Aufbau und Betrieb der Telematik-Infrastruktur

Federführendes Ressort: BMG Aufbau und Betrieb der Telematik-Infrastruktur

Einführung medizinischer Anwendungen und Verbesserung der Infrastruktur im stationären Krankenhaus- und Altenpflegesektor, im ambulanten Sektor sowie sektorenübergreifend


Für eine moderne einrichtungs- und sektorenübergreifende Kommunikation und Nutzbarkeit wichtiger medizinischer Gesundheitsdaten wird eine sichere digitale Dateninfrastruktur – die Telematik- Infrastruktur (TI) – benötigt. Der Aufbau der TI wurde Mitte Dezember 2017 begonnen. Aktuell sind rund 107.000 Arzt- und Zahnarztpraxen an die TI angeschlossen (Stand August 2019). Apotheken und Krankenhäuser sollen ebenfalls zügig angeschlossen werden.

Parallel dazu bereitet die Industrie die Einführung der elektronischen Notfalldaten, des elektronischen Medikationsplans sowie der sicheren Kommunikationsverfahren zwischen Leistungserbringern vor. Ziel ist es, diese Anwendungen ab der ersten Jahreshälfte 2020 sukzessive einzuführen. Darüber hinaus sind die Vorgaben zur Einführung elektronischer Patientenakten von der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) bis Ende 2018 fristgemäß veröffentlicht worden.

Der weitere Aufbau der TI und die konkreten Planungen der gematik zur elektronischen Patientenakte (ePA) sollen gesetzlich untermauert werden. Der Entwurf des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG) sieht Fristen für Apotheken und Krankenhäuser zum Anschluss an die TI vor. Weitere Leistungserbringer erhalten die Möglichkeit, sich freiwillig anzuschließen (Hebammen und Entbindungspfleger, Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie Pflegeeinrichtungen). Die Kosten hierfür sollen erstattet werden. In einem weiteren Gesetzespaket sollen die Regelungen für die PA weiter fortgeschrieben werden. Als weitere Anwendung der TI wird durch das Gesetz für mehr Sicherheit in der  Arzneimittelversorgung (GSAV) die Ausstellung von elektronischen Rezepten (eRezept) ermöglicht.

Ziel:

Alle Versicherten sollen mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte ihren Behandlern Notfalldaten, einen elektronischen Medikationsplan sowie Daten einer elektronischen Patientenakte zur Verfügung stellen können

Auf welches Ziel der Umsetzungsstrategie zahlt das Vorhaben ein?

„Unser Ziel ist eine gute Anbindung für alle – überall und zu jeder Zeit. Die besondere Bedeutung und Verletzbarkeit digitaler Infrastrukturen erfordert dabei Sicherheit und besonderen Schutz.“

Schwerpunkt: Für die Gesundheit:Telematik-Infrastruktur

Umsetzungsschritte:

  • Bis 31. Dezember 2018: Veröffentlichung der Spezifikationen für die elektronische Patientenakte. (erledigt)
  • Bis Ende 2019/Anfang 2020: Anbindung der Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apotheken und Krankenhäuser sollen folgen. (laufend)
  • Schaffung der Voraussetzungen in den Verträgen der Selbstverwaltung, damit Verordnungen ausschließlich in elektronischer Form (eRezept) verwendet werden können. (laufend)
  • Ab 1. Januar 2021 sollen alle gesetzlich Versicherten von ihrer Krankenkasse eine elektronische Patientenakte erhalten können. (ausstehend)