1945: Kriegsende und Neuanfang

Der Zweite Weltkrieg endet im Mai 1945 mit der Kapitulation Deutschlands. Deutschland kann sich den Siegermächten USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion nicht widersetzen. Es gibt keine Regierung mehr, die das Land führen kann und für Recht und Ordnung sorgt.

Deshalb unterzeichnen die vier Siegermächte am 5. Juni 1945 die Berliner Deklaration. Darin heißt es: "Die Regierungen des Vereinigten Königreichs, der Vereinigten Staaten von Amerika, der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken und die Provisorische Regierung der Französischen Republik übernehmen hiermit die oberste Regierungsgewalt in Deutschland, einschließlich aller Befugnisse der deutschen Regierung, des Oberkommandos der Wehrmacht und der Regierungen, Verwaltungen oder Behörden der Länder, Städte und Gemeinden."


Ein Land – vier Zonen


Die Staatsmänner der Siegermächte sitzen an einem runden Tisch in Potsdam und beraten über die Zukunft Deutschlands

Potsdamer Konferenz: Es geht um die Zukunft Deutschlands

Foto: Bundesarchiv

Deutschland wird in vier Besatzungszonen und Berlin in vier Sektoren aufgeteilt. Jede Siegermacht bestimmt in seiner Zone beziehungsweise seinem Sektor die wirtschaftliche und politische Entwicklung nach seinem Ermessen. Über alle Fragen, die Deutschland in seiner Gesamtheit betreffen, entscheidet der Alliierte Kontrollrat. Er besteht aus den vier Oberbefehlshabern der Siegermächte und wird am 30. Juli 1945 gebildet. Gemeinsam und einstimmig wollen sie die Angelegenheiten Deutschlands bestimmen.

Vom 17. Juli bis 2. August 1945 beraten die Vertreter der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion im Potsdamer Schloss Cecilienhof über die Neuordnung Europas und die künftige Entwicklung Deutschlands. Im Potsdamer Abkommen einigen sie sich auf fünf politische Grundsätze für Deutschland: Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dezentralisierung, Dekartellisierung und Demokratisierung. Frankreich tritt dem Abkommen am 7. August bei.

Außerdem wird in Potsdam beschlossen, dass die deutschen Gebiete östlich von Oder und Lausitzer Neiße bis zu einem Friedensvertrag unter polnische und sowjetische Verwaltung gestellt werden. Die deutsche Bevölkerung muss aus diesen Gebieten aussiedeln. Gleiches gilt für die Deutschen in der Tschechoslowakei und in Ungarn.

Potsdamer Abkommen

Einigkeit von kurzer Dauer

Doch die Einigkeit unter den Siegermächten hält nicht lange. Die unterschiedlichen weltpolitischen Sichten der Sowjetunion und der westlichen Siegermächte führen zur allmählichen Spaltung Deutschlands.

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