„Wir wollen raus! Wir wollen raus!“

Die Ausreisewilligen nutzen das Interesse an der Leipziger Frühjahrsmesse, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Neben Ausstellern und Besuchern, sind in Zeit der Messe auch viele westliche Journalisten in Leipzig.

Bereits seit Herbst 1987 nutzen die Leipziger die Montage der Messe für ihre Ausreisedemonstrationen.

Obwohl viele westliche Journalisten direkt vor Ort sind, entschließt sich die Volkspolizei einzugreifen. Es kommt zu etlichen Verhaftungen.

Die Staatssicherheit reagiert mit der Aktion „Auslese“: Um die Situation in Leipzig und Umgebung zu beruhigen, soll es bis zu 4.000 Antragsstellern bis zum Kirchentag im Juli 89 gestattet werden, tatsächlich aus der DDR auszureisen.

Der von der SED-Führung gewünschte Entspannungseffekt tritt jedoch nicht ein. Im Gegenteil fortan gehen immer mehr zu den Friedengebeten. Aus einer Ausreisedemonstration wird im Herbst 89 eine machtvolle Bewegung: die Leipziger Montagsdemonstrationen, Symbol der Friedlichen Revolution.

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