Aufbau und Betrieb der Telematik-Infrastruktur

Für eine moderne einrichtungs- und sektorenübergreifende Kommunikation und Nutzbarkeit wichtiger medizinischer Gesundheitsdaten wird eine sichere digitale Dateninfrastruktur – die Telematik- Infrastruktur (TI) – benötigt. Der Aufbau der TI wurde Mitte Dezember 2017 begonnen. Aktuell sind rund 80 Prozentder Arzt- und Zahnarztpraxen an die TI angeschlossen (Stand Mai 2020). Apotheken und Krankenhäuser sollen ebenfalls zügig angeschlossen werden.

Parallel dazu bereitet die Industrie die Einführung der elektronischen Notfalldaten, des elektronischen Medikationsplans sowie der sicheren Kommunikationsverfahren zwischen Leistungserbringern vor. Ziel ist es, diese Anwendungen ab 2020 sukzessive einzuführen. Darüber hinaus sind die Vorgaben zur Einführung elektronischer Patientenakten von der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) bis Ende 2018 fristgemäß veröffentlicht worden.

Der weitere Aufbau der TI und die konkreten Planungen der gematik zur elektronischen Patientenakte (ePA) wurden gesetzlich untermauert. Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) sieht Fristen für Apotheken und Krankenhäuser zum Anschluss an die TI vor. Weitere Leistungserbringer erhalten die Möglichkeit, sich freiwillig anzuschließen (Hebammen, Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie Pflegeeinrichtungen). Die Kosten hierfür sollen erstattet werden. Mit dem Patientendatenschutzgesetz (PDSG) sollen die Regelungen für die ePA weiter fortgeschrieben werden. Als weitere Anwendung der TI wird durch das Gesetz für mehr Sicherheit in der  Arzneimittelversorgung (GSAV) die Ausstellung von elektronischen Rezepten (eRezept) ermöglicht.

Ziel:

Alle Versicherten sollen mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte ihren Behandlern Notfalldaten, einen elektronischen Medikationsplan sowie Daten einer elektronischen Patientenakte zur Verfügung stellen können

Auf welches Ziel der Umsetzungsstrategie zahlt das Vorhaben ein?

„Unser Ziel ist eine gute Anbindung für alle – überall und zu jeder Zeit. Die besondere Bedeutung und Verletzbarkeit digitaler Infrastrukturen erfordert dabei Sicherheit und besonderen Schutz.“

Schwerpunkt: Für die Gesundheit:Telematik-Infrastruktur

Umsetzungsschritte:

  • Bis 31. Dezember 2018: Veröffentlichung der Spezifikationen für die elektronische Patientenakte. (erledigt)
  • 2020: Anbindung der Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte. (erledigt)
  • Bis Ende 2020/Anfang 2021: Anbindung der Apotheken und Krankenhäuser (laufend)
  • Schaffung der Voraussetzungen in den Verträgen der Selbstverwaltung, damit Verordnungen ausschließlich in elektronischer Form (eRezept) verwendet werden können und Fertigstellung der Spezifikationen bei der gematik. (laufend)
  • Die Selbstverwaltung wird verpflichtet, Regelungen für ein „Grünes E-Rezept“ für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel zu treffen. (laufend)
  • Die Gesellschaft für Telematik (gematik) erhält den Auftrag, eine E-Rezept-App zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. Die gematik fungiert dabei als anerkannte neutrale Stelle. (laufend)
  • Ab 1. Januar 2021 sollen alle gesetzlich Versicherten von ihrer Krankenkasse eine elektronische Patientenakte erhalten können. (ausstehend)
  • Einführung elektronischer Ausweise (Impfpass, Mutterpass, Kinderuntersuchungsheft, Zahnbonusheft) im Rahmen der elektronischen Patientenakte. (laufend)
  • Die Selbstverwaltung wird verpflichtet, Regelungen für die Nutzung elektronischer Überweisungen zu treffen. Dabei sind Anwendungen der Telematikinfrastruktur zu verwenden, sobald diese verfügbar sind. (laufend)
  • Einführung der Datenspende im Rahmen der elektronischen Patientenakte. (laufend)