Erste Montagsdemo in Leipzig

Erste Montagsdemo in Leipzig

4. September 1989: Nach einem Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche gehen 1.200 Menschen an diesem Montag auf die Straße. Sie fordern Reise- und Versammlungsfreiheit. Seit diesem Tag finden die Montagsdemos regelmäßig statt und werden zum Symbol für die Proteste in der DDR.

Schon vorher hatte es Protestaktionen gegeben. Ab dem 7. Juni gingen die Menschen an jedem 7. eines Monats auf die Straßen. Sie wollte damit an die Wahlmanipulation bei der Kommunalwahl am 7. Mai 1989 erinnern.

Montagsdemos – Sinnbild der Friedlichen Revolution

Die Leipziger Montagsdemos werden zur bekanntesten Protestbewegung in der DDR. Immer mehr Menschen schließen sich an. Am 25. September gehen 5.000 Menschen für ihre Rechte auf die Straße. Am 2. Oktober sind es bereits 20.000. Eine Woche später am 9. Oktober ziehen 70.000 Menschen durch Leipzig. Höhepunkt ist der 6. November: Im strömenden Regen kommen 200.000 Menschen zusammen, um für Reformen und die Zulassung des Neuen Forums zu kämpfen.

Viele Menschen schließen sich nun auch zusammen und gründeten politische Organisationen:

  • 10. September: Das Neue Forum,

  • 12. September: Demokratie Jetzt

  • 7. Oktober: Sozialdemokratische Partei in der DDR

  • 29. Oktober: Demokratischer Aufbruch.

Die Proteste bleiben nicht auf Leipzig, Dresden und Berlin beschränkt. Auch in Magdeburg, Plauen und anderen Städten demonstrieren Menschen. Auch am 7. Oktober – dem 40. Jahrestag der DDR – gehen viele auf die Straße. Sie wollen nicht wie die SED-Führung mit 4.000 geladenen Gästen die Errungenschaften des Sozialismus feiern. Sie wollen gegen das Honecker-Regime protestieren und für ihr Rechte kämpfen.

Hatten die Menschen am 4. September zunächst noch unschlüssig vor der Leipziger Nikolaikirche gestanden, ist im Laufe der Zeit daraus eine machtvolle Protestbewegung geworden. Bilder demonstrierender Menschen und ihr Ruf: „Wir sind das Volk“, zeigen den Willen der Menschen nach Veränderungen.

Später als Friedliche Revolution bezeichnet, stehen die Montagsdemos heute für den Beginn gesellschaftlicher Veränderungen in der DDR.