19. Februar 1990 - Auf dem Weg zur Deutschen Einheit

Einheit statt Almosen für die DDR

19. Februar 1990: DDR-Regierungschef Hans Modrow berichtet am Runden Tisch von seinem Besuch in Bonn. Die erhofften Milliarden für den maroden sozialistischen Staat bleiben aus, denn die Bundesregierung bietet mehr. Sie will eine gemeinsame deutsche Währung.

Der Plan für eine Wirtschafts- und Währungsunion

Modrow zieht eine Bilanz seines Gesprächs mit Bundeskanzler Kohl: Wirtschaft, Währung, der Auftritt der beiden deutschen Staaten auf dem internationalen Parkett – bei ihrem Bonner Treffen am 13. Februar hatten beide Regierungschefs Vieles zu besprechen.

Volkskammer soll über D-Mark entscheiden

Nach seiner Rückkehr gibt sich Modrow zerknirscht. Ihm habe daran gelegen, "die gemeinsame nationale Verantwortung" zu betonen, und "solidarische Hilfe für die DDR anzumahnen". Es geht um 10 bis 15 Milliarden Mark für einen zerrütteten Staat. Allein, die gewünschte Zusage kommt nicht.

Dennoch kehrt Modrow nicht mit leeren Händen zurück: Die Bundesregierung bietet mehr. Statt einen bankrotten Staat mit Spenden zu nähren, sieht Bonn sein Geld lieber bei den Bürgern. Wirtschafts-und Währungsunion, die D-Mark für alle Deutschen – so das Ziel der Bundesregierung.

Auch Modrow kündigt nun Vorbereitungen an, damit ein künftiges Parlament bald über eine gemeinsame Währung befinden kann. Am 18. März 1990 sind Volkskammerwahlen.

Lebensmittel werden teurer

Ungeachtet der angestrebten "Verbesserung der Lebensbedingungen" muss die DDR weiter sparen. Der Runde Tisch spricht sich dafür aus, die üblichen Staatshilfen für Lebensmittel zu streichen.

Trotz der Existenzängste vieler Bürger fällt die Entscheidung einstimmig: Ausufernde Lebensmittelsubventionen hatten in der DDR dazu geführt, dass tonnenweise frisches Brot an Tiere verfüttert wurde.

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