Mit Wärmepumpen Tempo machen für die Klimawende

  • Bundesregierung ⏐ Startseite
  • Deutsche Einheit

  • Schwerpunkte

  • Themen  

  • Bundeskanzler

  • Bundesregierung

  • Aktuelles

  • Mediathek

  • Service

Mit Erneuerbaren heizen Mit Wärmepumpen Tempo machen für die Klimawende

Um Treibhausgase zu verringern, muss mehr Energie gespart werden – besonders beim Heizen von Gebäuden. Dabei helfen energetische Sanierungen und neue Heiztechniken, wie zum Beispiel Wärmepumpen. Ab 2024 sollen pro Jahr 500.000 neue Wärmepumpen in Deutschland installiert werden. 

4 Min. Lesedauer

Ausseneinheit einer Wärmepumpe im Vorgarten

Wärmepumpen können sowohl Alt- als auch Neubauten klimafreundlich beheizen.  

Foto: picture alliance / dpa Themendienst / Andrea Warnecke

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen. Eine der wichtigsten Aufgabe dafür ist es, weniger Wärme für Gebäude zu produzieren und damit auch weniger Treibhausgas-Emissionen zu verursachen. Zudem will Deutschland unabhängiger von Kohle, Öl und Gas werden. Denn: Die Nutzung fossiler Ressourcen ist nicht nur schädlich fürs Klima, sondern wird auch immer teurer. 

Um die Energiewende auch für Gebäude weiter erfolgreich voranzutreiben, arbeitet die Bundesregierung mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Industrie und dem sozialen Sektor eng zusammen und lud diese zum zweiten virtuellen Wärmepumpen-Gipfel am 16. November 2022 ein. Dort setzten Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesbauministerin Klara Geywitz den Dialog mit den Akteurinnen und Akteuren rund um den Wärmepumpenhochlauf erfolgreich fort. 

Wärmepumpen können Umweltwärme sehr effizient für die Wärmeversorgung nutzbar machen. Wärmepumpen entziehen der Luft oder dem Erdreich Energie und setzen diese dann wieder für die Beheizung von Gebäuden ein. 

„Seit dem ersten Gipfel im Juni 2022 konnten wir das Akteursbündnis nochmal erweitern. Waren es im Juni noch rund 30 Akteure, so sind es mittlerweile rund 50 Vertreterinnen und Vertreter, unter anderem aus den Bereichen Handwerk, Industrie, Wohnungswirtschaft, Strom und Netze sowie von Sozialpartnern, Gewerkschaften, Forschung und Wissenschaft“, betonte Habeck.

500.000 neue Wärmepumpen ab 2024

Das Bündnis bekräftigt das Ziel, ab 2024 pro Jahr 500.000 neu installierte Wärmepumpen einzubauen. Auch die Industrie habe nun signalisiert, der Produktion nachkommen zu können, so der Wirtschaftsminister. „Das ist ein ambitioniertes Ziel und vieles muss hierfür verbessert und beschleunigt werden. Daher haben wir heute mit allen Akteuren ein Eckpunktepapier mit klaren Prioritäten und Maßnahmen verabschiedet“, sagte Habeck. Nach nur viereinhalb Monaten seien große erfolgreiche Schritte gegangen worden. 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz wird mit dem „Aufbauprogramm Wärmepumpe“ ab 2023 die Teilnahme von ausgebildeten Fachkräften im Handwerk, von Planenden und Energieberatenden an Fortbildungen speziell zum Thema Wärmepumpen fördern. Dies ist ein konkreter Schritt, um mehr Fachkräfte zu gewinnen.

Ab Januar 2024 gilt auch, dass möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Mit Wärmepumpen können sowohl Neu- als auch Altbauten beheizt werden. Für ältere Gebäude können jedoch weitere energetische Sanierungen erforderlich sein.

„Wir brauchen energieeffiziente, klimafreundliche und bezahlbare Lösungen für die Sanierung alter Heizsysteme. Die Wärmepumpe ist in diesem Transformationsprozess eine der vielversprechendsten Technologien. Das Ziel, diese Pumpen auch für das Mehrfamilienwohnen marktgängig zu machen, unterstützt die Bundesregierung durch Forschung und Förderung“, sagte Bundesbauministerin Klara Geywitz.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hatten Mitte Juli 2022 zudem ein Sofortprogramm für den Gebäudesektor vorgelegt. Dessen Ziel es ist, die nach dem Klimaschutzgesetz zulässigen Jahresemissionsmengen im Gebäudesektor künftig einzuhalten. Damit soll Deutschland insbesondere sein Klimaziel erreichen, bis 2030 den Treibhausgasausstoß um 65 Prozent gegenüber 1990 zu mindern.

Energetische Sanierung weiter fördern

Die Bundesregierung stellt substantielle Mittel bereit, um Hauseigentümern die Sanierung ihrer Immobilie zu erleichtern und ihnen beim Energiesparen zu helfen. Mit der Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude will die Bundesregierung den Weg für mehr Sanierung freimachen, deren Antragsstellung seit dem 28. Juli 2022 bei der staatlichen Förderbank KfW übersichtlicher und einfacher geworden ist. Ziel ist es, insbesondere alte Häuser und Wohnungen zu sanieren, um Energie zu sparen.

In den nächsten Jahren stehen 13 bis 14 Milliarden Euro für die energetische Gebäudeförderung bereit. Der Großteil davon ist für Sanierungen vorbehalten, lediglich eine Milliarde Euro für den Neubau. 2022 wurden von Januar bis Juli bereits rund 9,6 Milliarden Euro für die Sanierungsförderung ausgegeben.

Kanzler zu Besuch beim Wärmepumpen-Hersteller Viessmann

Anfang August besuchte der Bundeskanzler Olaf Scholz den Wärmepumpen-Hersteller Viessmann, um einen Einblick in diese nahezu emissionsfreie Heizungs-Technologien zu bekommen. „Für eine unabhängige und nachhaltige Energieversorgung treiben wir in Deutschland Zukunftstechnologien mit größtem Tempo voran: zum Beispiel bei Wasserstoff oder beim Heizen“, sagte der Kanzler vor Ort beim Familienunternehmen Viessmann in Allendorf. „Wir müssen auf dem Gebiet wegen des Klimas erfolgreich sein“, sagte er weiter. Dies gelte auch im Hinblick auf unseren eigenen wirtschaftlichen Wohlstand.

„Wenn wir es schaffen, mit erneuerbaren Energien, die wir massiv ausbauen, aber gleichzeitig mit modernen Technologien dazu beizutragen, dass wir weniger von diesen Ressourcen verbrauchen, dann stärkt das auch unsere Sicherheit und unsere Zukunftsfähigkeit als Land“, sagte der Kanzler mit Blick auf die unternehmerische Leistung in der Wärmewirtschaft und im Handwerk.

Denn eins sei sicher: Die Nutzung fossiler Ressourcen werde immer mehr finanzielle Aufwendung kosten, so der Kanzler.