14. Oktober 1989 - Auf dem Weg zur Deutschen Einheit

Das Neue Forum nimmt Formen an

14. Oktober 1989: Gut einem Monat nach der Gründung des Neuen Forums treffen sich in Ostberlin mehrere hundert engagierte Menschen aus der ganzen DDR. Sie wollen auf ihrem Landestreffen die Strukturen des Neuen Forums festlegen.

Diskussionsveranstaltung mit Gründern des Neuen Forums in der evangelischen Kirche in Oberschöneweide: Auf dem Podium rechts Bärbel Bohley, daneben Pfarrer Heinrich Busse am 27.10.1989

Koordinierungstreffen von über 100 Gruppen des Neuen Forums in Berlin

Foto: ullstein bild

Kommunikation stärken

Den Initiatoren geht es vor allem darum, Struktur in ihre Organisation zu bekommen. Immerhin zählt die Bewegung von Tag zu Tag mehr Unterstützer. Zu einem legalen Auftritt gehören unweigerlich eine geregelte Organisationsstruktur und klare Kommunikationswege. Sie sind notwendig, wenn sich das Neue Forum als politische Vereinigung anerkennen lassen will.

In den Räumen der evangelischen Gruppierung „Kirche von Unten“ wählen die Bürgerrechtler die sogenannten Sprecherräte auf Bezirks-, Regional- und Republikebene. Außerdem diskutieren sie anstehende Aktionen, wie zum Beispiel das Herausgeben einer überregionalen Zeitung.

Diskussionen über Aufbau und Organisation

Das Neue Forum hat am 19. September 1989 beim DDR-Innenministerium einen Antrag auf Zulassung als „politische Vereinigung“ gestellt. Doch man streitet sich intern noch über eine wichtige Frage: Wird das Neue Forum eine Partei oder bleibt es eine Bürgerbewegung?

Als das Neue Forum am 8. November endlich seine offizielle Zulassung bekommt, sind diese Diskussionen noch nicht abgeschlossen. 40 Jahre Bevormundung reichen den Menschen jetzt aus, sie wollen selbst bestimmen, in welche Richtung sich das Neue Forum bewegt.

Trotz der Diskussionen schließen sich immer mehr Menschen der Bewegung an. Bis zum Ende des Jahres unterschreiben 200.000 Menschen den Gründungsaufruf des Neuen Forums. Rund 10.000 Menschen treten ihm bei. In der DDR entsteht eine neue Diskussionskultur.

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