Digitale Lösungen praxistauglich machen

Landwirtschaft Digitale Lösungen praxistauglich machen

Das Bundeslandwirtschaftsministerium treibt die Digitalisierung in der Landwirtschaft voran: Auf bundesweit 14 landwirtschaftlichen Betrieben wurden digitale Experimentierfelder eingerichtet. Dafür stehen insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Bundesministerin Klöckner hat nun die letzten sechs Förderbescheide übergeben.

Blick in einen Trecker, der mit einem Touchscreen ausgestattet ist.

Digitale Technik in einer Landmaschine: weniger Pflanzenschutzmittel durch präziseren Einsatz.

Foto: Burkhard Peter

Auf den Experimentierfeldern wird untersucht, wie digitale Techniken optimal zum Schutz der Umwelt, zur Steigerung des Tierwohls und der Biodiversität und zur Arbeitserleichterung der Landwirte eingesetzt werden können. Es geht vor allem darum, die Praxistauglichkeit der digitalen Anwendungen zu erproben. Insgesamt 14 Testfelder wurden eingerichtet - acht im Bereich Pflanzenbau, drei in der Tierhaltung und drei bereichsübergreifend. Sie sind über ganz Deutschland verteilt und haben unterschiedliche Schwerpunkte.

Für interessierte Praktiker sind die Experimentierfelder Anlaufstellen, sich über die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Landwirtschaft zu informieren. Auch für Start-ups sind die Erfahrungen wertvoll und es werden Möglichkeiten zur Zusammenarbeit geschaffen. Dafür stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in den kommenden drei Jahren mehr als 50 Millionen Euro bereit.

Pflanzenbau und Tierschutz im Fokus

Die Experimentierfelder befassen sich mit ganz unterschiedlichen Themen: Etwa mit der Nutzung des neuen Mobilfunkstandards 5G in der Landwirtschaft sowie der optimalen Zusammenarbeit von Landmaschinen durch digitalen Datenaustausch in der Pflanzenproduktion, um den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Weitere Projekte betreffen die tiergerechte Haltung von Milchkühen durch den Einsatz digitaler Techniken sowie deren Nutzung in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben.

Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit

"Wenn wir weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen wollen, heißt die Antwort nicht Totalverbot von allem, sondern präziseres und bedarfsgerechtes Ausbringen. Das Wort Präzisionslandwirtschaft wollen wir mit Leben und mit konkreten Entwicklungen und Anwendungen füllen. Durch Digitalisierung können Pflanzen passgenauer geschützt und unterstützt oder das Tierwohl bewertet und verbessert werden", betonte Klöckner.

Kompetenznetzwerk für Digitalisierung in der Landwirtschaft

Die Einrichtung der digitalen Experimentierfelder wird unterstützt durch das Kompetenznetzwerk "Digitalisierung in der Landwirtschaft". Die Mitglieder tragen zur Vernetzung und wissenschaftlichen Begleitung bei. Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen aus allen Bereichen der Digitalisierung in der Landwirtschaft sollen analysiert und Lösungsvorschläge erarbeitet werden.

Mit der Digitalisierung und der Landwirtschaft treffen hochkomplexe Systeme aufeinander. Um Vorteile auch für die Gesellschaft besser nutzen zu können, hat das BMEL das Zukunftsprogramm "Digitalpolitik Landwirtschaft" entwickelt. Bis zum Jahr 2022 sind 60 Millionen Euro für die Digitalisierung und Modernisierung in der Landwirtschaft eingeplant. Es ist zugleich Bestandteil der Umsetzungsstrategie Digitalisierung der Bundesregierung.

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