Investition in die Wirtschaft

Die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und des Arbeitsmarktes in Ostdeutschland bleibt eine wichtige Aufgabe. Die Bundesregierung unterstützt die ostdeutschen Länder mit vielfältigen Programmen wie zum Beispiel mit der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" und dem Programm "Unternehmen Region".

Herstellung von optischen Hochleistungssystemen bei Carl Zeiss Jena in Thüringen

Moderne Produktionsanlagen der optischen Industrie in Thüringen

Foto: Carl Zeiss AG

Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GWR)

Bund und Ländern unterstützen mit der Gemeinschaftsaufgabe strukturschwache Regionen, die den Strukturwandel nicht aus eigener Kraft bewältigen können oder die vor besonderen Herausforderungen stehen. Neben den ostdeutschen Ländern gehören auch einige besonders strukturschwache Regionen in den alten Ländern zu den Höchstfördergebieten der Gemeinschaftsaufgabe. Wegen regional ausgeprägter Strukturprobleme gehen weiter 80 Prozent der Fördermittel in die neuen Länder und Berlin.

Gefördert werden:

  • gewerbliche Investitionen,
  • Investitionen in die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur und
  • Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen.

GRW wird ständig weiterentwickelt und den Erfordernissen angepasst. 2014 haben Bund und Länder die neue Förderkarte der Gemeinschaftsaufgabe beschlossen, die bis zum 31. Dezember 2020 gilt. Damit wird festgelegt, wo und in welcher Höhe strukturschwache Regionen gefördert werden.

Eine weiter Neuausrichtung der Gemeinschaftsaufgabe haben Bund und Länder 2017 vorgenommen, insbesondere wurde das Förderspektrum in den Bereichen Infrastruktur- und Innovationsförderung weiter ausgebaut. Die GRW bleibt weiter als Motor für zusätzliche Wachstumsimpulse wichtig.

Weitere Fördermöglichkeiten für die Wirtschaft in Ostdeutschland

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)

Das Programm unterstützt seit Mitte 2008 anspruchsvolle technische Forschungs- und Entwicklungsprojekte in kleinen und mittleren Unternehmen, die zu neuen Produkten, Verfahren und technischen Dienstleistungen führen. Mittelständische Unternehmen erhalten durch die Kooperation mit Forschungseinrichtungen Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Insbesondere für die wirtschaftliche Entwicklung der ostdeutschen Länder leistet das ZIM einen wichtigen Beitrag, weil die ostdeutschen Länder mit einem Anteil von etwa 40 Prozent überproportional von der Förderung partizipieren.

Gefördert werden:

  • ZIM-Einzelprojekte - gefördert werden einzelbetriebliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Unternehmen, die diese Vorhaben mit eigenem Personal im Betrieb durchführen.
  • ZIM-Kooperationsprojekte - gefördert werden gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte von zwei oder mehreren Unternehmen oder die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen.
  • ZIM-Kooperationsnetzwerke - gefördert werden externe Netzwerk-Managementleistungen von innovativen Netzwerken mit mindestens sechs mittelständischen Unternehmen, die sich zusammenschließen, um gemeinsam eine übergreifende technologische Innovation zu entwickeln.

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

Innovationsinitiativen für die neuen Länder

Mit dem Förderprogramm "Unternehmen Region" fördert die Bundesregierung den Auf- und Ausbau besonderer technologischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Kompetenzen in ostdeutschen Regionen. Ziel ist eine nachhaltige Umsetzung in Innovationen, mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung.

Bis 2016 wurden fast zwei Milliarden Euro in die spezifische Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation in Ostdeutschland insbesondere in Regionen mit Hochschul- und Forschungseinrichtungen investiert.

Unternehmen Region

Unter der Dachmarke "Unternehmen Region" laufen gegenwärtig fünf verschiedene Förderprogramme. 2012 wurde der Förderansatz des Programms erweitert und das Programm "Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovationen" gestartet.

Es unterstützt neuartige Innovationsstrukturen, die die Grenzen von Technologien, Disziplinen, Branchen, Märkten und Organisationskulturen überwinden. Die in den ostdeutschen Ländern aufgebauten Kompetenzen werden durch interdisziplinäre Kooperationen ausgebaut und gefestigt, die über Ostdeutschland hinausreichen. So bestanden 2017 bereits zwei Drittel der geförderten Forschungsverbünde aus ost- und westdeutschen Partnern.

Den zehn ausgewählten Konsortien stehen bis 2021 jeweils bis zu 45 Millionen Euro für die Umsetzung ihrer Strategien und Forschungsprojekte zur Verfügung.

Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation

Seit 2016 wird "Unternehmen Region" weiterentwickelt: Ziel ist ein deutschlandweites Förderkonzept "Innovation und Strukturwandel" mit mehreren aufeinander abgestimmten Programmen zur Stärkung der Innovationsfähigkeit von Regionen, die besondere Herausforderungen beim Strukturwandel bewältigen müssen. Im Zusammenhang damit wird seit 2016 die Wirksamkeit verschiedener Förderinstrumente untersucht. Dafür stehen mehr als 46 Millionen Euro bereit.

2017 ist mit "WIR! – Wandel durch Innovation in der Region" eine weitere Fördermaßnahme gestartet. Mit ihr wird die Entwicklung umfassender regionaler Innovationskonzepte und deren Umsetzung in ausgewählten Projekten über mehrere Jahre gefördert.

"WIR! - Wandel durch Innovationen in der Region"

Bis 2019 ist "WIR!" in einer Pilotphase ausschließlich für ostdeutschen Initiativen gedacht. Dafür stellt die Bundesregierung insgesamt 150 Millionen Euro bereit. 2020, nach dem Auslaufen des Solidarpakts II, wird "WIR!" für Projekte aus allen strukturschwachen Regionen Deutschlands geöffnet.

Internationalisierung der ostdeutschen Wirtschaft

Mit ihren Angeboten zur Exportförderung unterstützt die Bundesregierung kleine und mittlere Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte im Ausland. Zukunftsbranchen wie Energie, Umwelttechnologie, Gesundheitswirtschaft und zivile Sicherheit werden ebenso berücksichtigt wie traditionelle Industriezweige.

Auslandsmarkterschließung für kleine und mittlere Unternehmen

Die "German Trade & Invest GmbH" (GTAI) ist als Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland sowohl in der Exportförderung als auch beim Standortmarketing aktiv.

Mit „Powerhouse Eastern Germany“ richtet die GTAI den Fokus auf die neuen Bundesländer.

German Trade & Invest GmbH

Von besonderer Bedeutung ist für ostdeutsche Unternehmen das Markterschließungsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen. Es unterstützt Unternehmensreisen zur Anbahnung von Geschäften und Kooperationen. Eine Auswertung des Programms hat gezeigt, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen aus den ostdeutschen Ländern das Programm nutzen, um Auslandskontakte auf- oder auszubauen.

Markterschließungsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen

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