Deutsche Einheit

28. August 1989 - Auf dem Weg zur Deutschen Einheit

Flüchtlingsströme nehmen zu

28. August 1989: Knapp zwei Wochen nach dem Paneuropäischen Frühstück wächst die Zahl der Ausreisewilligen aus der DDR. In Budapest warten 1.400 DDR-Bürger auf eine Ausreisemöglichkeit. Die beiden Flüchtlingslager sind restlos überfüllt, ein drittes Lager wird angekündigt.

Massenandrang von ausreisewilligen DDR-Bürgern am 14.8.1989 vor der bundesdeutschen Vertretung in der Nogradi-Straße 8 in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Das Konsulat ist angesichts der Menschenmassen völlig überlastet.

DDR-Bürger warten in Budapester Auffanglagern auf ihre Ausreise

Foto: picture-alliance/dpa

Ungarns einmalige humanitäre Aktion

Die Hoffnungen der Menschen sind berechtigt: Denn nur vier Tage vorher durften durch eine "einmalige humanitäre Aktion" Ungarns alle 108 Flüchtlinge ausreisen, die sich in der Budapester Botschaft der Bundesrepublik aufhielten. Mithilfe des Internationalen Roten Kreuzes werden sie über Österreich in die Bundesrepublik Deutschland ausgeflogen. Mit Bussen geht es weiter nach Nürnberg.

Doch bereits kurze Zeit später treffen wieder DDR-Bürger in der Budapester Botschaft ein. Um die vielen Ausreisewilligen beherbergen zu können, werden Zeltlager in Csilleberg in Budapest und in Zánka am Plattensee errichtet.

In Prag hingegen teilt die Regierung mit, dass die dort wartenden Flüchtlinge unter allen Umständen in die DDR zurückkehren müssen.

Warten auf die Flüchtlinge

Derweil bereitet sich die Bundesrepublik Deutschland auf weitere Flüchtlinge vor. In Bayern wird am 30. August ein Notaufnahmelager errichtet. Dort sollen die Menschen Aufnahme finden, die über die Botschaften der Bundesrepublik in Osteuropa zu fliehen versuchen.

Dass diese Entscheidung richtig war, zeigt sich bereits einige Wochen später. Nachdem die ungarische Regierung im September die Grenze zu Österreich abbaut, gibt es für die DDR-Flüchtlinge kein Halten mehr. Mehr als 8.000 verlassen die ungarische Landeshauptstadt und das Zeltlager am Plattensee binnen kürzester Zeit. Weitere werden folgen.