Deutsche Einheit

Tränenpalast

Früher Ort der Trennung – heute Ort des Erinnerns

Über viele Jahre hinweg nahmen am "Tränenpalast" DDR-Bürger Abschied von ihren Besuchern aus dem Westen. Oft war nicht klar, wann oder ob man sich wiedersehen würde. Tränen flossen reichlich.

Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße

Grenzerfahrungen im Tränenpalast

Foto: REGIERUNGonline/Tybussek

Ein Kind verabschiedet die fast unbekannte Omi aus dem Westen. Erwachsene verabschieden ihre Eltern und die noch ältere Generation verabschiedet Geschwister oder andere Verwandte. Auseinandergerissen durch Mauerbau und Grenze ist das familiäre Wiedersehen fast ausschließlich nur aus in einer Richtung möglich, aus dem Westen. An diese Zeit erinnert seit 2011 eine Dauerausstellung am ehemaligen Grenzkontrollpunkt Berlin-Friedrichstraße, dem sogenannten Tränenpalast.

Die Ausstellung sei "Geschichte pur für jeden Berlin-Besucher", hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Eröffnung gesagt. Der authentische Ort sei eine Mahnung, immer wieder für Freiheit einzutreten – auch wenn Meinungs- und Reisefreiheit selbstverständlich geworden seien.

Video

Eröffnung des Tränenpalastes in Berlin durch Bundeskanzlerin Angela Merkel

GrenzErfahrungen

Heute dokumentiert der Tränenpalast alltägliche Erfahrungen von Trennung und Zusammengehörigkeit am Grenzübergang. Originalobjekte, Dokumente, Fotos, Ton- und Filmaufnahmen veranschaulichen den "Tränenpalast" als Ausreisehalle. Außerdem zeigt die Ausstellung die wichtigsten Stationen im Vereinigungsprozess 1989/90.

Zu den besonders markanten Ausstellungsobjekten gehören eine begehbare Original-Abfertigungseinheit und ein Modell des Bahnhofs Friedrichstraße. Viele Privatpersonen haben persönliche Erinnerungsgegenstände zur Verfügung gestellt.

Von der Abfertigungshalle zur Gedenkstätte

Das 1962 errichtete Gebäude war bis zu seiner Schließung 1989 Abfertigungshalle für die Ausreise von Ost nach West. Nach der Wiedervereinigung wurde es zwischen 1991 und 2006 als Club genutzt. Seit 2003 steht der Tränenpalast unter Denkmalschutz. Für die Gedenkstätte wurde das Gebäude um einen Anbau erweitert.

Die Dauerausstellung "GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung" ist Bestandteil der Gedenkstättenkonzeption des Bundes. Sie wurde von der Stiftung "Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" erarbeitet.

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