekte informieren.

Der Bericht informiert erstmals auch über die Förderung der Energieforschung durch die Länder. Sie investieren mehr als 250 Millionen Euro in die Energieforschung. Auf EU-Ebene sind die Förderprogramme "Strategic Energy Technology Plan" und "Horizon 2020" wichtig. Am Vorgänger-Programm zu dem gerade angelaufenen "Forschungsprogramm Horizon" waren deutsche Antragsteller überdurchschnittlich beteiligt.

Das sechste Energieforschungsprogramm der Bundesregierung "Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung" ist am 1. September 2011 in Kraft getreten. Es ist unter der Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums und Beteiligung der Bundesministerien für Umwelt, Landwirtschaft und Forschung entstanden.
Mit dem Programm setzt die Bundesregierung eine wichtige Maßnahme des Energiekonzepts um. Sie ergänzt damit ihre Energie- und Klimapolitik und setzt auf verbesserte Förderung von Forschung und Entwicklung zukunftsfähiger Energietechnologien. So wird die Förderpolitik gezielt auf Technologien ausgerichtet, die im "Zeitalter der erneuerbaren Energien" benötigt werden: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Netztechnik und Energiespeicher.