Der Weg zur Einheit im Ruhrgebiet

So erlebte NRW das Jahr 1990 Der Weg zur Einheit im Ruhrgebiet

Die D-Mark wurde Zahlungsmittel, das wirtschafts- und sozialpolitische System der Bundesrepublik galt ab sofort: Für die Menschen in der DDR änderte sich mit dem 1. Juli 1990 das Leben grundlegend. Doch wie nahmen Menschen im Ruhrgebiet den Weg zur Einheit wahr? Darüber diskutieren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in der zweiten Folge der Podcast-Serie "Die Einheit vor der Einheit".

Ein Mann und eine Frau stehen an einem Tisch, auf dem Geld liegt.

Zum 1. Juli 1990 stehen die Menschen aus der DDR Schlage, um ihr Geld in D-Mark umzutauschen.

Foto: REGIERUNGonline/Lehnartz

Der 1. Juli 1990 ist ein Sonntag – dennoch haben die meisten Geschäfte in der DDR geöffnet. Vor den Filialen der Banken bilden sich lange Schlangen. Die Bürgerinnen und Bürger der DDR wollen Geld umtauschen. Viele gehen direkt danach mit der D-Mark in der Tasche auf Einkaufstour - und das nicht nur in den Geschäften der DDR. Auch der Einkauf im anderen Teil Deutschlands wird einfacher, denn ab dem 1. Juli entfallen die Grenzkontrollen zwischen beiden deutschen Staaten und innerhalb Berlins.

Wie erleben Menschen im Ruhrgebiet diese Veränderungen? Diese Frage diskutieren die Journalistin Hatice Akyün und der Regisseur, Texter und Kabarettist Stefan Lutz Matkowitz mit dem ehemaligen Sprecher der Treuhand Wolf Schöde und dem Historiker Marcus Böick.

Verfolgen Sie den aktuellen Podcast zur "Einheit vor der Einheit" hier

Die Einheit vor der Einheit

Der 1. Juli 1990 markiert den Beginn der "Einheit vor der Einheit": Die DDR-Bürgerinnen und Bürger bezahlen ab nun mit der D-Mark ihre Mieten und Rechnungen, Personenkontrollen an der innerdeutschen Grenze entfallen, aus der sozialistischen Planwirtschaft wird die soziale Marktwirtschaft.

Mit der Podcast-Reihe erinnert die Kommission "30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit" an das Datum, an dem die wirtschaftliche und sozialpolitische Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik vollzogen wird. Es ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur staatlichen Einheit und ein Ereignis, das zahlreiche Leben in Ostdeutschland von einem Tag auf den anderen nachhaltig veränderte.

Podcast statt Regionalkonferenzen

Ursprünglich hatte die Kommission geplant, mit Bürgerinnen und Bürgern in fünf ausgewählten deutschen Städten über den Meilenstein "Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion" zu diskutieren. Aufgrund der Covid-19-Pandemie mussten diese Regionalkonferenzen abgesagt werden.

Das angedachte Format wurde daraufhin in den Podcast "Die Einheit vor der Einheit – 30 Jahre Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion" übertragen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sind dem gemeinsamen Aufruf der Kommission, der Deutschen Gesellschaft e. V., des Tagesspiegels und des Radio Sachsens gefolgt und haben ihre Meinungen und Erinnerungen in den Podcast eingebracht.

In der ersten Folge der Podcast-Serie diskutierten Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen, die Unternehmerin Petra Hoyer, der geschäftsführende Redakteur beim Tagesspiegel Robert Ide und der Historiker Professor André Steiner über die tiefgreifenden Veränderungen in der DDR durch die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion.
In der Folge 3 diskutieren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über die Auswirkungen auf das Land Sachsen.
Weitere Informationen finden Sie bei der Kommission "30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit".

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