Privileg für Bürgerenergiegesellschaften fällt

Privileg für Bürgerenergiegesellschaften fällt

Für Bürgerenergiegesellschaften galt bisher eine vereinfachte Teilnahme an Ausschreibungen. Dieses Privileg hat jedoch zu Fehlanreizen geführt und wird mit einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gestrichen. Nach der parlamentarischen Zustimmung ist die Änderung am 29. Mai 2020 in Kraft getreten.

Im Vordergrund steht ein Windrad, im Hintergrund sieht man weitere Windräder.

Mit der Änderung sollen Fehlanreize bei Ausschreibungen für Windparks abgeschafft werden.

Foto: Paul Langrock/Zenit/laif

Zur Stärkung der Vielfalt an Akteuren und zur lokalen Verankerung der Windenergie an Land sind im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) seinerzeit Privilegien für Bürgerenergiegesellschaften bei den Ausschreibungen eingeführt worden. Bürgerenergiegesellschaften sollten an den Ausschreibungen bereits teilnehmen können, auch ehe sie eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für ihr Projekt hatten.

Fehlanreize behoben

Dieses Privileg hat jedoch zu Fehlanreizen geführt. Es setzte große Anreize, bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt an den Ausschreibungen teilzunehmen. Es konnten spekulative Gebote abgegeben werden, die auf noch nicht verfügbare Anlagentypen setzten.

Dies brachte große Projektierer auf den Plan, die Bürgerenergiegesellschaften gründeten. Diese entsprachen zwar den formellen Anforderungen. Aber sie ließen eine lokale Verankerung vermissen und liefen damit den Zielen des Gesetzes zuwider.

In der Folge haben nahezu ausschließlich Projekte von Bürgerenergiegesellschaften ohne immissionsschutzrechtliche Genehmigung einen Zuschlag erhalten, die auch bisher weitgehend nicht realisiert worden sind. Dies verstärkte den Einbruch beim Ausbau der Windenergie an Land.

Künftig alle Bieter einheitlich behandelt

Vor diesem Hintergrund wurde die Regelung bereits temporär ausgesetzt. Ohne Gesetzesänderung hätte das Privileg der Bürgerenergiegesellschaften beim nächsten Gebotstermin am 1. Juli 2020 erneut bestanden, womit dieselbe Situation wie zuvor entstanden wäre. Das ist nun mit der Gesetzesänderung behoben.

Bei künftigen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land werden alle Bieter nur noch für bereits genehmigte Projekte ein Gebot abgeben dürfen.