Berlin

Tag der Deutschen Einheit - ein Fest für alle Bürger

Zum Tag der Deutschen Einheit fand ein dreitägiges Bürgerfest statt - in Berlin, wo 1989 die Mauer fiel und ein Jahr später die Einheit vollzogen wurde. Auch die Bundesregierung war mit zahlreichen Angeboten vertreten.

Gäste beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit vor dem Reichstagsgebaeude.

Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit: Drei bunte Tage unter dem Motto "Nur mit Euch"

Foto: Bundesregierung/Münch

Berlin feierte den Tag der Deutschen Einheit unter dem Motto "Nur mit Euch". Vor dem Reichstagsgebäude präsentierten sich die Bundesländer, vor dem Bundeskanzleramt informierte die Bundesregierung Bürgerinnen und Bürger über Pläne und Schwerpunktthemen. In drei großen Zelten waren auch die einzelnen Ministerien vertreten. Es gab Talks, Quizrunden, Musik - und prominente Zeitzeugen kamen zu Wort.

Talks mit Ministern und dem Regierungssprecher

Gäste beim Fest zum Tag der Deutschen Einheit.

Auch die Bundesregierung mit ihren Ministerien präsentiert sich auf dem Fest zum Tag der Deutschen Einheit.

Foto: Bundesregierung/Breloer

Zu den Höhepunkten des Programms gehörten Talks mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Darüber hinaus trat der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, mit den Besuchern in einen Dialog über die Zukunft Europas.

Regierungssprecher Steffen Seibert sprach mit dem ehemaligen Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye, dem Mitgründer der Initiative "Gesicht zeigen!", über das Thema "Demokratie leben". Auch die stellvertretenden Regierungssprecherinnen Ulrike Demmer und Martina Fietz beteiligten sich in eigenen Talkrunden am Bühnenprogramm.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, traf sich zum Talk mit Dalia Grinfeld, Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland, und Younes Al-Amayra, Mitbegründer des YouTube-Kanals "Datteltäter". Thema: Deutschland ist Vielfalt.

Gäste nehmen am Kabinettstisch Platz

Gäste beim Fest zum Tag der Deutschen Einheit.

Wie verlaufen politische Diskussionsprozesse? Das können Besucher bei einem Planspiel im nachgebauten Kabinettssaal erleben.

Foto: Bundesregierung/Schacht

Ein weiterer Höhepunkt bei der Bundesregierung: Besucherinnen und Besucher konnten erleben, wie es ist, selbst am Kabinettstisch zu sitzen und über aktuelle Themen zu diskutieren. In einem Planspiel schlüpften sie in die Rolle einer Ministerin oder eines Ministers, der bei einer Regierungssitzung seine Standpunkte und Projekte vertritt.

Fiktive Themen wurden in den Spielrunden lebensnah und ergebnisoffen diskutiert: Zuckerverbot in Kitas, Pflicht zur anonymisierten Bewerbung sowie Wahlpflicht für alle.

Was Zeitzeugen berichten

Im Zelt der Bundesregierung sprachen zudem Zeitzeugen über ihre Erfahrungen. Kaum jemand kann so eindringlich über die DDR erzählen wie die Bürgerrechtlerin Freya Klier. Zum Auftakt am Montag berichtete sie von ihrem Leben in der Oderberger Straße im Prenzlauer Berg in Berlin - direkt neben der Mauer. Grau sei es dort gewesen und vieles zerfallen. Noch heute freue sie sich richtig, wenn sie die alte Grenze sehe - "weil sie nicht mehr da ist".

Von der Übergangszeit bis zum 3. Oktober erzählte Sabine Bergmann-Pohl, letztes Staatsoberhaupt der DDR. Dass die Mauer so schnell verschwand, darüber seien die Menschen in der DDR froh gewesen. Auch wenn sie selbst geglaubt habe, dass das Zusammenwachsen schneller gehen würde.

"Es ist ein Deutschland"

Einen ganz anderen Blick auf die Deutsche Einheit haben Menschen, die am 9. November 1989 geboren wurden - so wie Julian Monroy. Sich zu erinnern, sei richtig. "Aber Ost und West immer wieder zu vergleichen, macht keinen Sinn. Es ist ein Deutschland."

Am 3. Oktober gingen die Zeitzeugengespräche weiter. Lothar und Thomas de Maizière beispielsweise erlebten die Wiedervereinigung von verschiedenen Seiten der deutsch-deutschen Grenze. Die deutsche Teilung traf ihre Familie auf besondere Weise. Und beide Vetter leisteten viel, damit diese Teilung überwunden werden konnte. Der eine als erster demokratisch gewählter Ministerpräsident der DDR, der andere als Mitautor des Einigungsvertrags und späterer Bundesinnenminister.

Am 9. November 1989 fiel nach Jahrzehnten deutscher Teilung die Berliner Mauer. Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Seitdem ist dies der Nationalfeiertag der Deutschen.

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